[Hessen und Drumherum] Gestiegene Tierarztkosten durch die 2022 eingeführte Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) setzen Tierheime inzwischen unter massiven Druck. Laut einer Umfrage des Deutschen Tierschutzbundes bitten immer mehr Tierhalter um finanzielle Hilfe oder wissen nicht weiter und setzen ihre Tiere aus Geldnot aus – oft kranke oder alte Tiere, die schwer vermittelbar sind.
Gleichzeitig belasten die gestiegenen Behandlungskosten die Heime auch direkt. Fast 80 Prozent der befragten Einrichtungen berichten von deutlichen Mehrkosten und beziffern sie auf 30 bis 50 Prozent – und mehr.
Thomas Schröder, Präsident des Tierschutzbundes, kritisiert die mangelnde politische Unterstützung: „Ohne Spenden wäre in vielen Tierheimen längst das Licht aus.“
Die angepasste Gebührnordnung hat zwar die erweiterten Standards der Veterinärmedizin und die wirtschaftlichen Gegebenheiten der Tierärzte berücksichtigt. Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes eine wichtige Maßnahme, um tierärztliche Praxen, Kliniken und Notdienste flächendeckend zu erhalten. Doch da die Erhöhung mit weiteren Kostensteigerungen in allen Lebensbereichen einherging, traf sie Tierheime, Tierschutzvereine und Tierhalter hart.
Ein Problem sieht der Deutsche Tierschutzbund auch in der zunehmenden Übernahme von Tierkliniken und -praxen durch große Ketten, bei denen der wirtschaftliche Profit im Fokus steht. Dr. Romy Zeller, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund, empfiehlt Tierhaltern, sich frühzeitig über eine Tierkrankenversicherung zu informieren.
By the Way: Der Deutsche Tierschutzbund setzt sich bei der für 2026 geplanten Reevaluierung (Überprüfung oder Neubewertung) der GOT wenigstens für eine Entlastung von Tierschutzeinrichtungen ein.
Quelle Text: Deutscher Tierschutzbund e.V.