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Kommentar zum Kommentar: Abschied in 20 Jahren

VW Multivan: Noch üblicher Diesel mit Verbrennungsmotor (c) HESSENMAGAZIN.de

Hamburg, 28. Januar 2021 – General Motors will ab 2035 keine Neuwagen mehr mit klimaschädlichen Verbrennungsmotoren verkaufen. Der größte Autokonzern der USA kündigte heute an, vollständig auf elektrische Antriebe zu setzen und ab dem Jahr 2035 ganz ohne Abgasautos auszukommen. Mit seiner Ankündigung liegt der US-Konzern deutlich vor deutschen Herstellern, die noch bis 2039 (Daimler) beziehungsweise 2040 (Volkswagen) Verbrenner verkaufen wollen.

Das kommentiert Greenpeace-Verkehrsexpertin Marion Tiemann so: „Der Spätherbst des Verbrennungsmotors bricht an. Wenn nun sogar ein auf Öl gebauter Konzern wie GM deutlich schneller auf elektrische Antriebe umstellt als deutsche Hersteller, muss das in Wolfsburg, Stuttgart und München Alarmglocken gellen lassen. Volkswagen, Daimler und BMW werden ihre Marktposition nur verteidigen können, wenn sie weit schneller als bislang geplant komplett auf saubere Mobilität setzen. Gelingen kann das nur mit einem zügigen und konsequenten Abschied von Diesel und Benzinern.

Bis hierher: Quelle = www.greenpeace.de


Kommentar von Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de

Fast immer bin ich auf der Seite von Greenpeace, der ersten echten Umweltorganisation, die 1971 von einem Grüppchen überzeugter Menschen in Kanada gegründet wurde, um gegen Atomtests zu Felde zu ziehen (per Schiff :-) Doch diesmal stößt mir im letzten Satz des Tiemannschen Kommentars der "zügige und konsequente Abschied von Diesel und Benzinern" auf.

Was ist bitteschön zügig an einem vorläufig und doch lediglich geplanten Ziel in 14 bzw. fast 20 Jahren?

Blick zurück: Vor 20 Jahren befanden wir uns noch in der Steinzeit - u. a. was Telefone und Computer anbelangt :-)

Im Jahr 2001

  • waren die Wettervorhersagen noch keine minutenlangen alles-oder-nichts-sagenden Blabla-Vorträge.
  • dachte man, der Klimawandel wäre eine lustige Erfindung der Alu-Hut-Fraktion.
  • hatten Küstenbewohner keine Befürchtungen, dass ihre Häuser vom ansteigenden Meer verschlungen werden.
  • gab es genügend Insekten zum Bestäuben von Obst.
  • waren wir mitten drin im Kampf gegen die unheimliche Krankeit AIDs.
  • twitterten Politiker nicht. (Wie denn auch!)
  • kannten wir die Worte Adipositas, Smartphone und Fakenews gar nicht.
  • gingen Schüler freitags nicht für die Rettung unseres Klimas auf die Straße sondern im Winter Schlittenfahren und im Sommer zum Schwimmen. (Damals gab es tatsächlich länger andauernde Wetterperioden!)
  • plante noch kein Land einen echten Kohleausstieg.
  • konnte man in der Regel davon ausgehen, dass Nachrichten nicht für uns persönlich (je nach Nutzer- / Suchverhalten bzw. Interessen) vorausgesucht und ausgefiltert werden.
  • hat man Altenheimbewohnern keine mit KI (künstlicher Intelligenz) bestückten Streichelteddys zur Verfügung gestellt.
  • bremsten keine Autos von ganz alleine.
  • kamen Plattenspieler, VHS-Kassetten und Tonbänder gerade aus der Mode.

Die Welt hat sich während dieser jüngeren Vergangenheitsjahre bereits eklatant verändert

Unsere mitteleuropäischen Sommer sind aufgrund der Erderwärumg inzwischen von Hitzewellen und Dürreperioden gezeichnet. Wir reden offen von Altersarmut und Kindesmissbrauch, glauben, dass von Firmen gesponserte Püppchen und Buben als "Influenzer" oder "YouTuber" wissen, wie das Leben richtig funzt...

Was also wird E-Mobil-technisch in 20 Jahren sein?

Entzünden sich dann die Akkus von E-Fahrzeugen oder Powerbanks nicht mehr von selbst? Haben sich bis dahin die Hersteller auf einheitliche Ladekabelstecker geeinigt? Sind dann Ladestationen flächendeckend vorhanden?

Und last but not least: Halten die Batterien von E-Autos in 10 / 20 Jahren länger als die Fahrzeuge selbst, und woher kommt der Strom für die Fahrzeuge?

Apropos: Saubere Mobilität

Was ist mit Seilbahnantrieben oder Kreuzfahrtschiffen, deren Dieselmotoren mit Schweröl betrieben werden (ein Abfallprodukt aus der Erdölraffinerie)? Oder bei uns daheim: Rasenmäher, Heckenscheren und Kettensägen? Und nicht zu vergessen: die Flugzeuge...

Guckstu: www.klimaschutz-portal.aero/klimaneutral-fliegen/flugzeuge-von-morgen/alternative-antriebe/

Ach, ach, ach

Mein Multivan (siehe oben auf dem Foto) wird bis dahin ein Youngtimer sein (Oldimer sind 30 Jahre alt). Möglicherweise ein KULT-Fahrzeug wie alle VW-Bullis der T-Reihe. Dann aber wohl mit rund 700.000 km auf dem Tacho und einem ökologischen Quadratlatschen-Fußabdruck... *giggel*

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de

 

NewsFlash - Kurz & Knapp

Bundespreis 15.000 Euro: Handwerk im Denkmalschutz

Bewerbungen können bis zum 16. Mai 2021 eingereicht werden

[Hessen] Denkmalschutz ist auch eine Frage guten Handwerks. Deswegen vergeben die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und der Zentralverband des Deutschen Handwerks jährlich in zwei Ländern den mit 15.000 Euro dotierten Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege. In diesem Jahr sind Hessen und Schleswig-Holstein an der Reihe. Bewerben können sich Handwerksbetriebe, Architektinnen und Architekten, Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger sowie private Bauherren noch bis zum 16. Mai 2021.

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