Amtliche Erntedaten zeigen Ende August das Ausmaß entstandener Schäden
Zu der heute vom Deutschen Bauernverband vorgestellten Erntebilanz sagt der Bundesminister für
Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer:
„Ein Blick auf die Felder zeigt: Die anhaltende Trockenheit hat deutliche Spuren hinterlassen. Der Druck
auf unsere Höfe steigt mit jedem trockenen Tag – und doch tun unsere Landwirtinnen und Landwirte Tag
für Tag alles dafür, uns alle bestmöglich zu versorgen. Dafür gebührt ihnen mein großer Dank und tiefster
Respekt! Unsere Höfe können sich gewiss sein: Ich werde auf allen Ebenen dafür kämpfen, dass unsere
Landwirtschaft in dieser schwierigen Lage Unterstützung bekommt.
Für mich ist entscheidend, dass die landwirtschaftlichen Betriebe liquide und handlungsfähig bleiben. Sie
brauchen Spielraum, um beispielsweise Futter für ihre Tiere zukaufen zu können. Dafür haben wir bereits
passgenaue Instrumente – wie zum Beispiel unser 200-Millionen-Euro-Liquiditätshilfeprogramm mit der
Landwirtschaftlichen Rentenbank. Landwirte können zudem die Stundung ihrer
Sozialversicherungsbeiträge bei der SVLFG beantragen. Gleichzeitig klären wir, dass bei der BVVG fällige
Pachtraten gestundet und Tilgung bei laufenden Rentenbank-Darlehen ausgesetzt werden können. Und
wir arbeiten mit Hochdruck daran, die EU-Düngehilfen unbürokratisch und zielgenau auf die Höfe zu
bringen.
Wie besorgniserregend die Lage ist, habe ich in der vergangenen Woche im Bundeskabinett deutlich
gemacht. Es ist wichtig, ressortübergreifend vorbereitet zu sein. Auch dem EU-Agrarkommissar habe ich
die Situation auf unseren Äckern und Weiden geschildert und deutlich gemacht, dass im Ernstfall auch
Europa gefordert ist. Wir sind bereits im Gespräch mit den Ländern. Sie kennen die Situation vor Ort am
besten und können sehr konkret sagen, wo die Trockenheit besonders zuschlägt. Diese regionalen
Entwicklungen und Erkenntnisse wollen wir zusammenführen und bündeln. Damit ergänzen wir die
amtlichen Erntedaten, die noch in diesem Monat vorliegen werden, und schaffen eine möglichst breite
Grundlage für die weiteren Entscheidungen.
Die Dürre-Krise fordert eine konsequente Unterstützung der landwirtschaftlichen Betriebe. Das gilt auch
bei den Direktzahlungen: Sie sind wichtig, weil sie unabhängig von Ertrag und Marktpreis gezahlt werden
und damit Einkommen stabilisieren. Wir werden für die Direktzahlungen 2027 daher den vollen Spielraum
ausschöpfen. Damit steigen die Direktzahlungen an die landwirtschaftlichen Betriebe von rund 4,1
Milliarden Euro 2026 auf 4,9 Milliarden im Jahr 2027. Das ursprünglich vorgesehene
Gesetzgebungsverfahren zur Festlegung der Direktzahlungen 2027 verfolgen wir nicht weiter. Wenn
Ernten schlechter ausfallen und gleichzeitig Kosten steigen, brauchen die Betriebe Planungssicherheit und
Stabilität.“
Dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) werden noch im August
mit den amtlichen Erntedaten belastbare Zahlen zu den Ernteeinbußen vorliegen. Für Hilfsmaßnahmen
bei Extremwetterereignissen wie Trockenheit sind nach verfassungsrechtlicher Kompetenzverteilung die
Länder zuständig.
Voraussetzung für eine Beteiligung des Bundes ist die Einstufung des
Schadensereignisses als „Ereignis von nationalem Ausmaß“, auf Grundlage einer Gesamtbewertung der
Schäden und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen.
Quelle: Original Pressemitteilung Nummer 69 vom 18. August 2026 - www.bmleh.de





















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