Blühfelder und andere Gelddruckmaschinen

Montag, den 24. Mai 2021 um 08:13 Uhr Gut zu wissen - Landwirtschaft + Naturschutz
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Acker - Felder - Raps und mehr (c) HESSENMAGAZIN.de
Im Mai 2021: Äcker, Felder, Grünland, Raps und kein Blühfeld (c) HESSENMAGAZIN.de

[Hessen und Drumrum] Man nehme als notleidender Bauer ein Feld bzw. einen Acker in der Größe von 1,5 Fußballfeldern im Irgendwo auf dem Land und säe darauf einjährige Zwischenfüchte* aus, die im Herbst von selbst verschwinden, means: abfrieren. Im Fachhandel bekommt man für Felder oder blühende Randstreifen passende "Greening"-Mischungen - komplett als" Saaatgut für alle Stadtortverhältnisse im optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis".

Möglichst bunt blühend sollte die Auswahlmischung fürs Feld sein, wenn man sich für die aktuelle Saison Paten (Geldspender) suchen will, die unbedingt mithelfen möchten, das vertrackte Bienensterben aufzuhalten.


Auf und Gegenrechnung - Kalkulation für so eine Blühfeld-Aktion

"Nahrungsquellen für Nützlinge samt ansprechendem Blühaspekt"

kosten im AGRARHANDEL zum Beispiel HIER <-KLICK.

Also: 1 kg für ca. 4 Euro netto / 15 Kilo pro Hektar = 60 Euro / bei 50 % Deckung

Gesamtkosten für einen 12.000 qm Acker = 1,2 Hektar = 72 Euro

+ Paten-Mitmachgebühr = 1 Euro pro qm (Mindestgröße 20 qm = 20 Euro)

Einnahmen = 12.000 Euro minus 72 Euro netto Ausgaben = 11.928 EURO  :-)))

plus dazu die staatliche Förderung als ökologischen Vorrangfläche = 30 % der Direktzahlungen als Greeningprämie <-KLICK


Weitere Vorteile liegen auf der Hand

Nach der Einsaat muss man sich als Ackerbesitzer nicht viel um den Kram kümmern. Alles wächst ja irgendwie von alleine. Außer ein paar Einladungen zur Besichtigung für die Presse, Obrigkeit und die Paten - oder auch das Senden von Fotos über den Fortschritt der Aktion - hat man recht wenig Arbeit damit.

Trotzdem profiliert man sich ganz bauernschlau als überzeugter Klimaschützer und Naturfreund... und sahnt eventuell am Ende zusätzlich noch einen Umweltpreis von der Regionalregierung ab. Und das egal, ob Bienen (Honig- oder die wilden Bestäuberinnen <-KLICK) überhaupt dort jemals vorbeigekommen sind... oder sie das Feld im (n)Irgendwo möglicherweise gar nicht gefunden haben.

Tja, vielleicht sollte man/frau irgendwann mal kapieren, dass eine winzige Ecke mit Tagetes, Sonnenblumen, Phacelia plus die (nicht im Bestand gefährdeten) Honigbienen in der riesigen Agrarlandschaft unsere Welt nicht retten können!

Als zahlender Pate für ein Stückchen Blühfeld beruhigt man/frau lediglich sein/ihr Gewissen. Sichert aber andererseits dem Feldbesitzer (Landwirt) das Überleben (wir wissen schon: Höfesterben und so!) oder auch den Ausgleich für seinen befürchteten Einkommensverlust durch staatliche Greening-Auflagen: HIER <-KLICK.


Gut zu wissen

Als Zwischenfrucht oder Untersaat bezeichnet man in der Landwirtschaft Pflanzen, die zeitlich zwischen anderen zur Hauptnutzung dienenden Feldfrüchten zwecks Gründüngung oder als Tierfutter angebaut werden. Dadurch verbessert sich die Bodenstruktur und mit entsprechenden Bodendeckern wird zudem verhindert, dass die Erde austrocknet und weggeweht wird (Erosion).

Natürliche "Schädlingsbekämpfung" inklusive

Bunte Studentenblumen (Tagetes) sowie Ringelblumen wehren gleichzeitig Nematoden und Drahtwürmer ab, die u. a. Fraßschäden an Ackerbaukulturen anrichten. Lavendel halt Blattläuse fern. Und die Goldrute ist eine Bienenfutterplanze, die bis in den Oktober blüht und dadurch Insekten Nahrung bietet.

Ein paar Grundsätze aus dem Ökolandbau: HIER <-KLICK.

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de

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