[Haus und Garten] Seit der letzten Leerung der Restmülltonnen in unserem Wohngebiet ist unser Behälter verschwunden. Übrig geblieben war damals vor einem Monat ein anderer, den wir ersatzweise in unsere Obhut nahmen. Und zwar in der Hoffnung, der Tausch würde bei der nächsten Leerung rückgängig gemacht. Doch leider tauchte unsere Tonne in der aktuellen, hier gezeigten Reihe gar nicht mehr auf.
Also legten wir einen Zettel mit der Bitte um Rücktausch auf den Boden neben die Tonnen. Kurze Zeit später, als das Müllauto seinen Dienst getan hatte, war er verschwunden. Und fünf der sechs Behälter waren von den Besitzern wieder abgeholt worden. Bis auf die "falsche", die man stehen gelassen hatte.
So blieb uns nichts anderes übrig, uns am Nachmittag auf die Suche nach unserer eigenen Tonne zu begehen. Und man glaubt es kaum: Wir wurden fündig bei dem Haus, dessen Tonne wir in Obhut hatten.
Da niemand zu Hause war, schrieben wir wieder einen Zettel an die "lieben Nachbarn", den wir an der Tür anbrachten. Mit darauf notierten wir unsere Telefonnummer neben der Forderung unsere Tonne bitteschön endlich zurückzugeben.
Gegen Abend hatten wir eine Nachricht auf der Mailbox. Leicht zerknirscht entschuldigte sich eine Frauenstimme, dass man sich nicht erklären kann, wie das passiert sein konnte - und natürlich bekämen wir unsere Tonne morgen zurück.
So weit so gut.
Am nächsten Tag, wurde unsere Nr. 28 zurückgebracht und kurz darauf fragte man bei uns telefonisch an, wann man denn nun die andere Mülltonne abholen könne. Da wir nicht zu Hause waren, teilten wir mit, dass das am Tag darauf geschehen könne... und wurden etwas unfreundlich "abgewürgt."
Der Eklat - besser gesagt, der Knalleffekt - kam am folgenden Tag beim Zurückbringen der von uns in Obhut genommenen Tonne. Mit lautem, übertriebenem Tamtam wurde uns klar gemacht, dass wir das nächste Mal gefälligst darauf achten sollten, die richtige Tonne mitzunehmen.
Klar, dass wir sauer wurden und zurückpampten, warum sie unsere auffällig markierte Tonne Nr. 28 einen Monat lang weder zurückgebracht noch zur Leerung rausgestellt hätten.
Voller Aufregung wurde anschießend minutenlang gegeneinander geschrien, so dass keiner den anderen verstehen konnte. Bis auf "Da kommen Sie von Frankfurt daher..." und es hätte vorher noch nie Ärger mit den Nachbarn gegeben.
Dieses künstliche Aufbauschen der Situation war nicht verständlich. Deswegen kam uns der Gedanke, dass die ganze Sache möglicherweise mit der Vorbesitzerin der Tonne zu tun haben könnte... Hatte der Mülltonnenkrieg vielleicht früher schon begonnen, und war aus diesem Grund die große Nummer 28 aufgeklebt worden?
*kopfschüttel*
Abgesehen davon, dass wir ja gar nicht "von Frankfurt daherkommen" (sondern die Vorbesitzerin), fiel uns auf, wie hier die Tatsachen verdreht wurden: Denn nicht wir haben die falsche Tonne mitgenommen.
Außerdem hatten wir bewusst versucht, freundlich zu bleiben, falls alles nur ein Versehen war. Woran wir nun jedoch beginnen zu zweifeln ...
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de