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Landlust Wetterau - Ich will raus: Der Traum von der Hofreite

Infoabend: Landlust Wetterau (c) Eva Wolter

[Wetteraukreis] Wie kann es gelingen, historische Immobilien in den Dorfkernen in ein malerisches Zuhause zu verwandeln? Welche Lebensperspektiven bietet das Land? Und welche soziale Verpflichtung bedeutet ein Umzug dorthin? Antworten darauf gab es beim Infoabend "Landlust Wetterau - Ich will raus", zu dem die Wirtschaftsförderung Wetterau und der Verein Wirtschaft.Regionalentwicklung Wetterau kürzlich nach Echzell eingeladen hatten.

Rund 130 jüngere und ältere Landleute und Städter hörten Vorträge und Erfahrungsberichte, tauschten sich aus und konnten sich sogar Hofreiten anschauen, die für ihren Lebenstraum in Frage kommen könnten.

Jeden Tag Erntedank feiern?

Nein, das Leben auf dem Land ist ganz anders als in Hochglanzmagazinen dargestellt. Natürlich glaubt kein (Klein-)Städter mit Sehnsucht nach Grün ernsthaft, dass er ab dem Umzug ein romantisches Leben inmitten von Blumen und Kühen führen wird. Und doch, sagt Dr. Björn Hekmati von der TU Darmstadt, sollte man sich seiner Klischees bewusst sein.

"Ich will raus" hatte Hekmati seinen Vortrag überschrieben. Raus wollten viele Menschen, und zwar aus gutem Grund: Das Leben auf dem Land sei günstig, sozial und gesund. Doch diesen Wunsch zu bedienen, indem am Ortsrand einfach Neubauten hochgezogen würden, hält Hekmati für falsch. Leerstände in den Ortskernen zu nutzen, sei sinnvoller, denn dort spiele sich das (Gemeinde-)Leben ab.

Also raus aufs Land, aber gleichzeitig rein in die Orte

Hekmati lenkte danach den Blick auf die Verpflichtung, die man mit Eigentum eingehe, und kam so zurück auf die Klischees aus Magazinen. Man solle sich bewusst werden, dass man kein Ferienhaus kaufe und es auf dem Land nicht einfach nur günstiger sei, sondern dass man ein gänzlich neues Leben führen werde - zusammen mit anderen Menschen, die hier schon wohnten.

Hekmati selbst besitzt eine denkmalgeschützte Hofreite in der Nordpfalz, die er mit seiner Familie saniert hat und nur als Wochenendhaus nutzt - noch. Sie bereiten ihren Umzug vor - und ein Projekt, von dem sich Hekmati viel verspricht: Er will Trüffelbauer werden, mindestens im Nebenerwerb.

Altbaulotsen stehen zur Seite

Ein Konzept zu haben, wenn auch nicht unbedingt als Trüffelbauer, halten ebenso die Altbaulotsen für notwendig. Ihre Aufgabe ist es, gegen Immobilienverfall und Leerstände vorzugehen. Dafür stehen sie Eigentümern von leerstehenden Altbauten ebenso zur Seite wie Kaufinteressenten.

Zwei dieser Altbaulotsen sind Sabine Schleicher und Gustav Jung, beide Architekten, beide verliebt in alte Gebäude. Doch Liebe dürfe nicht blind machen, betonte Jung. Manche Gebäude gehörten nicht saniert, sondern abgerissen.

Jung hatte einige Beispiele mitgebracht, anhand derer er darstellte, dass ein ansprechendes Äußeres nichts über die inneren Werte aussagen muss. Bloß: Wie soll man das als Laie erkennen? Hier kommen die Altbaulotsen ins Spiel. "Wir bieten eine Klärung vor der Architektenleistung, was man mit dem Objekt anfangen kann", sagte Jung.

Seine Kollegin Schleicher betonte: "Wir wollen die Angst vor dem Denkmal nehmen." Denn Denkmalschutz müsse keine Nachteile haben. Im Gegenteil: Man könne Zuschüsse beantragen; zudem sei eine Sanierung womöglich steuerlich absetzbar.

Weil Abschreibungen aber erst ab einer bestimmten Einkommensgrößenordnung einen deutlichen Ausschlag geben, sollte der Kauf oder die Sanierung gut überlegt sein. In der Reihe der Profis, die vorher beraten, sollte also ein in der Thematik erfahrener Steuerexperte nicht fehlen.

Schleicher und Jung machten aber vor allem Mut. Eine sanierte Hofreite biete tausendmal mehr Atmosphäre als ein moderner Neubau. Auch sie betonten: Man ziehe in eine funktionierende Gemeinschaft. Das Leben auf dem Dorf sei ein völlig anderes als in der Stadt. "Hier muss man teilnehmen."

Liebe auf den ersten Blick

Wie gut sich das anfühlt, erzählten an diesem Abend auch Menschen, die den Schritt in die sanierungsbedürftige Immobilie gewagt haben. Jörg Loleit etwa, der seit einem knappen Jahr eine Hofreite in Butzbach-Fauerbach sein eigen nennt. "Ich lebe immer noch und bin auch nicht von meiner Frau getrennt", erzählte er lachend.

Für Fauerbach hätten er und seine Familie sich entschieden, weil schon Bekannte in dem Ort lebten. Dort gebe es sehr viele leerstehende Hofreiten, berichtete Loleit. Vier standen zur Auswahl. Bei der, die es letztendlich geworden ist, sei es Liebe auf den ersten Blick gewesen. "Ich bin gespannt, wie es weitergeht", sagte er.

So geht es auch Dr. André Hülsbömer, der vor zwei Jahren ein Anwesen in Dauernheim erworben hat. Was ihn aufs Land verschlagen hat: Der Beruf in Frankfurt hatte ihn ausgelaugt; auch die Vorstellung, dass seine Kinder in der Stadt großwerden sollten, behagte ihm nicht. Die Hofreite war ihm empfohlen worden. "Und tatsächlich: Es war ein magischer Ort."

Denkmalgeschützt ist das Ensemble nicht. "Aber Brandschutz kann genauso schwierig sein", sagte er seufzend. Er hat sich auf die Hofreite eingelassen, plant ein Gästehaus mit zehn Zimmern, außerdem einen Seminarraum; eine Destille und ein Pferdestall haben sich fast unbemerkt hinzugesellt, auch Wein anzubauen, fände er schön, bloß die Idee mit dem Hofladen lasse sich womöglich nicht umsetzen.

Kurzum: Die Hofreite bietet viel Raum für (Lebens-)Möglichkeiten, was Hülsbömer sichtlich genießt. Zwei Tipps hatte er für Gleichgesinnte: Sucht Euch jemanden, der etwas von Fachwerk versteht, und: "Es dauert länger und kostet mehr, als Ihr ursprünglich geplant habt."

Auch Achim und Julia Andersch kennen das: Plötzlich steht man Problemen gegenüber, an die man vorher nicht im Traum gedacht hat. In ihrem Fall war das faulendes Mauerwerk. Zusammen mit einer anderen Familie haben sie Ende 2014 eine leerstehende Kurpension, früher ein Bauernhof, in Bad Salzhausen gekauft und auf Vordermann gebracht, mit viel Eigenleistung, aber ohne handwerkliche Vorkenntnisse.

Heute leben sie nicht nur dort, sondern haben vor kurzem auch ein Café eröffnet, das "Salzbach". Julia Andersch beschrieb offen ihre Angst, die sie bisweilen überkommen habe: Herrje, was mache ich nur dort, mitten auf dem Land, mit unseren Kindern, während mein Mann weiterhin in Frankfurt arbeiten geht? Die Sorgen waren unbegründet. Die Mitbürger hätten sie mit offenen Armen empfangen. "Wir sind mittendrin in der Gemeinschaft, mitten im bunten Leben."

Die Sehnsucht war stärker

Auch Dr. Jochen Degkwitz, der Hausherr an diesem Abend, sagte: Stadt schön und gut, aber nach vielen Jahren in Hamburg, London und Taiwan habe ihn die Sehnsucht nach dem Landleben überkommen. Eine Stunde Fahrtzeit zur Arbeit habe es ihn gekostet, um wieder auf dem Land leben zu können. Doch das sei gut investierte Zeit gewesen.

Er beschrieb, wie er mit Krediten und Fördermaßnahmen wie der Dorferneuerung seine Hofreite nach und nach sanieren konnte. "Und das, obwohl viele Nachbarn damals gesagt haben: Das muss man abreißen!" Wie sehr sich die Entscheidung gelohnt hat, das nicht zu tun, hörte er an diesem Abend nicht nur einmal von den Gästen.

Das betonten auch die Veranstalter. So wie Familie Degkwitz sich ein Eiland auf dem Land erschaffen habe, könne eine Hofreite auch für andere Menschen eine schöne Lebensalternative zur Stadt bilden, sagte André Haußmann, Vorsitzender des Vereins Wirtschaft.Regionalentwicklung.Wetterau.

Zugleich gelte es, die Lebensqualität in der Wetterau zu erhalten, sie selbstbestimmt und strukturiert weiterzuentwickeln. Dem stimmte Bernd-Uwe Domes zu. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH sagte, Kommunen, Bürger und Unternehmen sollten an der Entwicklung im Rhein-Main-Gebiet profitieren. Dabei gelte es, eine kluge Balance aus sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten zu wahren. "Damit wir weiterhin in einer Landschaft mit Charakter und Atmposhäre leben, die attraktiv für Jüngere und Ältere, für Familien und Unternehmen, für Ur-Wetterauer und für Menschen aus Frankfurt ist."

Quelle: Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH

 

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