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Klimakrise und Luftverschmutzung: Emissionsrückgang ist ein Einmaleffekt

Chancen für einen nachhaltigen Neubeginn nutzen

Blauer Himmel = saubere Luft? (c) HESSENMAGAZIN.de[Hessen - Welt] „Die Corona-Krise ist eine schwierige Zeit für uns alle – für die Umwelt ist sie eine kleine Atempause: Weniger Verkehr, Lärm und Hektik auf den Straßen, sauberere Luft. Dieser Eindruck darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Herausforderungen für Klima und Umwelt weiterhin bestehen. Jetzt, wo die dringend notwendigen Anstrengungen für die wirtschaftliche Erholung gemacht werden, sollten wir die Chance nutzen, dass die Krisenbewältigung mit dem Umwelt- und Klimaschutz Hand in Hand geht“, erklärte Umweltministerin Priska Hinz auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am 21. Mai 2020.

Der Verkehr war stark zurückgegangen

Dass sich die Luftqualität in den vergangenen Wochen verbessert hat und auch weniger klimaschädliche Treibhausgase ausgestoßen wurden, belegen Messungen und Berechnungen des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Verglichen mit der Zeit vor dem Corona-Lockdown ist der Straßenverkehr in Hessen im Mittel zwischenzeitlich um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen. Dadurch wurden auch weniger Schadstoffe ausgestoßen: Im Mittel über alle verkehrsnahen Stationen sanken die Stickstoffdioxid-Werte um circa 35 Prozent.

An manchen Stationen wurden noch nie so niedrige Werte gemessen. Auch der Flugverkehr am Frankfurter Flughafen ist seit Mitte März drastisch zurückgegangen: Normalerweise sind stark erhöhte Konzentrationen bei den so genannten ultrafeinen Partikeln (UFP) zu beobachten, wenn der Wind aus Richtung des Flughafens weht. Seit März aber liegt die UFP-Konzentration in Raunheim bei Wind aus Richtung Flughafen aktuell im Mittel etwa 40 Prozent niedriger als sonst bei gleichen Windbedingungen.

„Diese Daten zeigen ganz klar: Weniger Verkehr führt zu weniger Abgasen, besonders beim Stickstoffdioxid. Dies ist aber kein Anlass, Maßnahmen der Luftreinhalteplanung infrage zu stellen, sondern gerade ein Beleg für deren Sinnhaftigkeit. Denn der Corona-Effekt ist nur von kurzer Dauer – der Straßenverkehr normalisiert sich bereits wieder, damit kehren wir zu alten Immissionsbelastungen zurück. Corona hat uns gezeigt: Reduktion ist möglich – wenn wir müssen, können wir uns beschränken. Mit dieser Einsicht sollten wir nach dem Lockdown nicht so weitermachen wie bisher“, sagte HLNUG-Präsident Prof. Dr. Thomas Schmid.

Aus der Krise lernen: Klimafreundliche Mobilität fördern

Weniger Autoverkehr bedeutet auch weniger Treibhausgasausstoß. Zahlen zum Ausstoß von Treibhausgasen basieren, anders als bei der Luftqualität, nicht auf Messungen, sondern auf Berechnungen. Relativ gut lassen sich derzeit die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf den Treibhausgasausstoß des Kfz-Verkehrs abschätzen, da hier die Daten zum Rückgang der Verkehrszahlen während des Lockdowns verfügbar sind.

Bei Annahme einer hessenweiten Verkehrsreduktion während des Lockdowns von 40 Prozent und einer Dauer von sieben Wochen (23. März bis 10. Mai 2020) beläuft sich das eingesparte Treibhausgaspotenzial (Kohlendioxid, Methan und Lachgas) für den Kfz-Verkehr auf insgesamt circa 742.000 Tonnen. Bezogen auf die Jahresemissionen des Kfz-Verkehrs in Hessen von circa 13.778.000 Tonnen entspricht dies einer einmaligen Einsparung von etwa fünf Prozent.

„Da Treibhausgase in der Atmosphäre nur sehr langsam abgebaut werden, wird diese kurzfristige Reduktion durch den Corona-Lockdown sich bestenfalls minimal auf die Gesamtkonzentration in der Atmosphäre auswirken. Dennoch belegen diese Zahlen eindeutig das Potenzial einer dauerhaften Verkehrsreduzierung. Hier sollten wir nach Corona ansetzen, um die Emissionen langfristig und sehr viel stärker als bisher zu reduzieren“, erklärte HLNUG-Präsident Prof. Dr. Thomas Schmid.

So kann es gehen: Hessen setzt Klimaschutz engagiert um

„Mit 140 Maßnahmen aus dem Integrierten Klimaschutzplan (IKSP) stellen wir das Land Schritt für Schritt auf eine klimaneutrale Wirtschaft, Mobilität, Landwirtschaft und Wärme um. 110 Maßnahmen des Klimaschutzplans befinden sich bereits in der Umsetzung – dazu zählt auch der Radwegeausbau oder Investitionen in klimafreundliche Mobilitätssysteme“, erklärte Hinz.

Vieles davon wird vor Ort in den hessischen Städten und Gemeinden umgesetzt. 230 gehören bereits zum Bündnis der Klima-Kommunen. Durch eine verbesserte Förderung setzt das Land entsprechende Anreize: Mit Förderquoten von 70 bis 90 Prozent werden vor Ort zum Beispiel (Lasten-) Radverleihsysteme, Dachbegrünungen, klimafreundliche Strom- und Wärmeerzeugung oder Effizienzsteigerung bei Kläranlagen unterstützt.

Die Klimarichtlinie kommt gut an bei den Kommunen

Seit der Überarbeitung im September 2019 sind 33 neue Kommunen dem Bündnis beigetreten. Davor waren es im gleichen Zeitraum nur 8 Kommunen. Das Interesse am Klimaschutz ist bei den Kommunen trotz Coronakrise ungebrochen. Mit den kommunalen Spitzenverbänden plant das Hessische Umweltministerium zudem eine Charta, um den gemeinsamen Willen zum Klimaneutralitätsziel zu bekräftigen und die Rolle der Kommunen für den Klimaschutz zu stärken.

  • Eine neue Förderrichtlinie im Bereich nachhaltige Mobilität steht ebenfalls kurz vor dem Abschluss: Ab diesem Sommer soll die private Lastenrad-Anschaffung gefördert werden, um in den Kommunen einen zusätzlichen Anreiz für den Umstieg auf das Fahrrad anzubieten.
  • Im Rahmen der Luftreinhalteplanung erarbeitet das Land zudem gemeinsam mit den besonders durch Stickoxide belasteten Städten Maßnahmen, um die Luftqualität zu verbessern. Dies dient dem Gesundheitsschutz. Dazu gehören neben dem ÖPNV- und dem Fahrradwegeausbau ebenfalls intelligente Ampelschaltungen und mehr Möglichkeiten für Park and Ride.
  • Das Schienennetz des Nah- und Fernverkehrs wird in Hessen in den nächsten Jahrzehnten mit der Rekordsumme von 20 Milliarden Euro ausgebaut. Mehr als 420.000 Schülerinnen und Schüler nutzen außerdem schon das Schülerticket. Das Seniorenticket ist im Januar erfolgreich angelaufen.
  • Im Bereich des Flugverkehrs liegt der Schwerpunkt des neuen Kompetenzzentrums für Klimaschutz und Lärmschutz im Luftverkehr zunächst auf der Erarbeitung einer Strategie zum Aufbau einer Pilotanlage zur Herstellung von synthetischem Kraftstoff (Power-to-Liquid). In den kommenden Jahren sollen 15 Millionen Euro in entsprechende Projekte investiert werden.
  • Die Digitalisierung kann Dienstreisen ersetzen, das kommt auch dem Klima zu Gute. Doch auch Rechenzentren müssen effizienter werden. Sie sind mit Abstand der größte Stromverbraucher in Hessen – Tendenz: stark steigend. Ein Großteil des Stroms verlässt letztlich wieder in Form von Wärme das Rechenzentrum. Die Landesregierung verfolgt im Rahmen des Klimaschutzplans das Ziel, dass diese Abwärme verstärkt nutzbar gemacht wird. Mit der Abwärme des Rechenzentrums in Fulda wird z.B. eine angrenzende Halle beheizt.
  • Der Ausbau der Windenergie soll ebenfalls weiter vorangetrieben werden. In Hessen wird gerade daran gearbeitet Genehmigungsverfahren mithilfe eines erneuerten Naturschutz-Leitfadens zu vereinfachen. Die Umweltministerkonferenz hat hierzu in der vergangenen Woche einen Vorschlag für einen besseren Vollzug der Genehmigungsverfahren gemacht und den Bund aufgefordert zu klären, inwiefern Kommunen an den Erträgen von Windparks beteiligt werden können.
  • Neben dem Wald sind Moore ein besonders wichtiger CO2-Speicher. Noch in diesem Monat startet das Umweltministerium zusammen mit dem NABU die Rekultivierung und Erweiterung von 60 Niedermooren in Hessen. Obwohl Moore nur drei Prozent der Erdoberfläche bedecken, speichern sie rund 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs.
  • Für Abkühlung, natürlichen Hochwasserschutz und Naherholung sorgen darüber hinaus 100 wilde Bäche. Noch Ende dieses Jahres beginnen die ersten Renaturierungen.

Weitere Informationen

HLNUG-Dossier „Saubere Luft durch Corona“

https://www.hlnug.de/?id=16738

Faktenblatt Klimaschutz HMUKLV

https://umwelt.hessen.de/sites/default/files/media/hmuelv/faktenblatt-klima-frei-neu.pdf

Brief der Umweltministerinnen und Umweltminister an die Präsidentin der Europäischen Kommission

https://umwelt.hessen.de/sites/default/files/media/hmuelv/2020_04_28_-_ministerinnen-schreiben_an_kom-praesidentin_von_der_leyen_-_green_deal.pdf

Informationen zu ultrafeinen Partikeln:

https://www.hlnug.de/themen/luft/ultrafeine-partikel

Quelle Text: Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

 

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Baurecht heißt nicht Baupflicht

[Hessen] Der NABU Hessen fordert Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf, den Weiterbau der A49 und die dafür geplante Rodung des Dannenröder Waldes und des Herrenwaldes zu stoppen. „Wir brauchen ein Umdenken in der Verkehrspolitik. In Zeiten des Klimawandels passt es nicht mehr, weitere Autobahnen zu bauen und dafür zusammenhängende Waldgebiete zu opfern“, erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen.

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