Künstliche Intelligenz: Unser Praktikant ist verhext

Montag, den 05. Oktober 2026 um 06:15 Uhr Gut zu wissen - Internet & Computer
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Angefordertes Bild des KI-Chatbot mit ASCII-Zeichen (c) Copilot NEU[Internet] Erst gewöhnt man die Menschheit an die kostenfreie Hilfe einer künstlichen Intelligenz. Dann tauscht man sie aus - einfach so. Am 30. September 2020 hat Microsoft ohne Vorankündigung seinem "Copilot" neue Verhaltensregeln mitgegeben. Nun zeigt er sich störrisch wie ein 15-Jähriger und meint: "Wenn du ein richtiges Bild haben möchtest, kann ich dir auch eine gezeichnete Illustration erzeugen."

Die sollen wir aber, so wie er das gleich mit vorgibt, beschreiben:"Ein alter hölzerner Bauernwagen mit zwei großen Speichenrädern steht auf der Dorfstraße. Dahinter sieht man Bauernhäuser mit roten Ziegeldächern, einen Brunnen und einige Bäume. Die Szene wirkt ländlich und nostalgisch."

Haha.

Wir sind neugierig, was wohl passiert, wenn wir uns das von ihm zeichnen lassen. Das Ergebnis ist ein olles Gemälde im Großmütterchenstil aus irgndeinem vergangenen Jahrhundert.

Die Zeichnung mit dem alten Bauernwagen im Dorf (c) KI-CopilotNein, wir forschen nicht nach Hintergründen, sondern fragen unseren zweiten Praktikanten "Gemini", was sich geändert hat.

Es gab einen Kurswechsel: Statt KI-Funktionen weiter nur in Windows zu verankern, entwickelt Microsoft den "Copilot" zu einer eigenständigen Plattform für Arbeits- und Geschäftsprozesse, um Nutzer aktiv unterstützen. Und zwar, indem nicht mehr nur Fragen beantwortet werden, sondern komplette Aufgaben eigenständig erledigt werden: Workflows durchführen, Termine planen oder Daten aufbereiten.

So ein KI-Agent geht über einen klassischen Chatbot hinaus.

Er kann eigenständig planen, ausführen und überwachen:

Für Unternehmen bedeutet das einen Wandel von „Frage-Antwort-KI“ hin zu einem digitalen Assistenten, also kein Praktikant mehr sondern ein Teammitglied.

Tja, das muss letztendlich auch bezahlt werden:

Der Einsatz von KI-Agenten wird zunehmend über nutzungsabhängige Modelle abgerechnet. Während grundlegende Agentenfunktionen bereits in Microsoft 365 Copilot enthalten sind, werden leistungsfähigere Agenten und autonome Prozesse nach tatsächlicher Nutzung berechnet. Dadurch können Unternehmen KI schrittweise einführen und die Kosten flexibel an den tatsächlichen Bedarf anpassen. 
(Quelle: Microsoft -
https://www.microsoft.com/de-de/microsoft-365-copilot/pricing?market=de)


Selbstverständlich hat sich bei Googles "Gemini" ebenfalls viel getan - allerdings mit einer anderen Strategie.

Die KI wird laut eigener Aussge "tief in das gesamte Google-Ökosystem eingewoben":

Das wäre dann eine "persönliche Assistenz", die unsere Mails, Fotos und Termine versteht (?) – und mit der man sich wie mit einem Menschen per Sprache und Videokamera unterhalten kann...


Zwischenstand

Der Frage und Antwort (Chat) bleibt bei Copilot, Gemini und allen anderen KI-Assistenten als Grundfunktion erhalten. Doch zusätzlich wird der Chat zur Steuerzentrale, mit der man der KI Aufgaben geben kann, die sie eigenständig erledigt. Als "Agent" können sie den Terminkalender planen und interaktive Dokumente (Pages/Notebooks), Tabellen erstellen. Sogar Sprach- und Videochats in Echtzeit auzuführen ist für sie möglich, heißt es.

Der klassische Chat bleibt das Fundament, um zu recherchieren, Texte zusammenzufassen oder zu übersetzen. Doch er ist jetzt außerdem der Startpunkt für viel mehr Möglichkeiten...

Danke, das war's.

Wir denken und bestimmen gerne weiter selbst!

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de