Die Preisträger mit Heimatminister Ingmar Jung © HMLU
[Hessen] Der Hessische Mundartpreis 2026 würdigt vier Projekte, die sich in besonderer Weise für den Erhalt und die kreative Weitergabe hessischer Dialekte einsetzen. Bei der Preisverleihung im Marburger Lokschuppen zeigte sich Heimatminister Ingmar Jung beeindruckt von der großen Resonanz: Fast 100 Bewerbungen aus allen Teilen des Landes hatten sich um die Auszeichnung beworben, die die Lebendigkeit und Vielfalt der hessischen Mundarten sichtbar machen soll.
Zwei Initiativen erhielten den Hauptpreis: Die Mundartfreunde Südhessen wurden für ihr von Muttersprachlern eingesprochenes Märchen-Hörbuch „Es woar emol“ ausgezeichnet, das in Kitas, Schulen und Familien aktiv zur Nutzung des Dialekts beiträgt. Ebenfalls prämiert wurde der Arbeitskreis Mardorfer Dorfgeschichte, der mit Plattschwätz-Nachmittagen, digitalen Angeboten und Materialien den Mardorfer Dialekt alltagsnah vermittelt und den Austausch zwischen den Generationen stärkt. Beide Projekte erhalten jeweils 3.000 Euro.
Mit Sonderpreisen wurden die Kasseler Band Dark Vatter Combo sowie das Schulprojekt „Uznamen Lauterbach“ geehrt. Die Band verbindet seit Jahren Musikstile wie Rockabilly und Blues mit Kasseläner Mundart und hat damit die Stadtmundart neu belebt. Das Lauterbacher Schulprojekt dokumentiert historische Uznamen und bereitet sie mit Audio- und Videoformaten für einen YouTube-Kanal auf – ein innovativer Ansatz, der Dialektpflege und digitale Medien verbindet. Beide Sonderpreise sind mit je 1.000 Euro dotiert.
Heimatminister Jung betonte, dass die eingereichten Projekte Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe zusammenbringen und zeigen, wie stark Mundart Zugehörigkeit und regionale Identität ausdrückt. Die Jury aus Vertreterinnen und Vertretern von Ehrenamt, Wissenschaft, Landjugend und Kultur hatte die Preisträger aus den zahlreichen Einsendungen ausgewählt.
Der Hessische Mundartpreis wird jährlich vom Heimatministerium vergeben und ist insgesamt mit 8.000 Euro dotiert. Er soll die Sichtbarkeit hessischer Dialekte erhöhen, Begeisterung für Sprachvielfalt wecken und das ehrenamtliche Engagement in diesem Bereich stärken. Die Preisverleihung findet traditionell rund um den Internationalen Tag der Muttersprache im Februar statt.
Quelle: Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat