Füllstand am Flüssiggastank (c) HESSENMAGAZIN.de
[Hessen] Das Wetter im Dezember 2023 macht keinen Spaß. Es wechselt zwischen Eisregen, Nebel, Schnee- oder Regenschauern mit einigen winzigen Sonnenaugenblicken und immer wieder stürmischen Momenten. Fazit: Der Boden ist nass und aufgeweicht, und wer es wagt, über einen unbefestigten Weg zu fahren, könnte im Schlamm stecken bleiben. Oder - schlimmer - wie auf Schmierseife in den Graben rutschen. Deswegen können Lieferanten manche abgelegenen Häuser draußen auf dem Land nicht erreichen. So wird möglicherweise dort der Brennstoff für Heizung und Warmwasser extrem knapp...
Guter Rat ist teuer - und eine Notversorgung erst recht
Notversorgung für wenige Tage mit Flaschengas (c) HESSENMAGAZIN.de
Unser Gas wurde bereits bei 30 % Füllung im Tank bestellt, als das Wetter im Oktober noch gut war und für den Laien nicht abzusehen war, dass der Zuweg zum Wochenenddomizil sich irgendwann in eine Schlammgrube verwandelt. Ab November wurde dann verstärkt begonnen, mit dem Lieferanten zu verhandeln und zu feilschen. Immer wieder wurde nachgehakt und per Telefon und Mail Nachschub gefordert.
Für 3,50 Euro (!) bestellten wir schließlich eine "echte" telefonische Ankündigung, nachdem ungefragt eine ominöse SMS auf unserem Mobilphone gelandet war, die wir nicht zuordnen konnten. Ende November sollte es soweit sein. Doch nach Stunden des vergeblichen Wartens fanden wir die nebenstehende Textnachricht... einfach so.
Schöne neue digitale Welt einerseits und analoger Matsch andererseits
Die Feilscherei per Mail und Telefon begann erneut. Obwohl es geheißen hatte, das" Gefahrgut" würde selbstverständlich auch im Winter geliefert, erklärte man uns am Ende, der Zuweg müsse TROCKEN sein. Doch, oh Graus, der war jetzt voller Pfützen und Schlamm.
Alter Trick als Anfahrhilfe: Gummimatten zum Überbrücken der glitschigen Pfützen (c) HESSENMAGAZIN.de
Der herbeigerufene Grundstückseigentümer beschränkte sich auf eine Besichtigung des Weges samt Vertröstung: dann und wann wird präpariert, wenns möglich ist... plus Rat, sich per PKW Gasflaschen liefern zu lassen.
Derweil sank der Füllstand im Gastank immer weiter. Niemand meldete sich... bis zu jenem denkwürdigen Donnerstag (7. Dezember 2023), an dem wir uns von der Spedition in Nordrhein-Westfalen bis zum Gaslieferanten und seiner Geschäftsführung bei Wetzlar höchst ungeduldig durchtelefonierten.
Innerhalb von wenigen Stunden wurden wir dann letztendlich aus dem nahen Buseck notversorgt. Über den Preis dafür sollen wir jetzt mit dem Chef sprechen...
Pflügt sich täglich durch den Schlamm: Bully mit Allrad (c) HESSENMAGAZIN.de
Richtig aufatmen können wir aber nicht, denn immer noch ist eine Schlidderpartie vom Grundstück angesagt. Selbst mit einem Allrad-VW-Bus ist es nicht ungefährlich, die Auffahrt hinauf oder hinunter zu fahren. In unserer Not besorgten wir deswegen 12 Säcke Rindenmulch und verteilten den Inhalt in den Spurrillen. Das gibt etwas Grip...wenigstens bis zum nächsten Regenguss.
Auf das Leben im Vogelsberger Outback könnten wir im Moment mit solchen Kooperationspartnern gut verzichten
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de
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