Studie zu Online-Werbung: Größtes Datenleck der Welt

Donnerstag, den 14. Oktober 2021 um 05:36 Uhr Gut zu wissen - Recht, Unrecht & Internet, Computer
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Man kommt nicht daran vorbei: Datenkrake Google - Screenshot (c) HESSENMAGAZIN.de[Internet] 84 Milliarden Mal am Tag werden EU-Bürger*innen sinnbildlich im Internet versteigert, um ihnen Online-Werbung einblenden zu können. Das macht 304 Mal täglich pro Person schätzen die Autorinnen und Autoren der gerade veröffentlichten Studie „The Future of Online Advertising“. Die Studie bezeichnet diese Praxis deshalb als das „größte Datenleck der Welt“ und zeigt, welche Alternativen zur überwachungsbasierten Online-Werbung es geben kann.

Die Studie wurde von der Fraktion der Grünen im europäischen Parlament in Auftrag gegeben. Sie zeigt, wie das momentane Ökosystem funktioniert und analysiert, welche fatalen Wirkungen überwachungsbasierte Werbung auf Demokratie und Gesellschaft hat. Es wird erklärt, warum die von Google angekündigte „FLoC“-Methode, die das bisherige personalisierte Tracking ablösen soll, zu einer Festigung der Monopolstellung Googles führen wird, aber nicht zu mehr Anonymität für Internetnutzer*innen.

Die Autoren der Studie erklären auch, warum entgegen der Aussagen von Facebook u.ä. gerade kleine und mittlere Unternehmen und Verlage keine personalisierte Werbung benötigen: Im Gegenteil können mit überwachungsfreier, kontextabhängig eingeblendeter Werbung 3,4 mal höhere Werbeeinnahmen erzielt werden.

Digitalcourage hat die Probleme des Überwachungskapitalismus dieses Jahr bereits ausgiebig thematisiert

Die ganze Studie „The Future of Online Advertising“: HIER <-KLICK

Der BigBrotherAward 2021 an Google: HIER <-KLICK

Erwartungen für eine couragierte Digitalpolitik: HIER <-KLICK

Interaktive Seite zu den Studienergebnissen: HIER <-KLICK

Die zivilgesellschaftliche Organisation mit Expertise in diesem Bereich ist gerne ansprechbar für Pressevertreter*innen.


Gut zu wissen

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Quelle Text: Digitalcourage e. V.