Crowdfunding: Das moderne Betteln

Mittwoch, den 13. Mai 2026 um 07:36 Uhr Gut zu wissen - Notiert !
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Spendenidee KI-generiert (c) Microsoft Copilot[Hier und heute] Abgesehen davon, dass man grundsätzlich immer versuchen kann, bei Geldmangel wohlmeinende Freunde und Verwande anzupumpen, ist es seit einigen Jahren möglich, über das Internet zu Spenden aufzurufen. Hat man viel Glück oder einen überzeugenden Supervortrag drauf, klingelt es bald in der Kasse - möglichst bis zum genannten Zielbetrag oder wasauchimmer-Ergebnis. Funktionierende Reizworte dabei sind Wunsch, Traum, Not, Retten etc., die die "Mengenfinanzierung", sprich: das Cowdfunding, anstoßen sollen.

Zu den führenden Plattformen für Crowdfunding zählt "GoFundMe", die weltweit von Privatpersonen, gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen genutzt wird, um finanzielle Unterstützung für Projekte, Vorhaben oder persönliche Anliegen zu sammeln. Die Plattform bietet eine benutzerfreundliche Oberfläche und eine große Reichweite, wodurch Kampagnen eine hohe Sichtbarkeit erzielen können.

Können... Zwinkernd

GoFundMe ging am 10. Mai 2010 online und markierte so den Beginn dieser heute weit verbreiteten Form des eleganten öffentlichen Bettelns. Natürlich verdienen zahlreiche weitere Anbieter auf diese Weise ebenfalls am mildtätigen Geldfluss. Bei jeder Transaktion zweigen sie sich einen gewissen Prozentsatz von der Spende ab, z. B. 2,9 % plus 0,25 € Zahlung. Diese Gebühren decken u. a. die Arbeit mit Zahlungsdienstleistern wie Banken, Stripe, PayPal usw..

GoFundMe steht in direkter Konkurrenz zu diesen alternativen Plattformen

Fundly, Indiegogo und Kickstarter decken ein breites Spektrum an Spenden‑ und Projektformaten ab, während Bonfire und Givebutter spezialisierte Funktionen für bestimmte Zielgruppen bieten.

Classy und Patreon richten sich vor allem an gemeinnützige Organisationen bzw. Kreative.

Mit FundRazr und Snowball stehen zudem umfassende Lösungen mit Social‑Media‑Tools und Spenderverwaltung bereit, während Donorbox auf maximale Einfachheit für Spender setzt. Dadurch haben Einzelpersonen und Organisationen zahlreiche Alternativen, um je nach Bedarf die passende Plattform neben GoFundMe zu wählen.

Nicht nur privat: "Fundraising verwandelt den finanziellen Bedarf in eine emotionale Botschaft"

Spendensammler, sprich: Fundraiser können übrigens als berufliche Beschaffer von Spenden auch echt professionell arbeiten, um am gesellschaftlich abgesegneten Betteln mitzuverdienen.

Das ist kein Witz: Die Arbeitsagentur weist den entsprechenden Beruf unter der Nummer 14549 so aus: "Fundraiser konzipieren Kampagnen, nutzen Direktmarketing, Online-Tools (Crowdfunding) oder Veranstaltungen, um Unterstützung für Projekte zu gewinnen. Es ist ein systematischer Prozess." Die erhoffte Vergütung in Deutschland wären für so einen Job ca. 5.218 € im Monat - Mehr dazu: HIER <-KLICK.

Fundraising zwischen Mitleid und Millionenumsatz – wie Emotionen letztendlich zum Geschäftsmodell werden

Als eigener Markt kommt noch die Weiterbildung für Fundraising dazu. Vom kostenlosen Einstieg und der zertifizierten Profi‑Schiene ist alles dabei bis hin zur strategischen Erarbeitung, um anderer Leute Geld locker zu machen.

Wer als Naturtalent nur Grundlagen braucht, findet sie in Online‑Seminaren des Deutschen Fundraising Verbands oder in den praxisnahen Kursen der betterplace academy. Für alle, die mehr wollen als Basiswissen, bieten die Deutsche Fördermittelakademie eine Ausbildung zur Manager:in zum Thema oder die NPO‑Academy sogar einen Lehrgang mit Abschluss.

Die Fundraising Akademie deckt das gesamte Spektrum ab – von Online‑Modulen bis zu berufsbegleitenden Studiengängen – und bleibt damit die zentrale Adresse für professionelle Qualifizierung.

Ergänzend liefern Munich Fundraising School und Haus des Stiftens spezialisierte Workshops, vor allem zu digitalen Themen. Auch kirchliche Träger wie die EKHN halten kompakte Grundkurse bereit, die sich an Ehrenamtliche und kleinere Organisationen richten.

Da staunt man nicht schlecht, wenn man bislang nur auf konventionelle Art sein Geld verdient hat, nicht wahr?!?

Übrigens verrät uns die KI-Recherche

Fundraising‑Erfolge hängen weniger vom tatsächlichen Bedarf ab als von der erzeugten Aufmerksamkeit, Emotionalisierung und Erzählbarkeit. Besonders wirksam sind Kampagnen, die eine einfache Handlung mit öffentlicher Sichtbarkeit verbinden – auch alberne Aktionen wie die Ice Bucket Challenge oder Movember.

Crowdfunding‑Plattformen erzielen hohe Summen, wenn Projekte klar verständlich sind und eine große Community erreichen, wie tränenreiche Einzelfallgeschichten, vor allem im Tierschutz. Dort, wo die Organisationen und oder Privatpersonen dramatische Rettungsstorys, etwa verletzte Hunde, ausgesetzte Katzen oder „letzte‑Chance‑Operationen“ nutzen.

Das erzeugt mehr Spendenbereitschaft, als der Aufruf eines naiven Musikers, der "es leider nicht geschafft hatte, die 150 Euro für den Rückflug von Teneriffa zusammenzukratzen."

Cool

Unbedingt sollte man das wissen

Nach eigenen Angaben auf ihrer Startseite werden über www.gofundme.com/de-de jede Woche über 45 Millionen Euro gesammelt.

Das bedeutet - und nun halten Sie sich fest: GoFundMe kassiert allein über Transaktionsgebühren zwischen 1,3 und 1,8 Mio. € pro Woche.

Die Plattform erzielt damit einen konstanten Millionenumsatz!

Unsere Erkenntnis zum Schluss: Die Sache funktioniert auf Gegenseitigkeit!

Ein Geschäftsmodell, das sich selbst finanziert, bevor es anderen hilft.

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Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de