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Home Vogelsbergarten in Ulrichstein Regionale Arten erhalten und Insekten eine Heimat bieten

Regionale Arten erhalten und Insekten eine Heimat bieten

Im Vogelsberggarten Ulrichstein: Kulturpflanzen-Aktion statt Pflanzenbörse

Schmetterling: Geflügelter Besucher im Bauerngarten (c) HESSENMAGAZIN.de
Schmetterling: Geflügelter Besucher im Bauerngarten (c) HESSENMAGAZIN.de

[Ulrichstein / Vogelsberg] Im Frühjahr brachte Ernst Happel, der „Gründervater“ des Vogelsberggartens, seine ersten Pflanzen-Nachzuchten nach Ulrichstein hinauf. Als Blumen für heimische Gärten werden sie seit Mitte Mai immer wieder an Privatleute gegen eine Spende abgegeben. Darunter sind hauptsächlich Futterpflanzen für Bienen und Schmetterlinge, z. B. Mariendistel, Bartnelke, Nieswurz, Katzenminze, Garten- und Weisensalbei und viele andere mehr.

Radiointerview des HR1 © Brigitta Möllermann
Radiointerview des HR1 © Brigitta Möllermann

Im Mai freute man sich in Ulrichstein über erneutes Medieninteresse. Eine Redakteurin des HR1 interviewte im Rahmen einer Naturparkserie vor Ort im Vogelsberggarten die beiden Geschäftsführer, Rudolf Frischmuth (Naturpark Vulkanregion Vogelsberg) und Richard Golle (Vogelsberggarten Ulrichstein). Zu ihrer Frage: „Wo hat der Vogelsberg die Nase vorn?“ wurden ohne Zögern als Besonderheiten erstens der Vulkanismus genannt – und zweitens: „Durch die Region führen überhaupt keine großen Straßen.“

„Seitdem der Vogelsberggarten immer bekannter und damit erfreulicherweise auch das Besucheraufkommen höher wird, sind leider inzwischen oft Verunreinigungen auf dem Gelände zu finden,“ musste Richard Golle jedoch bemerken. „Ob Zigarettenkippen, Papier oder Hinterlassenschaften von Hunden – man sollte eigentlich wissen, dass so etwas schädlich für die Natur ist!“

Am Schlossberg: Besucher im Kräutergarten (c) Brigitta Möllermann
Am Schlossberg: Besucher im Kräutergarten (c) Brigitta Möllermann

Bislang werden wegen der Corona-Pandemie noch keine offenen Führungen auf dem Ulrichsteiner Schlossberg angeboten. Allerdings sind botanische Rundgänge für Gruppen bereits buchbar. Eine zweistündige Führung mit bis zu 15 Teilnehmern gibt es zum Naturpark-Tarif für insgesamt 50 Euro.

Der Förderverein freut sich immer über Unterstützung, auch in Form von Spenden. Für das Kleingeld wurden auf dem Gelände abschließbare Säulen aufgestellt. Weiterhin kann man jederzeit Mitglied werden sowie auch als Pate im Vogelsberggarten mithelfen. Für neue Projekte plant man zudem, in der nächsten Zeit Sponsoren anzusprechen, weil im kommenden Jahr der Vogelsberggarten sein 20-jähriges Bestehen feiert..

Patinnen bei der Arbeit im Anzuchtbeet © Brigitta Möllermann
Patinnen bei der Arbeit im Anzuchtbeet © Brigitta Möllermann

Neun naturinteressierte Paten unterstützen zurzeit regelmäßig die Arbeit im Vogelsberggarten. Einmal in der Woche treffen sie sich während der Saison für bis zu drei Stunden auf dem Schlossberg zur Gartenarbeit. Aufgrund der Corona-Beschränkungen beschäftigen sie sich im Moment maximal zu dritt an den Beeten, und bei den Abschlussbesprechungen achten sie ebenfalls auf den richtigen Abstand.

Alle Paten haben übrigens per Vereinbarung ein Stimmrecht als Ehrenmitglied im „Verein der Freunde und Förderer des Vogelsberggartens“. Zusätzlich bekommen sie als Anerkennung für ihre Hilfe bei der Pflege der Themenbeete eine Zehnerkarte für das örtliche Badebiotop. Weiterhin können sie kostenfrei am jährlichen Tagesausflug des Teams teilnehmen, der in diesem Jahr vorerst jedoch noch nicht stattfinden kann.

Erfolgreiche Kreuzkraut-Aktion: Weniger als die Hälfte wurde gefunden und ausgestochen

Wie immer im Sommer wurde Mitte Juli zu dem jährlichen Aktionstag auf den Schlossberg eingeladen. An einem Samstag waren ab 14 Uhr freiwillige Helfer und sogar Bürgermeister Edwin Schneider erschienen. Mit gehörigem Corona-Abstand ging es für zwei Stunden auf die Pirsch nach dem Jakobskreuzkraut, das für manche Tiere giftig ist. Zum Dank für ihre Mitarbeit wurden alle abschließend zu einer lockeren und informativen Gespächsrunde bei Kaffee und Kuchen eingeladen. Das Ziel der gemeinsamen Aktion ist es, über das Jakobskreuzkraut (lat. Senecio jacobaea) zu informieren und es zurückzudrängen, bevor es sich nach der Blüte unkontrolliert ausbreitet.

Quelle Text + Fotos: Brigitta Möllermann, www.HESSENMAGAZIN.de

 

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