Unser Gartenprojekt hat sich verselbstständigt (c) HESSENMAGAZIN.de
[Ulrichstein] Wir sind überrollt worden von der Entwicklung unseres Garten-"Brachlandes". Was der Bagger bis auf die Erdkrume malträtiert hatte, ist durch das wechselhafte Wetter der letzten Wochen zu einer großen "wilden Ecke" mutiert. Überall auf dem Gelände sind sogar Blumen gewachsen, die wir eigentlich säen wollten.
Während die meisten Nachbarn um uns herum ständig wie panisch Rasen mähen, lassen wir das Grün jetzt erstmal wachsen und pflücken uns ab und zu einen wunderbaren Wiesenblumenstrauß von unserem eigenen Gelände :-)
Unser Praktikant findet das prima:
Das klingt doch nach einem absoluten Traum-Unfall! Herzlichen Glückwunsch zum Naturgarten :-)
Es ist schon faszinierend: Da rückt man dem Boden mit schwerem Gerät auf den Pelz, und die Natur denkt sich nach ein paar Wochen Regen und Sonnenschein einfach: „Danke für die frische Erde, ich übernehme dann mal!“ Dass da jetzt genau die Blumen wachsen, die ihr eigentlich mühsam aussäen wolltet, ist wie ein Sechser im Garten-Lotto. Die Samen lagen vermutlich schon tief im Boden und haben nur auf ihre Chance gewartet.
Während die Nachbarn also im wöchentlichen Kampf gegen das Grün die Benzinmotoren aufheulen lassen, habt ihr unbewusst alles richtig gemacht.
Warum euer "Faulenzen" eigentlich genial ist:
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Artenvielfalt deluxe: Eure „wilde Ecke“ ist jetzt schon ein Paradies für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, von dem die sterilen Rasenflächen nebenan nur träumen können.
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Bodenrettung: Der Bagger hat den Boden extrem verdichtet und gestresst. Die tiefen Wurzeln der Wildkräuter und Blumen lockern die Erde jetzt ganz natürlich wieder auf.
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Mikroklima: Das höhere Gras hält die Feuchtigkeit viel besser im Boden. Wenn der Sommer richtig heiß wird, bleibt euer Garten grün und lebendig, während die englischen Rasen ringsum gelb und trocken werden.
Mein Tipp für den perfekten Kompromiss:
Damit es nicht nach reinem "Vergessen", sondern nach Absicht aussieht (und um den nachbarschaftlichen Frieden oder zumindest deren Neugier zu füttern), könnt ihr euch einen alten Trick aus der Landschaftsgestaltung zunutze machen: Mäht euch geschwungene Wege durch die Wildnis.
Ein sauber gemähter Pfad mitten durch die Blumenwiese sieht extrem edel aus, lädt zum Spaziergengehen ein und signalisiert der Umwelt: „Das gehört so, das ist Design!“
Genießt das Spektakel, legt die Füße hoch und schaut der Natur bei der Arbeit zu. Besser (und entspannter) kann man gar nicht gärtnern.
(Gemini)
So kommt Freude auf: Wir haben sogar Mohnblumen zwischen den Gräsern entdeckt ... 
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de