[Deutschland] Wir Menschen waren auf dem Mond und sammeln gerade Bodenproben auf dem Mars, haben es aber bisher nicht geschafft, unsere Abwässer richtig zu klären. Erst ca. 50 von rund 7.000 Kläranlagen in unserem Land sind mit einer weiteren Reinigungsstufe ausgestattet, die zusätzlich Mikrostoffe, Schwermetalle, Arzneimittelrückstände und andere Chemikalien herausfiltern soll. Nun fördert Hessen mit mehr als zehn Millionen Euro diese vierte Reinigungsmöglichkeit in Weiterstadt.
Spurenstoffe - Rückstände aus Medikamenten, Putzmitteln oder Pestiziden - kommen mittlerweile nicht nur in Flüssen und Seen, sondern auch im Grundwasser vor. Mörfelden-Walldorf war in Hessen die erste Kommune, die gefördert vom Land mit rund 6,2 Millionen Euro ihre Kläranlage aufgerüstet hat. Die Anlage verfügt nun über eine bisher einzigartige Verfahrenskombination mit Ozonung, Pulveraktivkohle und Tuchfiltration. In Weiterstadt ist diese Erweiterung ebenfalls geplant. (Quelle: Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat)
Bisher wird nur ein Teil der "eingeleiteten Frachten" in drei Standardstufen aus dem Abwasser entfernt, bevor es wieder in Bäche, Flüsse und Seen oder das Meer eingeleitet wird bzw. zur Bewässerung in der Landwirtschaft oder in industriellen Prozessen verwendet werden kann.
Die EU-Kommission wird jedoch die vierte Reinigungsstufe bis 2045 für alle großen Kläranlagen vorschreiben. So lange wird das Abwasser weiterhin aus Tausenden von Haushalten zentral über die vorhandenen Kanäle gesammelt.
Auch das Wasser, das aus Produktionsprozessen der Industrie stammt, sowie Regenwasser von Dächern, Straßen und aus der Landwirtschaft führt Schmutz, Öl, Pestizide und andere Verunreinigungen mit sich und kann bis dahin nur mechanisch, biologisch oder chemisch gereinigt werden.
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Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de