[Hessen] Holzpellets sind derzeit sehr teuer. Der Winter zeigt sich in diesem Jahr besonders streng, und die Nachfrage von Haushalten mit Pelletsheizung ist entsprechend hoch. Die Lieferanten ziehen ihre Preise an, und trotzdem kommen die Speditionen mit den Auslieferungen kaum hinterher. So landen dann auch Sub‑Sub‑Unternehmen im Einsatz, die mitunter Billiglohnfahrer beschäftigen, die nur wenig Deutsch sprechen und das Wort „Lieferschein“ nicht verstehen. Die Kommunikation beschränkt sich in solchen Fällen auf ein paar Handzeichen, bruchstückhafte Aussagen plus das energische Einfordern einer Unterschrift als Empfangsbestätigung.
Wie professionell die Männer beim Hantieren mit Ladungen sind, kann der Kunde persönlich miterleben - sofern man ihm die Chance dazu gibt, indem man die Lieferung korrekt ankündigt.
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Schräg-schräg und plautz pardautz: Sekunden später haben fast alle 65 Pelletssäcke die Erde geküsst (c) HESSENMAGAZIN.de
Unser Auslieferungsfahrer suchte nach seinem missglückten Abladeversuch die Schuld beim geschotterten Untergrund. Dass die schief aufgetürmte – und vermutlich nachverpackte – Tonne Pellets den Abgang über die schräge Laderampe gar nicht überstehen konnte, kam ihm dabei nicht in den Sinn.
Das konnte allerdings sofort korrigiert werden: Die billige Einfachpalette war gebrochen und die offenkundig mit Klebeband geflickte Plastikumhüllung war nicht in der Lage, 975 Kilo Pellets zusammenzuhalten.
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Feuchtigkeit schadet Pellets – ebenso wie jede Form von Verunreinigung (c) HESSENMAGAZIN.de
Damit wir die Lieferung trotzdem annehmen, wurden die teilweise geplatzten bzw. aufgrissenen Säcke auf eine ausgelegte Plane umgeschichtet und notdürftig zugeklebt. Der Fahrer kam dabei mächtig ins Schwitzen und nahm anschließend nahezu gottergeben unsere Empfangsquittung hin.
Empfangsquittung (c) HESSENMAGAZIN.de
Nachtrag wie ein Déjà‑vu: Zwei Tage zuvor hatte sich die Szene nahezu identisch abgespielt. Mit einem entscheidenden Unterschied – da konnte oder wollte der Fahrer die Palette Pellets gar nicht erst abladen. Der Stapel lehnte bereits schief an der Wand, und der Mann schaffte es mit dem Palettenhubwagen ohne E‑Antrieb nicht, ihn zu bewegen. Für seine Auftraggeber vermerkte er anschließend, uns nicht angetroffen zu haben.
Zwei Tage zuvor: 975 kg Pellets in Schräglage, aber noch ordentlich verpackt (c) HESSENMAGAZIN.de
Doch uns hatte er versichert, sein „Kolläge“ werde noch am selben Tag vorbeikommen. Also telefonierten wir der Sache während der stundenlangen – und letztlich vergeblichen – Wartezeit hinterher und beschafften uns die nötigen Informationen: Frachtnummern, Zustellstatus, Spedition 1, Spedition 2. Unsere Fotos erwiesen sich dabei als äußerst hilfreich.
Das Ende vom Lied: Der Lieferant erkennt unsere Reklamation an, der Schaden wird ersetzt – die verlorene Zeit allerdings nicht... Das System hat sich krank gewirtschaftet!
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de





















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