Neues über Adipositas und die gesundheitlichen Folgeprobleme

Donnerstag, den 12. März 2026 um 07:57 Uhr Das leibliche Wohl - Natürlich essen und mehr
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Wenn's gut schmeckt... Symbolbild KI-generiert [Welt] Die meisten Menschen mit Adipositas weisen bereits gesundheitliche Folgeerscheinungen auf und gelten nach neuen Diagnose-Kriterien als „klinisch adipös“. Zu diesem Resultat kommt eine Untersuchung unter Leitung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Der Body-Mass-Index (BMI) berechnet sich aus dem Körpergewicht geteilt durch die Körpergröße zum Quadrat (kg/m2) und dient seit vielen Jahren als einfaches Maß zur Einordnung von Übergewicht und Adipositas. Per Definition liegt eine Adipositas ab einem BMI von 30 kg/m2 vor. Der BMI allein ist aber für eine Diagnose nicht ausreichend.

In Fachkreisen wird diskutiert, ob starkes Übergewicht als eigenständige Krankheit oder "nur" als Risikofaktor für andere Erkrankungen zu bewerten ist. Im Frühjahr 2025 schlug eine internationale Expertenkommission von „The Lancet Diabetes & Endocrinology“ vor, die Diagnose durch zusätzliche anthropometrische Maße wie Taillenumfang und Körperfettanteil zu stützen. Zudem wurde eine Unterscheidung zwischen präklinischer und klinischer Adipositas angeregt.

Als klinisch adipös gelten demnach stark übergewichtige Personen, bei denen bereits Folgeerscheinungen wie Bluthochdruck oder erhöhte Blutzucker- beziehungsweise Blutfettwerte vorliegen. Eine klinische Adipositas wird als chronische Erkrankung eingeordnet, während bei einer präklinischen Adipositas die Funktion von Gewebe und Organen noch intakt sein sollte.

Aber wie häufig treten klinische und präklinische Adipositas in der Bevölkerung auf? Um diese Frage zu beantworten, haben die Forschenden des DIfE Daten von drei großen Studien ausgewertet: die US-amerikanische Bevölkerungsstudie NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey), EPIC-Potsdam (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) und TULIP (Tübinger Lebensstil-Interventionsprogramm).

Das Ergebnis: Bei nahezu allen Personen mit einem BMI von mindestens 30 kg/m2 bestätigte mindestens ein weiteres anthropometrisches Kriterium die Adipositas-Diagnose. Mehr als 80 Prozent der Betroffenen galten als klinisch adipös – mit steigender Tendenz bei höherem Alter und höherem BMI.

„Unsere Ergebnisse liefern eine solide Datengrundlage, um die neu vorgeschlagene Definition bewerten zu können“, sagt Dr. Catarina Schiborn vom DIfE. Nach Einschätzung der Forschungsgruppe scheint eine zusätzliche Bestätigung der Adipositas-Diagnose durch weitere anthropometrische Maße kaum erforderlich zu sein. Eine aufwändige Differenzierung zwischen klinischer und präklinischer Adipositas ist offenbar nicht nötig, angesichts des hohen Anteils an gesicherten gesundheitlichen Folgeerscheinungen bei Adipositas.

Quelle Text: Heike Kreutz, bzfe.de


Nachtrag von HESSENMAGAZIN.de: Falsches Essen macht dick... und krank!

1. Adipositas verändert das Belohnungsgefühl: Ein alter Freund sagte einmal: "Wenn's gut schmeckt, kann es doch nicht schlecht sein." Und meinte damit das industrielle Fertigessen, das er sich in Dosen und Aufreißpackungen in Supermärkten zusammenkaufte. Er wollte gar nicht hören, dass die künstlichen Zusatzstoffe darin sogar fressüchtig machen können.

2. Ja, einst waren Tütensuppen waren Retter in der Not... Und wenn meine Cousine heute schnell etwas auf den Tisch bringen muss, greift sie als gelernte Hauswirtschafterin tatsächlich ebenfalls zu Junkfood - Motto: "Man gönnt sich ja sonst nichts."

Ob Sie es glauben oder nicht: Nr. 1 ist inzwischen ganz plötzlich gestorben, Nr. 2 ist 20 Kilo zu schwer, hat rheumatische Gelenke und schon zwei künstliche Knie.

Mehr dazu siehe: www.hessenmagazin.de/natuerlich-essen/10898-thema-hochverarbeitete-lebensmittel.html <-KLICK