[Hundewelt] Wenn es nach der Schwarmdummheit unserer Durchschnittbevölkerung ginge, müsste unser Redaktionshund inzwischen in einer Sänfte herum-herauf-und heruntergetragen werden. Weil es nämlich "landläufig" heißt, große Hunde leben nicht viel länger als 10 Jahre. Also könnten wir ja nun langsam aufhören, ihn zu trainieren, ihm das beste Futter aller Zeiten zuzubereiten und ihn einfach als eben alt bezeichnen. Das würde bedeuten, dass wir ihn den ganzen Tag schlafen lassen und ihm keine Aufgaben mehr geben, um ihn zu schonen... *pffft*
Stattdessen päppeln wir ihn mit Enzymen (gegen Gelenkentzündung) auf, streuen ihm etwas getrocknetes Hämoglobin (Eisen zur Blutbildung) über seine abendliche Fleischration und tröpfeln ein Multivitamintonikum (zwecks Immunstärkung) obendrauf. Calcium und Magnesium bekommt er sowieso schon die ganze Zeit. Mehr dazu: HIER <-KLICK.
Dadurch wird Leo zwar nicht wieder jung, aber das Laufen fällt ihm leichter: Zwischendurch galoppiert er sogar hin und wieder quer über die Wiesen. Zudem ist er hellwach, aufmerksam und interessiert an allem, was um ihn herum passiert.
Trotzdem mangelt es ihm nicht an Schlaf. Immer, wenn "nichts" los ist legt er ein Power-Napping-Päuschen ein, bleibt aber weiterhin auf seinem Hochposten. In der Nacht erlaubt er sich dagegen echten Tiefschlaf :-)
Nachtfoto: Leo schläft selig auf seinem selbst gestalteten Lager (c) Hessenmagazin.de
Wir finden die Ratschläge anderer Leute / im Internet doof
- Leo muss nicht fünf Mal pro Tag raus.
- Wir gehen - je nach seiner Tagesform - große Runden gemütlich in der Natur spazieren oder auch mal kürzere Strecken mit viel Schnüffelpotential.
- Für ihn ist das Leben jeden Tag lebenswert, so lange wir ihn nicht allein lassen und er uns immer beobachten kann.
- Als Futter bekommt Leo alles, was er gerne frißt, damit sein Appetit nicht schwindet. Doch die Größe der Portionen wird an seine Aktivität angepasst.
- Einige Kauknochen mampft er genüsslich, aber mit Pausen zwischendurch. Gut so, noch ist kein Zahn wackelig.
- Wir stopfen ihn nicht mit Schmerzmitteln voll, wenn ihm mal etwas weh tut. Leichte Massagen helfen dagegen ebenso gut - ein bisschen Salbe und manchmal ein paar Stunden Ruhe auch.
- Obwohl er uns durch seine Körpersprache Hinweise auf seine Wünsche gibt, ist er geduldig und recht nachgiebig, falls es mal "anders" läuft: Zecken entfernen, Krallen schneiden, kleine Entzündungen desinfizieren, Augen auswischen, bei Autofahrten hinten liegen bleiben... und manchmal abends aufs Futter warten.
Das Tollste an dieser Zeit mit ihm: Er respektiert uns vorbehaltlos und versteht bzw. befolgt nahezu jede Anweisung inzwischen. Nur ganz selten müssen wir ihm etwas wirklich befehlen. Es wirkt so, als honoriere er unsere Rücksichtnahme. Dafür darf er dann jetzt auch öfter ohne Leine frei laufen :-)
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de