Der angstfreie Michel und das neue Kräftemessen

Montag, den 03. August 2026 um 09:47 Uhr Redaktionshund - Michel
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Michel in Habachtstellung (c) HESSENMAGAZIN.de[Hoher Vogelsberg] Seitdem unser kleiner Redaktionshund seine Grundangst vor allem Neuen verloren hat, findet er Touren draußen und durch die Natur super. Sobald die Autotür zum Rausspringen freigegeben wird, macht er einen Riesensatz nach draußen. Egal, wie kurz oder lang die Leine gehalten wird, Michel reißt uns hinterher.

Selbstverständlich gefällt uns das nicht. Wir schimpfen (was gar nichts nützt) und fangen augenblicklich an, wieder straffer mit ihm zu trainieren. Seine überschießende Selbstsicherheit geht nämlich auf unsere Kosten. Wenn wir nicht gegenhalten, werden wir auf "seinen" jetzt bekannten Wegen von ihm bergauf und bergab gezerrt.

Die lange Leine lassen wir inzwischen zu Hause, damit wir mit der kürzeren eine bessere Chance haben, auf ihn einzuwirken.

Er darf grundsätzlich vor uns laufen, damit wir sehen können, was er treibt. Doch das scheint ihm zu suggerieren, dass er es ist, der die Richtung für uns beide vorgibt.

Tja, damit ist erstmal Schluss. Michel muss neben uns laufen. Da er Corgi-typisch versucht, hartnäckig seinen Willen durchzusetzen, müssen wir die Leine entsprechend kurz halten und alle paar Meter stehen bleiben... Manchmal sogar eine Minute lang, bis er protestierend fiept und ein- zweimal zu uns aufschaut.

Er widersetzt sich jedoch ständig weiter - ein Beispiel:

Michel beim genüsslichen Knochen-kauen auf dem Balkon (c) HESSENMAGAZIN.de
Michel beim genüsslichen Knochen-kauen auf seinem "Ausguck", dem Balkon (c) HESSENMAGAZIN.de

Eigentlich kommen wir uns vor wie Spielverderber, wenn wir ihn einschränken. Doch - oh Wunder - ganz langsam beginnt er dadurch, unsere konsequente Erziehung zu akzeptieren. Anscheinend versteht er immer mehr, dass gewisse Regeln mit uns nicht verhandelbar sind (auch die guten nicht: Zecken entfernen, Fell nass machen zum Kühlen, auf dem Balkon chillen lassen, durchs Büro toben und jeden Tag das allerleckerste Futter "servieren" ;-).

By the Way: Hunde nutzen untereinander dieselben Prinzipien, um Grenzen zu setzen und zu klären, wer was beansprucht. Führung und Status wird nicht über "Schimpfen" geregelt (das verstehen Hunde ohnehin nicht als Strafe, sondern nehmen es oft nur als aufgeregtes Bellen wahr).

Stattdessen nutzen souveräne Leit-Hunde ihre Körpermasse und gehen einfach in den Weg des anderen hinein, ohne zu drohen. Dieser wird langsam, aber unnachgiebig zurückgedrängt, bis er aufgibt.

Das genau bedeutet für ihn auch, eine verlässliche Orientierung zu erhalten, um in Zukunft entspannt mitzulaufen und sich keinen Stress zu machen :-)

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de