Endlich werden die Nächte länger und damit letzendlich hoffentlich kühler

Sonntag, den 21. August 2022 um 07:28 Uhr Gut zu wissen - Klima - Wetter - Wandel
| Drucken |

Temperatur am Sonntagmorgen, den 21. August 2022 (c) HESSENMAGAZIN.de[Hanau in Hessen] Da es keine echte Großwetterlage mehr gibt, atmete man heute wenigstens in Hanau auf: In der ersten Nacht, die nicht als tropisch angesehen wurde, konnte man endlich wieder einmal durchschlafen. Kein Ventilator brummte, die Luft kühlte draußen auf 17 Grad ab. Und die Luftfeuchtigkeit betrug angenehme 54 %. Drinnen war es noch 23 Grad warm und etwas trockner, doch immerhin noch 45 %.

Lassen wir Wikipedia mal in dieser Angelegenheit zu Wort kommen:

Unter einer Tropennacht versteht man in der deutschsprachigen Meteorologie eine Nacht, in der die niedrigste Lufttemperatur zwischen 18 und 06 Uhr UTC nicht unter 20 °C fällt.

Im relativ kühlen deutschsprachigen Raum Europas gibt es im Durchschnitt nur einige wenige Tropennächte pro Jahr, so misst man etwa an der Station Heidelberg im langjährigen Mittel (1981–2010) 4,5 Tropennächte pro Jahr, in der Innenstadt von Wien werden immerhin 15 Tropennächte pro Jahr registriert. Daher handelt es sich eher um Ausnahmeerscheinungen. Kennzeichnend sind Tropennächte für Hitzewellen. Infolge der globalen Erwärmung geht man zukünftig von einer Zunahme der tropischen Nächte aus oder stellt sie bereits fest. Beispielsweise zeigen die Klimatabellen des Meteorologischen Instituts (MIM) der LMU München für den Zeitraum von 1982 bis 2002 eine durchschnittliche Anzahl von 1,7 Tropennächten pro Jahr.
Von 2003 bis 2018 erhöhte sich die Anzahl auf durchschnittlich 5,25 Tropennächte pro Jahr. Tropennächte sind aus medizinischer Sicht problematisch für den Menschen und gelten als besonders belastend für alte oder körperlich geschwächte Personen.


Der Autor dieser Information hat leider - so wie es ständig alle tun - NUR alte und körperlich geschwächte Personen als besondere betroffen beschrieben. Was aber ist mit dem Baby, dem Hund, den von der Arbeit ausgepowerten Leuten wie Fahrradkuriere, dem Penner ohne Zuhause oder dem Sportler, der nach dem Abendjogging "auf dem letzten Loch pfeift"?

Heiße Nacht - drinnen und draußen (c) HESSENMAGAZIN.dea
Heiße trockene Nacht - drinnen und draußen am 15. August 2022 um kurz nach 20 Uhr (c) HESSENMAGAZIN.de

Freuen die sich etwa darüber, dass schon das dünnste Laken beim Schlafen lästig ist, die Wohnung aufgeheizt ist und man genervt bis morgens aufs Lüften warten muss, weil die Wetterfrösche nächtliche Gewitter mit Starkregen vorhergesagt haben?

Und schauen wir vielleicht allesamt erwartungsfroh auf die nächsten Tage, die der Radiomoderator ignorant als "Badewetter" bezeichnet - obwohl wir acht Stunden am Schreibtisch durchhalten müssen, als Krankenschwester hechelnd im überalterten Hospital den Job absolvieren, Bauarbeiter, Gärtner, Forstleute oder Marktbeschicker fluchen über den Sonnenbrand auf der Glatze und Tierpfleger stundenweise Wasser versprühen, um ihre Schützlinge nicht umkippen sehen zu müssen.

PS: Nur die Tankstellenkassierer haben gut, denn Kasse und Brötchentheke werden in der Regel von einer Klimaanlage auf Frösteltemperatur runtergekühlt...

By the way: Der Blick auf die Vorhersage unseres amtlichen Deutschen Wetterdienstes* frustiert. Da ist höchst ungenau von NORDEN, SÜDWEST, im WESTEN... in den HOCHLAGEN usw. die Rede. Wer bitte, weiß denn WO das zu lokalisieren ist?

Selbst nachgucken: www.dwd.de/DE/wetter/vorhersage_aktuell/hessen/vhs_hes_node.html

* Der Deutsche Wetterdienst ist lt. Impressum www.DWD.de eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr.

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de