Wald - Heimat von Tarzan

Sonntag, den 06. März 2011 um 09:05 Uhr Freizeit & Tipps - Outdoor - Natur
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 Nachgepflanzerter Sekundärwald im Hohen Vogelsberg (c) HESSENMAGAZIN.de
Nachgepflanzerter Sekundärwald im Hohen Vogelsberg (c) HESSENMAGAZIN.de

[Hessen] Neben dem Wirtschaftsfaktor Holz hat der Wald als Erholungsraum längst seinen eigenen Aspekt. In Deutschland schätzt man die Waldbesucher pro Jahr auf 55 Millionen. Dieses Potenzial möchte man nutzen: Seit rund 300 Jahren betreiben Waldbesitzer in Deutschland geplante Bewirtschaftung. Schon lange wird nicht mehr breitflächig für landwirtschaftliche Zwecke gerodet oder für die Köhlerei mancher Hügel kahl geschlagen. Im Jahr 2007 knickte der Orkan Kyrill ganze Wälder um. Da Holz sich nicht problemlos in großen Mengen lagern lässt, wurde es anschließend auf dem Markt in viel zu großen Mengen angeboten. Das ließ die Holzpreise in den Keller fallen. Hessen-Forst sowie andere Waldbesitzer waren in der Folge gezwungen, sich andere und weitere Einnahmequellen zu erschließen.

 

In Reih und Glied - Forst im Vogelsberg (c) HESSENMAGAZIN.de
In Reih und Glied - Forst im Vogelsberg (c) HESSENMAGAZIN.de

Durch die moderne naturnahe Wald-Bewirtschaftung ist in der Regel keine hohe Rendite mehr zu erwarten. Zudem sind Anpflanzungen personalintensiv und verursachen hohe Kosten. Lieber geht man deswegen dazu über, Einnahmen aus dem Holzverkauf für die Pflege und Instandhaltung des Forstes und seiner Wege auszugeben. Gleichzeitig mit der Erhöhung des Erholungswertes des Waldes und Einladungen an Besucher vertraut man darauf, dass der Wald sich durch eigene Aussaat selbst verjüngt, vermehrt und Holz heranwächst, das später gut zu verkaufen ist. Dazu braucht es lediglich Geduld, und letztendlich alle profitieren davon. Von Lesungen, über Wanderungen bis hin zu Lichtbildvorträgen werden Veranstaltungen mit Bezug zu unserem "Freund, dem Baum" hergestellt. Manche davon sind allerdings nicht kostenlos zu besuchen: HIER <-KLICK


Wald - Kulturerbe: Natur und Wirtschaftsfaktor zugleich

Wer regelmäßig in den Wald geht, ist dort nicht allein. Zwei Drittel der Deutschen, rund 55 Millionen Menschen, besuchen ihn mindestens einmal jährlich, die Hälfte der Deutschen sogar alle 14 Tage oder öfter. Was sie hier suchen und finden, sind vor allem Erholung und Entspannung, wie eine Befragung des ECOLOG Institut für sozialökologische Forschung und Bildung im Jahre 2009 ergab. Kein Wunder, dass viele Menschen diese Erfahrung an ihre Nachkommen weitergeben: 86 Prozent der Deutschen ist es wichtig, ihren Kindern die Natur nahe zu bringen. Der Wald gewinnt im Laufe eines Lebens an Bedeutung: Als Jugendliche haben sich noch 46 Prozent überhaupt nicht für den Wald interessiert.

Deutschland ist mit 231 Einwohner/km² eines der am dichtesten besiedelten Länder Europas. Der Wald steht bei den meisten sozusagen direkt vor der eigenen Haustür. Zudem nimmt in der deutschen Gesellschaft der Wald seit der Romantik eine herausgehobene Rolle für die Erholung ein. Wer in den Wald geht, genießt die Stille, die Natur, die frische Luft – oftmals als Ausgleich zu Beruf oder Stadtleben. Um diesem Grundbedürfnis der Menschen zu entsprechen, sieht das Bundeswaldgesetz die Möglichkeit vor, in dicht besiedelten Ballungsräumen auch besondere Erholungswälder auszuweisen. Diese sind vorrangig für Freizeit, Entspannung und Sport da; der forstwirtschaftliche Nutzen und Naturschutz sind für die Besucher zweitrangig. Erholungswälder zeichnen sich vor allem durch ihre Nähe zu Wohngebieten, ein gutes Wegenetz und zum Teil durch besondere, dem Erholungszweck dienende Einrichtungen aus. Dazu gehören Schutzhütten, Sportangebote und Kinderspielplätze sowie Informationsmöglichkeiten wie beispielsweise Waldlehrpfade. (Quelle: BMELV - Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)


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