Farbspiel im Laufe des Tages: Morgenrot, Wald und Wiesen am Mittag und der Abend am See (c) HESSENMAGAZIN.de
[Land] Dort, wo keine Häuser die Sicht auf den Himmel versperren, kann man nachts bei klarem Himmel die Sterne funkeln sehen - leider jedoch nicht gut mit dem Handy fotografieren. Deswegen müssen Sie vorlieb nehmen mit dem hier gezeigten Spektrum :-)
An einem der ersten schönen Tage nach diesem verregneten grauen Winter, hielt es kaum jemanden zu Hause. Auch wir waren unterwegs, um dem Frühling zu begegnen. Naja, wenn wir ehrlich sind, waren wir auch auf der Suche nach dem "Wildfrauhaus", einer Felsformation bei Wohnfeld im Vogelsberg.
Doch das ist eine andere Geschichte, die wir bei Gelegenheit erzählen ...
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Links: Schneeglöckchen, rechts: Moosmännchen im Wald (c) HESSENMAGAZIN.de
Fakt war aber, wir fanden die Boten des Frühlings in einem abgelegenen, verwunschen wirkenden Wald. Völlig unbehelligt von herumstolpernden Touristen lugten dort Büschel von weißen Schneeglöckchen und grüne Moosstängelchen aus dem Laub am Boden hervor.
Gut zu wissen: Die wilden Blümchen stehen unter Naturschutz, ebenso wie manche Moos-Sorten. Letzeres fürs Osterkörbchen einzusammeln ist also ein No-Go. Abgesehen davon würde man sich die netten kleinen Tierchen, die darin hausen, mit nach Hause nehmen.
Hund immer an der Leine, auch im unbewirtschafteten lichten Wald = noch ohne Blätterdach (c) HESSENMAGAZIN.de
Redaktionshund Leo zeigte sich beim Gang in der Stille zwischen den Bäumen etwas verdattert. Er roch zwar die Tiere im Wald, konnte sie aber nirgends entdecken, weil sie sich versteckt hielten. Trotzdem waren wir auf der Hut und versuchten, möglichst nicht komplett geräuschlos weiter zu gehen, damit z. B. für ein aufgeschrecktes Wildschwein kein Zweifel an unserer Anwesenheit bestehen konnte.
Gut zu wissen: Die borstigen Vorfahren unserer Hausschweine gelten als Rüpel des Waldes. Als rund 100 Kilo schwere Exemplare fürchten sich am wenigsten vor uns, wenn sie Nachwuchs haben. (Man sollte übrigens wissen, dass sie bei uns häufiger vorkommen als Isegrimm, der Wolf ;-)
Vogelsberger Weitblick Richtung Westen (c) HESSENMAGAZIN.de
Der Vogelsberg ist bekanntermaßen ein Mittelgebirge, doch mit der Besonderheit, dass es durch eine hügelige Hochebene geprägt ist. Hohe Berge, tiefe Schluchten findet man kaum. Der Vorteil dadurch ist das ungebrochene faszinierende Licht - und die herrliche Sicht in die Ferne. Zumindest ab einer Höhe von 400 bis 500 Metern, so wie hier unterhalb vom Höllerskopf bei Ulrichstein-Wohnfeld.
ÜbersichtskKarte - Quelle: Openstreetmap.org - KLICK
Bei der Weiterfahrt über Götzen nach Schotten, bemerkten wir auf den drei Kilometern rechts und links im Wald bis zur Abzweigung auf den alten Schottenring (L3139), wie schlecht es um den hessischen Forst steht. Vieles ist dort abgeholzt oder umgefallen und einfach liegen gelassen worden. Das sollte man mal gesehen haben!
Siehe https://umwelt.hessen.de/wald/waldzustand/waldzustandsberichte = 2023 <-KLICK
Alte Rennstrecke Schottenring (c) HESSENMAGAZIN.de
Nach der Abzweigung auf die gut ausgebaute Landstraße L3139 wundert sich der unbedarfte Besucher möglicherweise über die verstärkten Leitplanken seitlich und um einzelne Bäume am Straßenrand: Alles wirkt doch so harmlos und friedlich... bis dann die Motorradsaison beginnt und jeder Zweiradfahrer hier einmal entlandüsen möchte ;-)
Der Schottenring war einst, neben dem Nürburgring, dem Schleizer Dreieck, der Solitude, dem Sachsenring und der AVUS, eine der ältesten Motorsport-Rennstrecken Deutschlands. Der Name Schottenring leitet sich von dem nahegelegenen Ort Schotten, gelegen zwischen Fulda und Gießen, ab. (Quelle: Wikipedia <-KLICK)
Wer Genaueres wissen möchte, kann sich im Heimatmuseum in Schotten eintrittsfrei die im Januar 2024 eröffnete Ausstellung zur Geschichte des Schottenrings ansehen: Mehr dazu: HIER <-KLICK.
Nidda-Talsperre mit Staumauer (rechts) und Scheinwerferlicht eines Besucherautos (links) auf der Rainröder Seite (c) HESSENMAGAZIN.de
Unser letztes Foto zeigt Leo im Halbdunkel an der abendlichen Nidda-Talsperre <-KLICK, die zurzeit mehr als randvoll ist mit Regenwasser und wunderbar wenig frequentiert zu dieser Jahres- und Tageszeit.
Gut zu wissen: Zu finden ist das recht große und immer frei zugängliche Gewässer mit seinem asphaltierten Rundweg etwa zwei Kilometer außerhalb von Schottens City.
Das auch noch: Am Stadtausgang kann man vor der Heimreise immer noch mal einen Zwischenstopp einlegen an einer meistens bis 22 Uhr geöffneten Tankstelle mit Café und Waschboxen (selten im Vogelsberg ;-).
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de