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Home Vogelsbergarten in Ulrichstein Naturkleinod in Ulrichstein: Erste Arbeiten im Vogelsberggarten

Naturkleinod in Ulrichstein: Erste Arbeiten im Vogelsberggarten

Vogelsberggarten bei strahlendem Frühsommerwetter: Richard Golle (3.v.r.) und seine Helfer (c) Brigitta Möllermann
Vogelsberggarten bei strahlendem Frühsommerwetter: Richard Golle (3.v.r.) und seine Helfer (c) Brigitta Möllermann

[Ulrichstein / Vogelsberg] Anfang Mai 2016 hatten sich zwei afghanische und drei syrische Flüchtlinge aus dem Ulrichsteiner Wohnheim zum ersten Mal für Arbeiten im Vogelsberggarten zu Verfügung gestellt, um das Gelände auf dem Burgberg mit in Ordnung zu halten. Richard Golle, seit Januar 2015 tätiger Geschäftsführer des Vogelsberggartens, hatte zuvor beim Amt für Soziale Sicherung zu diesem Zweck angefragt. Und fünf der seit Monaten hier lebenden ausländischen Männer waren gerne bereit, mit zu helfen.

Da es immer noch zu wenige Paten für den 6,4 Hektar großen Garten gibt, ist wie jedes Frühjahr eine Menge zu erledigen. Am ersten Tag wurden 30 Meter eines defekten Zauns abgenommen und der Bauerngarten umgegraben. Dort sollen in den Beeten bis in den Herbst Gartenfrüchte, Gemüse und Salat wachsen. Neben dem Burgtor unterhalb der Ulrichsteiner Burgruine breitete man neuen Mutterboden aus und säte Grassamen aus von der Heudrusch einer Magerrasenfläche des Naturschutzgroßprojektes..

Sehr angetan von der Motivation und Aufmerksamkeit seiner Unterstützer bemerkte Golle gleich beim ersten Mal, dass man gemeinsam "schnell und harmonisch" gearbeitet hatte. Die Zusammenarbeit klappt auch weiterhin gut, bislang waren die freiwilligen Helfer vier Mal vor Ort.

Immer wieder ist auch gerne Erst Happel, der Initiator des Gartengeländes und ehemalige Geschäftsführer des Naturparks Hoher Vogelsberg, zum Helfen und Beraten mit dabei. An einem der nächsten Tage setzte er im Bauerngarten Zwiebeln und Salat in die Beete. Die Helfer pflegten anschließend die Wege dort und befreiten den Pfad am Glatthaferbeet von Unkraut. Auch Dalienknollen kamen in die Erde. Als Ernte standen nun bereits Rhabarber und Schnittlauch zur Verfügung.

Ernst Happel, Gründer und Berater des Vogelsberggartens (c) Brigitta Möllermann
Ernst Happel, Gründer und Berater des Vogelsberggartens (c) Brigitta Möllermann

Auf einer Hälfte des Bauernackers am Westhang des Gartens wurde Leinsamen (Flachs) traditionell von Hand ausgesät. Anschließend "striegelte" Landwirt Timo Stein mit seinem Pferd den Boden. Danach konnten die ausländischen Helfer die Steine ablesen, um sie gleich neben dem Feld aufzuhäufen. Am nächsten Tag setzten die Kinder der ersten Klasse aus der Ulrichsteiner Grundschule mit großer Freude und Begeisterung auf der zweiten Ackerhälfte wieder Kartoffeln.

Ernst Happel brachte kurz danach einjährige typische, aber inzwischen selten gewordene Wildkräutersamen in den Feldränder aus: Die lilafarbene Kornrade, ein Nelkengewächs, den weißen Senf, eine Gewürzpflanze, die im Sommer gelbe Blüten bekommt, sowie blaue Kornblumen und den roten Klatschmohn. Dazu kam das gefährdete Feld- bzw. Ackerlöwenmaul, eine Futterpflanze für Schmetterling und Bienen mit kleinen gelb-rosa Blüten.

Den 'Urwald' durchquert man auf dem Weg zum Museum in Urlichstein (c) Brigitta Möllermann
Den 'Urwald' durchquert man auf dem Weg zum Museum in Urlichstein (c) Brigitta Möllermann

Interessenten werden als Paten weiterhin dringend gesucht, die im Vogelsberggarten mithelfen möchten. Sie werden eingewiesen und können dabei viel über die heimische Pflanzenwelt lernen. Am Ende der Saison wird die Ernte ihr Lohn sein: Neben Rosen, Bauerngartenblumen und Gemüse sind das Beeren und Kräuter sowie im Herbst verschiedene Sorten Äpfel und Birnen. Da der Vogelsberggarten eine Einrichtung für die ganze Region ist, können ehrenamtliche Helfer natürlich auch von Außerhalb kommen, wird versichert.

Quelle: Brigitta Möllermann

 

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