Schäferfest in Hungen im Rahmen des Hirtenjahres

Mittwoch, den 19. August 2026 um 08:17 Uhr News Ticker - Aktuelles
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Stadtschäfer mit seiner Herde beim Umzug 2018 © U.Haupt
Stadtschäfer mit seiner Herde beim Umzug 2018 © U. Haupt

[Hungen] Das Schäferfest in Hungen ist ein kultiges Ereignis, das nur alle zwei Jahre stattfindet und deshalb einen besonderen Reiz neben der inhaltlichen Bedeutung hat. Das Zusammentreffen von traditioneller Schäferei, lebendigen Vorführungen, einem Festumzug, viel Musik und einer echten Kirmes macht es zu einem Highlight in Hessen: Die Innenstadt wird für vier Tage zur Bühne für Schäfer, Hütehunde, regionale Produkte und einem Programm, das von historischen Filmen bis zu sportlichen Wettbewerben reicht. Wer zudem authentische ländliche Kultur erleben möchte, findet hier eine der eindrucksvollsten eintrittsfreien Veranstaltungen Hessens.


Den Auftakt macht am Freitagabend die Club‑Nacht im Festzelt, bevor am Samstag das ganztägige Landesleistungshüten von 7 Uhr bis voraussichtlich zum frühen Nachmittag auf der Wiese im „Grassee“ den ersten Höhepunkt bildet. Parallel dazu kann man Hütevorführungen mit Border Collies sehen und eine professionelle Schafschur miterleben. Abends ab 18 Uhr steht dann der gesellige Schäferabend mit der Siegerehrung des Landesleistungshütens auf dem Programm.

An beiden Tagen bietet der Schäfermarkt regionale Produkte, Informationen zur Schafzucht und eine Schaf‑Rassen‑Vorführung durch junge Züchter. Ergänzend dazu werden ein historischer Kurzfilm im Seniorenzentrum und eine öffentliche Stadtführung für alle Interessierten angeboten.

Am Sonntagmorgen bestimmen die Jung‑Schäfer ab 10:30 Uhr auf dem Sportplatz beim Schäferlauf im fröhlichen Wettstreit das Schäferkönigspaar 2026, bevor ab 14 Uhr der Festumzug ab 14 Uhr mit vielen örtlichen Vereinen, Musikgruppen, Schäfern, Schafen, Hunden und dem Schäferkönigspaar über eine Ausweichroute durch die Beethoven‑ und Mozartstraße, den Müllerweg und die Niddaer Straße zum Festgelände zieht und dort mit der Übergabe des Hirtenstabes endet.

Abends sorgt die Musik der „High Spirits“ und am Sonntag der „B®ass Uff“ für Festzeltstimmung, während Fahrgeschäfte auf der Schäferkirmes das gesamte Wochenende Klein und Groß Spaß bereiten. Der Frühschoppen am Montag mit „Gaudi Power“ im Festzlt bildet den Abschluss.

Mehr dazu: www.hungen.de/freizeit-kultur/veranstaltungen-feste-und-maerkte/hessisches-schaeferfest/

Hinfinden: Lageplan <-KLICK

Quelle: Stadt Hungen


Nachtrag von HESSENMAGAZIN.de

Die Schäfereikultur gehört zu den ältesten kontinuierlich ausgeübten Landtraditionen Europas und hat sich über Jahrhunderte als eigenständiges Berufs‑ und Lebensmodell entwickelt. Ihr Ursprung liegt in der wandernden Hütehaltung, bei der Hirten große, oft weit verstreute Weideflächen nutzten und mit ihren Herden saisonal zwischen Sommer‑ und Winterweiden wechselten.

Diese Form der Landschaftsnutzung prägte ganze Regionen, schuf offene Kulturlandschaften und machte den Hirten zu einer zentralen Figur des ländlichen Lebens. Mit der Zeit entstanden feste Zunftstrukturen, eigene Rechtsformen, klare Ausbildungswege und ein ausgeprägtes Selbstverständnis, das sich in Symbolen wie dem Hirtenstab, der Hüteordnung und den Hütewettbewerben ausdrückt.

Die Schäferei blieb trotz Industrialisierung ein unverzichtbarer Bestandteil der Landschaftspflege, weil Schafherden Biotope erhalten, Verbuschung verhindern und traditionelle Weideflächen offen halten. Heute gilt sie als immaterielles Kulturerbe, das Wissen, Handwerk und Lebensweise über Generationen weitergibt und in Orten wie Hungen besonders sichtbar bleibt.


Das Internationale Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums 2026

Das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums 2026 (engl. International Year of Rangelands and Pastoralists – IYRP) ist eine weltweite Kampagne, die von der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN) koordiniert wird: https://iyrp.info/

Hintergrund und Ziele dieses bedeutenden Jubiläumsjahres im Detail:

Globale Bedeutung und Ziele

Brücke nach Deutschland und Hessen

Obwohl man beim Begriff „Pastoralismus“ oft zuerst an Nomaden in den Steppen Asiens oder Afrikas denkt, schlägt das Jubiläumabjahr eine direkte Brücke zur europäischen Kulturlandschaft:

In Hessen, einem Land mit tief verwurzelter Tradition in der Wanderschäferei, verbinden sich die globalen Ziele dieses Themenjahres direkt mit dem lokalen Handwerk. Die Schäfer leisten durch ihre naturangepasste Beweidung einen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zum Schutz der heimischen Kulturlandschaften.

Im Rahmen dieses Jubiläumsjahres gewinnen die traditionellen Hirtenzüge und regionalen Veranstaltungen an besonderer Bedeutung. Sie fungieren als lebendige Symbole für die Beständigkeit und die ökologische Notwendigkeit einer nachhaltigen Beweidung. Dabei dient ein symbolischer Hirtenstab als Zeichen der Verbundenheit, der auf seinem Weg durch Deutschland auch hessische Regionen erreicht, um die Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen und den Wert dieses Berufsstandes zu lenken.

Ein Höhepunkt dieser Bemühungen ist das Hessische Schäferfest in Hungen, das als bedeutende Plattform für den Austausch zwischen der Bevölkerung und den Praktikern dient. Hier wird die Tradition des Hütehundewesens ebenso zelebriert wie die moderne Rolle der Schäferei als Partner im Natur- und Klimaschutz.

Durch diese Veranstaltungen wird deutlich, dass das Hirtentum weit mehr ist als eine historische Reminiszenz; es ist eine zukunftsweisende Form der Landnutzung, die im Kontext des internationalen Hirtenjahres die notwendige gesellschaftliche Anerkennung erfährt. Die hessischen Schäfer zeigen dabei eindrucksvoll, wie sie traditionelle Hütekunst mit den Anforderungen eines zeitgemäßen Herdenschutzes und ökologischer Landwirtschaft in Einklang bringen.

Für uns recherchiert von KI-Gemini by Google :-)