Das Pampern unserer Bauern geht weiter

Mittwoch, den 20. November 2019 um 07:00 Uhr Gut zu wissen - Landwirtschaft + Naturschutz
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Kommentar von Brigitta Möllermann HESSENMAGAZIN.de

Etwa die Hälfte aller Landwirte hält Rinder, um Milch, Fleisch oder beides zu erzeugen (c) HESSENMAGAZIN.de[Hessen - Welt] Ständig kommen in der Redaktion Meldungen aus Ministerien, von Naturschutzorganisationen sowie auch vom Bauernverband an. Fazit: Man kommt sich beim Lesen vor wie in einer Schulklasse, in der alle durcheinander reden (schreien...) und sich gegenseitig beschuldigen, während die Lehrerin versucht, Ordnung in das Chaos zu bringen.

Aktuell: Gerade wurde mal wieder eins von den vielen Förderprogramm im HALM (Hessisches Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen) für unsere Bauern neu aufgelegt.

Es nennt sich "Vielfältige Ackerkulturen" und unterstützt finanziell Landwirte, die nicht nur Monokulturen anbauen, sondern mindestens fünf (5) verschiedene, darunter eine pflegeleichtere "Eiweißpflanze" (Erbsen, Bohnen, Wicken, Klee, Luzerne...). So soll der Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln (beides CHEMIE) verringert werden.

Übersetzt auf die Schulklasse heißt das: "Wenn ihr nicht mehr so viel Dreck auf den Schulhof werft, bekommt ihr von uns Kekse."

Mehr über die Zuwendungen: HIER <-KLICK

An die Vernunft wird nicht mehr appelliert, es wird nur noch positiv konditioniert? Das ist anscheinend der einzig machbare Weg, die Landwirte davon abzuhalten, den Boden und das Grundwasser völlig zu verseuchen auf ihrem Weg, gnadenlos wirtschaftlich zu wirtschaften.

Kleiner Blick zurück: Hat sich das Thema "Höfesterben" damit nun endlich erledigt...?

Übersetzt auf die Schulklasse heißt das: "Unterrichtsverweigerer oder Schulschwänzer gibt es wohl nicht mehr."

Die Schulklasse ist vollständig erschienen. Wir möchten unsere Bauern ja nicht verlieren. Wer würde uns denn sonst die Teller füllen...

Achtung Mythos - Mit offenen Augen kommentiert: Lebensmittelerzeugung der Bauern <-KLICK


Julia Klöckners Behauptung: Der Tisch, den die Landwirte bereiten, ist reich gedeckt." ist Augenwischerei

In ihrer Broschüre "Landwirtschaft verstehen" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wird ganz klar auf Seite 5 ("Kann die Landwirtschaft Deutschland ernähren?") gesagt, dass wir sehr viel importieren müssen, um essen zu können.

ZITATE: Rund neun Zehntel seines Bedarfs an Lebensmitteln erzeugt Deutschland rechnerisch aus heimischer Erzeugung, wobei dies angesichts der Arbeitsteilung in einer globalisierten Wirtschaft und der vom Verbraucher gewünschten Vielfalt vor allem ein theoretisches Modell ist....

Obst und Gemüse werden in größerem Umfang eingeführt. Deutschland ist sowohl der drittgrößte Agrarimporteur der Welt... Die deutsche Landwirtschaft exportiert rund ein Drittel ihrer Gesamtproduktion. Im Saldo ist Deutschland aber Nettoimporteur, d. h. wir importieren mehr als wir exportieren.

Und auf Seite 26 liest man: "Welche Bedeutung hat der Anbau von Obst, Gemüse und Kartoffeln?"

ZITAT: Das hierzulande angebaute Obst und Gemüse reicht nicht aus, um die heimische Bevölkerung zu versorgen. Die heimische Landwirtschaft deckt den Gemüsebedarf der Deutschen zu rund einem Drittel, den Obstbedarf zu einem Fünftel. Was fehlt, muss importiert werden. Nur bei der Kartoffel ist die Erzeugung in Deutschland traditionell größer als der Verbrauch, ein Teil wird exportiert, also ins Ausland verkauft. (Zitat)


Tja, dann fragt man sich: Was treiben die Bauern denn so...?

Die Antwort steht schon auf Seite 4:"Wie wichtig ist die Landwirtschaft für Deutschland?"

ZITAT: Deutschland, das Land der Ingenieurskunst und Industrie, ist immer auch ein Land mit starker Landwirtschaft geblieben. Trotz dichter Besiedlung wird die Hälfte der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt. Fast eine Million Menschen erzeugen in rund 275.400 landwirtschaftlichen Betrieben Waren im Wert von mehr als 50 Milliarden Euro im Jahr. Die Landwirte versorgen uns mit hochwertigen und sicheren Nahrungsmitteln. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung weltweit und auch für die Energie- und Rohstoffversorgung. Sie gestalten und pflegen das Gesicht unseres Landes und sind wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Anker in den ländlichen Regionen.

AHA, da geht es wohl eher mehr um Exportgeschäfte...?!

PS: Infos zur Rinderhaltung und zum Export deutscher Landwirtschaftprodukte finden Sie auf der Seite 18 von "Landwirtschaft verstehen".


Den Erntebericht 2019 für

finden Sie HIER <-KLICK.


 

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