Dreieich-Dreieichenhain, seine Burg und das Gut Neuhof

Mittwoch, den 11. März 2020 um 08:55 Uhr Freizeit & Tipps - Freizeit
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Burgruine Dreieichenhain (c) HESSENMAGAZIN.de

[Landkreis Offenbach] An dem ungewöhnlichen "Doppelnamen" Dreieich-Dreieichenhain liegt es nicht, dass der 8000-Einwohner-Ort zur Schicki-Micki-Zone geworden ist. Aufgrund der Eingemeindung (samt Buchschlag, Sprendlingen und Götzenhain) wurde Dreieichenhain zum Stadtteil von Dreieich. Doch schon längst zuvor begann seine Karriere als Besucher-Hotspot.

Die geschichtsträchtige Burg Hayn am Rand des winzigen Altstadtkerns war Begründer der Bekanntheit. Bereits damals, als nur wenige unrestaurierte Mauern dort standen, lud man am Sonntagmorgen zu Jazz-Matinees in die Ruine. Und die ersten Promis vom "Millionenhügel" in Götzenhain pilgerten begeistert zu Fuß hinunter, um sich auf Holzbänken sitzend den anderen im Sonntagstaat zu präsentieren.

Die Kneipen in den umliegenden Fachwerkhäusern waren anschließend brechend voll. Die gut betuchten Neubürger trafen sich dort zum Netzwerken und Schwatzen... Genauso wie einst zur Schleppjagd auf dem Gut Neuhof, das nur etwa zwei Kilometer über die Felder entfernt liegt.

Das Gutshaus auf dem Neuhof (c) HESSENMAGAZIN.de
Das Gutshaus auf dem Neuhof (c) HESSENMAGAZIN.de

Heute befindet sich auf dem Gelände ein 27-Loch-Golf-Platz. Statt Getreide sieht man auch im Hochsommer dort auf den immergrünen kurzgemähten Grasflächen die typischen Leute mit Schläger und Caddy herumwandern.

Das im ländlichen Stil errichtete Restaurant "Gutssschänke" von damals wirkt nach all den Jahren etwas angestaubt. Aber der Hofladen "Alte Backstube" und die angebaute kleine Gaststätte mit ihrem großem Biergarten sind bei schönem Wetter ausnehmend gut frequentiert... allerdings auch von Familien mit Kindern. Das Essen ist dort nämlich einfach preiswerter und die Umgebung idyllisch, sozusagen ländlich.

Gut zu wissen

Millionenhügel wurde in den 1960er Jahren die Erhebung zwischen Gotzenhain und Dreieichenhain genannt, nachdem sie in eins der ersten ländlichen Neubaugebiete für Frankfurter Stadtflüchtlinge umgewandelt wurde. Die Bauern verkauften dafür ihre Felder, wurden reich. Und die Neureichen schlugen zu, um dort ihre Villen mit Schwimmbad hinzubauen - eine neben der anderen. Und Herr Neckermann glänzte für die Bewohner als Nachbar.

Dreieichenhain: Im historischen Ortskern von Dreieichenhain befinden sich über 60 denkmalgeschützte Fachwerkgebäude aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Hervorzuheben ist die vollständig erhaltene Stadtmauer, das Obertor (erbaut 1350) und das Untertor aus dem 15. Jahrhundert.

Dreieichenhain ist vor allem für die Haaner Kerb (Kirchweihfest) zu Pfingsten bekannt und veranstaltet einen Weihnachtsmarkt, der dank Dreieichenhains schöner Altstadt überregionales Renommee besitzt. Die Haaner Kerb ist das größte Kirchweihfest Südhessens und zieht jährlich über 80.000 Besucher an. Höhepunkte sind das Feuerwerk am Samstagabend und der traditionelle Kerbborschemarsch am Montag. Weiterhin werden in Dreieichenhain jährlich die Burgfestspiele und Jazz in der Burg veranstaltet.

Die Burg Hayn ist eine hochmittelalterliche Burgruine. Der älteste Teil der Burganlage, der Wohnturm, ist in salischer Zeit entstanden. Er ist einer der wenigen profanen Architekturzeugnisse der Salierzeit in Deutschland. Kulturelle Veranstaltungen in der Burg sind die überregional bekannten Burgfestspiele, das Hayner Burgfest sowie das Jazzfestival Jazz in der Burg. (Wikipedia)

Götzenhain: Im Rahmen der Regionalparkinitiative wurde auf der mit 176 Meter höchsten Erhebung der offenen Feldflur am Weg „Auf der Hub“ eine von den Landschaftsarchitekten Ipach und Dreisbusch entworfene Skulptur errichtet und gehört zur Regionalparkroute. Sie ist begehbar und bildet eine Sichtachse zum Taunus und zur Frankfurter Skyline.

Bei Götzenhain ist vor allem der Neuhof erwähnenswert. Das alte Hofgut durch Fachwerkbauten erweitert worden. Diese Anbauten beherbergen auch eine Gastwirtschaft. Rund um den Neuhof ist ein Golfplatz angesiedelt.

Das ländliche Schloss Philippseich, zwischen Götzenhain und Offenthal gelegen, ist leider nicht zu besichtigen, da es in Privatbesitz ist.

Südlich des Bahnhofs befindet sich das Ringwäldchen, in dem sich ein Naturdenkmal verbirgt: Als der frühere Vulkan Vogelsberg vor Jahrtausenden erlosch, trat an dieser Stelle nochmal Lava hervor und hinterließ großflächige schwarze Felsstrukturen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde an dieser Stelle der ausgetretene Basalt abgebaut und unter anderem zum Bau der katholischen Kirche Götzenhains verwendet. Vom einstigen Steinbruch ist heute in dem Wäldchen ein doppelter Ringwall erhalten. (Wikipedia)

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