Immer mehr Aufgaben – weniger Personal – Überstunden bei 42-Stunden-Woche
[Hessen] Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist das Ende der Fahnenstange erreicht – darauf macht sie mit einer Aktion aufmerksam. Die Messe Wächtersbach bot eine gute Plattform dafür. Mit einer fahrbaren Plakatwand und einem Infostand waren sie vor das Messetor gekommen, um die Besucher der Messe auf die schlechten Arbeitsbedingungen durch den permanenten Personalmangel aufmerksam zu machen.
„16.000 Stellen wurden bundesweit in den letzten Jahren gestrichen, wir sind am Limit. Für uns gilt die 42-Stundenwoche, wir arbeiten bei verschiedenen Sporteinsätzen und in Fußballstadien. Jeder von uns hat mehrere hundert Überstunden gemacht, wovon nur 10 % ausgezahlt werden. Wir machen unseren Job, aber so geht es nicht weiter“, so die Argumente der Gewerkschaftskollegen Markus Hüschenbett, Thorsten Pfeiffer und Norbert Tumbrägel.
Landrat Erich Pipa war mit den Bürgermeisterkollegen aus den umliegenden Kommunen zum Infostand gekommen. Er sagte seine volle Unterstützung zu und appellierte: „Macht Druck, trommelt, kümmert Euch“.
Es müssen wieder mehr Polizisten eingestellt werden!
Die Nachwuchsgewinnung ist schwierig, da ein Beamter in Hessen weniger verdient als in den meisten Bundesländern. Man brauche mindestens 1.000 zusätzliche Polizeistellen, um den Herausforderungen gerecht zu werden.
In Hessen hat die Polizei insgesamt über drei Millionen Überstunden aufgebaut – allein für deren Abbau würdem 1.500 Kollegen ein ganzes Jahr in Vollzeit gebraucht, hat die Gewerkschaft der Polizei in einem Infoblatt ausgerechnet.
Man bittet jetzt um Mithilfe der Bevölkerung. Auf der Internetseite www.wir-brauchen-verstärkung.info <-KLICK bittet die GdP, dass per Mausklick an den zuständigen Bundes- und Landtagsabgeordneten eine vorgefertigte Mail mit der Forderung nach mehr Personal zugestellt wird. Man muss nur die Postleitzahl eingeben, den Abgeordneten auswählen und die E-Mail abschicken.
Quelle Text: Wächtersbach
Gut zu wissen
GdP startet Kampagne für mehr Polizisten und Sicherheit
Deutschland Immer mehr Aufgaben mit immer weniger Personal – für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Deshalb hat sie in Berlin vor dem Brandenburger Tor eine Kampagne für mehr Polizisten und Sicherheit unter dem Motto „Wir brauchen Verstärkung“ gestartet. „Die Polizei ist am Limit. Wohnungseinbrüche, zunehmende Internetkriminalität, Gewalt bei Demonstrationen und Fußballspielen – die Polizei macht ihren Job, aber so geht es auf Dauer nicht weiter. 16.000 Stellen wurden in den letzten Jahren bei der Polizei gestrichen, um Haushaltslöcher zu stopfen. Damit muss Schluss sein. Es müssen wieder mehr Polizistinnen und Polizisten eingestellt werden, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten“, forderte der stellvertretende GdP-Vorsitzende Jörg Radek in Berlin.
Die Kampagne zeigt in der körnigen Schwarz-Weiß-Optik von Überwachungskameras fröhliche Kriminelle beim Wohnungseinbruch, Diebstahl und Internetbetrug. Sie sind die Nutznießer der Stellenstreichungen und freuen sich, weil die Polizei zu wenig Personal hat, um sie an ihren Straftaten zu hindern. „Es ist ungewöhnlich, wenn ausgerechnet die Gewerkschaft der Gesetzeshüter fröhliche Menschen beim Gesetzesbruch zeigt. Aber wir wollen neue Wege beschreiten, um öffentlichen Druck auf die Politik auszuüben“, erklärte Radek. „Schöne Worte hören wir genug, wenn es um den Personalmangel bei der Polizei geht, aber es folgen keine Taten. Diese bequeme Haltung des Nickens und Nichtstuns muss ein Ende haben“, forderte der stellvertretende GdP-Vorsitzende.
Ein Schwerpunkthema der Kampagne ist die zunehmende Zahl der Wohnungseinbrüche. 150.000 Einbrüche gab es im vergangenen Jahr – der höchste Wert seit 17 Jahren. Das entspricht der Einwohnerzahl einer mittelgroßen deutschen Stadt wie Heidelberg, durchschnittlich alle dreieinhalb Minuten wird ein Türschloss aufgebrochen oder ein Fenster eingeschlagen. Vor allem die psychischen Folgen, seien eine enorme Belastung für die Opfer, erklärte Jörg Radek. „Es ist eine dramatische Erfahrung, wenn man sich in seinen eigenen Wänden nicht mehr sicher fühlt.“
Ganz bewusst verzichtet die GdP bei ihrer Kampagne darauf, die Flüchtlingskrise und die aktuelle Bedrohung durch den Terrorismus zum Thema zu machen. „Natürlich steigt die Arbeitsbelastung der Kolleginnen und Kollegen durch die hohen Flüchtlingszahlen und die Terrorbedrohung – das ist ja offensichtlich. Aber auch ohne Flüchtlinge und ohne Terror hätten wir viel zu wenig Personal. Seit Jahren wurden Stellen abgebaut, der Personalmangel ist hausgemacht und es soll nicht der Eindruck entstehen, das Problem sei durch die jüngsten Ereignisse verursacht“, stellte Radek klar.
Die Kampagne umfasst eine bundesweite Plakatkampagne, Hörfunkspots, Online-Videos und regionale Aktionen.
Quelle und mehr: www.wir-brauchen-verstärkung.info
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