[Hessen] Oberhessen bezeichnet eine historische Region im mittleren Hessen. Früher war es eine eigene Verwaltungseinheit der Landgrafschaft Hessen und bis 1937 des Landes Hessen. Heute wird der Begriff vor allem landschaftlich und kulturell verwendet – für die Gegend rund um Gießen, in der Wetterau und dem Vogelsberg. Nun ensteht dort die erste interkommunale Landesgartenschau in Hessen. Die "Landesgartenschau Oberhessen 2027" findet vom 22. April bis 3. Oktober 2027 statt und wird nicht von einer einzelnen Stadt, sondern von elf Kommunen gemeinsam getragen.
Zu den beteiligten Städten und Gemeinden gehören: Büdingen, Gedern, Nidda, Ortenberg, Schotten, Echzell, Glauburg, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain und Ranstadt. Die Veranstaltung soll neue, ökologische und klimafreundliche Freizeit‑ und Begegnungsräume schaffen und "Oberhessen" nachhaltig stärken.
Rund 30 Millionen Euro Fördermittel fließen z. B. in den Stadtpark Büdingen, den Schlosspark Gedern, den Kurpark Bad Salzhausen sowie zahlreiche LEADER‑Projekte. Länger geplante Maßnahmen können dadurch jetzt umgesetzt werden. Die Landesgartenschau kann helfen, die Region sogar für junge Familien attraktiver zu machen – ob das gelingt, zeigt sich nach 2027.
Auch für die Wissenschaft wird die Idee interessant. Ab 1. März startet an der Justus‑Liebig‑Universität Gießen eine dreijährige Forschungsarbeit zu Wirkungen, Beteiligung und Evaluationsmethoden von Landesgartenschauen in Klein- und Mittelstädten. Die Region Oberhessen wird dabei als Beispiel gesehen, wie mehrere Kommunen zusammen ein großes Projekt umsetzen.
Zudem entsteht an der Gießener Uni eine Doktorarbeit, die das interkommunale Modell und die Außenwirkung untersucht. Außerdem begleitet das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft die Sache mit einer überregionalen Online‑Seminarreihe. Dadurch will man herausfinden, wie sich neue Gestaltungen, innovative Projekte und spezielle Kooperationen langfristig auf Alltag, Wahrnehmung und Entwicklung der Region auswirken.
Quelle Text: lgs-oberhessen.de