Rückführung von Atommüll aus dem Ausland ist abgeschlossen
[Deutschland] Mit dem Eintreffen der letzten sieben Castor‑Behälter aus Sellafield im Zwischenlager Brokdorf (Schleswig‑Holstein) ist die Rückführung deutscher hochradioaktiver Abfälle aus der Wiederaufarbeitung nach über 30 Jahren abgeschlossen. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth und Schleswig‑Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt bestätigen den Abschluss als „Schlussstrich unter das Kapitel Wiederaufarbeitung“.
Das vom Bundesumweltministerium entwickelte Konzept in 2015 sah vor, die Rücktransporte aus Frankreich und Großbritannien auf mehrere Zwischenlager zu verteilen – ein Schritt, der den jahrzehntelangen Konflikt um Gorleben beendete. Die Verteilung der Rücktransporte auf mehrere Standorte gilt als wichtiger Schritt zur gesellschaftlichen Befriedung und zur vertrauensvollen Endlagersuche.
Deutschland hat damit alle völkerrechtlichen Verpflichtungen zur Rücknahme erfüllt. Insgesamt wurden zwischen 1973 und 2005 - 6.670 Tonnen bestrahlte Brennelemente zur Wiederaufarbeitung nach La Hague und Sellafield gebracht.
Für Hessen ist dieser Moment mehr als eine Randnotiz: Mit dem Zwischenlager Biblis trägt das Land seit Jahren einen Teil der Last, die früher nahezu vollständig auf Gorleben abgewälzt wurde.
Biblis ist heute ein Baustein einer Lastenteilung, die bundesweit akzeptiert wird. Für die Region bedeutet das: Planbarkeit statt Dauerstreit. Die Castoren bleiben, bis ein Endlager gefunden ist – ein Prozess, der Jahrzehnte dauern wird. Doch anders als früher steht Biblis nicht mehr im Zentrum eines politischen Dauerfeuers. Die Debatte hat sich verlagert: weg von einzelnen Standorten. Hessen ist damit Teil eines Systems, das seit langem funktioniert.
Der eigentliche Konflikt beginnt allerdings erst jetzt: Die Endlagersuche wird zeigen, ob der mühsam erreichte Konsens hält.
HESSENMAGAZIN.de: Das sollte man wissen
Die Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland war kein Erfolg, sondern ein politisch teuer erkaufter Irrweg, verrät das Internet: Jahrzehntelang wurde der geschlossene Brennstoffkreislauf versprochen, doch am Ende blieb genau das zurück, was man vermeiden wollte: hochradioaktiver Müll, der nun wieder in Deutschland steht – zusätzlich zu den Abfällen, die bei der Wiederaufarbeitung selbst entstanden sind.
Frankreich und Großbritannien haben die Technik betrieben, Deutschland hat bezahlt – und gewonnen hat niemand. Die Rückführung, die jetzt abgeschlossen ist, beendet nicht ein gelungenes Verfahren, sondern ein Kapitel, das technisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich nie getragen hat.
Im Zwischenlager Biblis stehen seit 2020 sechs Castor‑Behälter mit hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Sellafield. Diese bleiben dort, bis ein Endlager gefunden ist. Die jetzt zuletzt zurückgeführten sieben Behälter aus Sellafield gingen nach Brokdorf. Weitere Rückführungen aus La Hague landeten in Philippsburg und Isar.
Quelle Text: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN),
ergänzt von: B. Möllermann, HESSENMAGAZIN.de





















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