Das Prinzip der Stoffstrombilanz nach dem „Hof-Tor-Prinzip“ (c) KI Gemini
[Deutschland] Das Bundeskabinett hat die Änderung des Düngegesetzes beschlossen, um den Einsatz von Düngemitteln auf deutschen Feldern künftig stärker am Verursacherprinzip auszurichten. Mit dem von Bundesminister Alois Rainer vorgelegten Entwurf wird die rechtliche Grundlage für ein bundesweites Wirkungsmonitoring geschaffen, welches die tatsächlichen Auswirkungen der Düngung auf die Gewässerqualität präzise erfassen soll.
Dieses neue System löst die bisherige *Stoffstrombilanz* ab und zielt darauf ab, bürokratische Hürden für jene landwirtschaftlichen Betriebe abzubauen, die nachweislich gewässerschonend wirtschaften.
Gleichzeitig dient die Gesetzesnovelle dazu, die Zusagen gegenüber der EU-Kommission einzuhalten und ein weiteres Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland abzuwenden.
Neben der Gewässerüberwachung umfasst die Änderung auch Regelungen zur Durchführung der EU-Düngeprodukteverordnung sowie die Basis für ein Qualitätssicherungssystem zum Phosphor-Recycling aus Klärschlamm (KLICKmal).
Das übergeordnete Ziel des Ministeriums bleibt dabei die Sicherung der Bodenfruchtbarkeit und Lebensmittelversorgung, während die Nitratbelastung in kritischen Regionen durch ein zielgenaueres und einfacheres Düngerecht nachhaltig gesenkt werden soll.
Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH)
Gut zu wissen
Die *Stoffstrombilanz* ist ein Dokumentationsverfahren für landwirtschaftliche Betriebe, das den Verbleib von Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor erfassen soll. Nach dem sogenannten „Hof-Tor-Prinzip“ werden dabei alle Nährstoffe, die in den Betrieb gelangen – etwa durch Zukauf von Dünger, Futtermitteln oder Tieren – mit den Nährstoffen verglichen, die den Hof als Produkte wie Getreide, Milch oder Fleisch wieder verlassen.
Die daraus resultierende Differenz zeigt den Nährstoffüberschuss an, der potenziell die Umwelt belasten kann, beispielsweise durch den Eintrag von Nitrat ins Grundwasser.
In der Praxis wurde das System oft als „Bürokratiemonster“ kritisiert, da die exakte Erfassung jedes einzelnen Stoffstroms für die Landwirte mit einem enormen Schreibaufwand verbunden war. Die aktuelle Änderung des Düngegesetzes zielt darauf ab, dieses komplexe Verfahren durch ein praxistauglicheres Monitoring zu ersetzen, das den tatsächlichen Gewässerschutz effizienter und mit weniger Verwaltungslast sicherstellen soll.
Quelle: KI Gemini