[Hessen und Drumherum] Der Ahorn gehört in Hessen zu den typischen Laubbaumarten. Er ist sommergrün, weist handförmige Blätter auf und bildet geflügelte Spaltfrüchte. In Hessen prägen die Arten sowohl naturnahe Wälder als auch die von uns gestaltete Kulturlandschaft. Besonders verbreitet sind Bergahorn, Spitzahorn und Feldahorn.
Der Bergahorn dominiert in Vogelsberg, Rhön und Kellerwald, erreicht bis zu vierzig Meter Höhe, kann mehrere Jahrhunderte alt werden und bevorzugt frische, kalkhaltige, tiefgründige Böden. Er gilt allerdings für Pferde als problematisch, weil seine Samen und Keimlinge toxische (giftige) Stoffe enthalten, die bei ihnen schwere Muskelschäden verursachen können. Andere heimische Ahornarten sind diesbezüglich unbedenklich.
Der Feldahorn ist kleiner, trockenheits- und hitzetolerant, steht häufig an Waldrändern und in Heckens und kommt vor allem in wärmeren, kalkreichen Regionen wie der Wetterau vor. Der Spitzahorn ist in Wäldern und Siedlungsbereichen verbreitet, wächst bis etwa dreißig Meter hoch und zeigt eine markante gelbe Herbstfärbung.
Blätter unserer häufigsten Ahornbäume - KI-generiert (c) Copilot
Weltweit gibt es etwa 150 bis 200 Ahornarten (Gattung Acer), die überwiegend in der nördlichen gemäßigten Zone vorkommen. In Europa sind nur wenige Arten heimisch – in Deutschland und Hessen hauptsächlich die hier genannten. Weitere Arten wie Silberahorn, Zuckerahorn oder Japanischer Fächerahorn stammen aus Nordamerika bzw. Ostasien und werden bei uns meist als Zierpflanzen kultiviert.
Wichtig für Insekten: Unsere Ahornarten blühen im Frühjahr, je nach Art zwischen März und Mai. Die unscheinbaren, kaum duftenden Blüten stehen in lockeren Büscheln oder hängenden Rispen, sind gelblich‑grün. Beim Spitzahorn erscheinen die Blüten vor den Blättern und wirken auffällig gelb. Beim Bergahorn kommen Blätter und Blüten gleichzeitig, die Blüten hängen in Rispen. Der Feldahorn zeigt kleine, gelbgrüne Doldentrauben, die ebenfalls früh im Jahr erscheinen.
Die Pflanzen vermehren sich vor allem über geflügelte Samen, die vom Wind weit getragen werden und auf offenen Bodenstellen zuverlässig keimen. In den ersten zwei bis drei Wochen bildet der Ahorn nur die Keimblätter und einen kurzen Spross von wenigen Zentimetern. Ab etwa Woche vier erscheinen die ersten echten Blätter, und der Keimling erreicht meist 5–10 cm Höhe.
Im ersten Vegetationsjahr wächst ein junger Ahorn – je nach Art und Standort – typischerweise 20–40 cm, beim Bergahorn unter guten Bedingungen auch etwas mehr. Entscheidend ist die Bodenqualität. Die flach wurzelnden Pflanzen benötigen einen durchlässigen, humosen, mäßig nährstoffreichen Boden. Bindiger Lehm oder toniger Boden muss mit Sand und Kompost verbessert werden.
- Der Bergahorn verträgt auch Höhenlagen wie im Vogelsberg.
- Der Spitzahorn bevorzugt nährstoffreiche Gartenböden und kommt auch mit Stadtklima gut zurecht.
- Der Feldahorn ist die toleranteste Art: trockenheitsfest, hitzeverträglich, ideal für Hecken und strukturreiche Gärten.
Viele Gehölze wie Feldahorn, Hainbuche, Liguster und Weißdorn lassen sich übrigens gut über Stecklinge vermehren. Der Feldahorn ist dabei besonders unkompliziert: junge, halbverholzte Triebe im Sommer schneiden, in lockeres Substrat (Erdegemisch) stecken und feucht halten. Die Bewurzelung erfolgt zuverlässig, wenn der Boden nicht verdichtet oder zu nass ist.
Wer es nicht abwarten kann: Im Gartenmarkt bekommt man in der Regel Bergahorn, Spitzahorn und mehrere Zierahorne.
Für eine heimische Hecke oder naturnahe Pflanzung ist der kleinere Feldahorn die richtige Wahl. Der großwachsende Bergahorn ist die robuste heimische Art, günstig und für fast jeden Gartenboden geeignet. Spitzahorn wird gern als Blutahorn oder Kugelahorn verkauft, ist größer und kostet mehr. Japanische Ahornsorten sind nur Ziergehölze, deutlich teurer, aber farblich attraktiv.
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de