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Mehr Bergwiesen und Artenvielfalt in Rhön und Vogelsberg

Die Bestände von Wiesenpieper, Baumpieper und Neuntöter erholen sich, die Schutzprogramme des Hessischen Umweltministeriums zeigen Wirkung

[Hessen] „Die Bergwiesen der Rhön sind Rückzugsorte für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie Arnika, Silberdistel, Wiesenpieper oder Wachtelkönig. Dieser Lebensraum ist jedoch aufgrund einer intensiven Bewirtschaftung stark zurückgegangen. Diese Entwicklung müssen wir umkehren und den Artenreichtum sicherstellen, denn biologische Vielfalt bereichert auch unser Leben. Bei einem Spaziergang über die Wiesen des Eube-Plateaus, der Wasserkuppe oder des Buchschirms in der Rhön liegt der Gesang von Wiesenpiepern in der Luft über den blüten- und insektenreichen Wiesen“, berichtete Umweltministerin Priska Hinz in Wiesbaden.

Das Hessische Umweltministerium fördert das Berggrünland in den hessischen Mittelgebirgsregionen und hat unter anderem das LIFE-Projekt „Hessische Rhön – Berggrünland, Hutungen und ihre Vögel“ 2017 gemeinsam mit dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ins Leben gerufen. Eine aktuelle Erhebung, die projektbegleitend von einem Fachbüro im Sommer 2021 durchgeführt wurde zeigt schon erste Erfolge: Seit dem Start in 2017 sind rund 7 Hektar Borstgrasrasen, über 40 Hektar Bergmähwiesen und rund 14 Hektar naturnaher Kalktrockenrasen dazugekommen. Auf über 26 Hektar konnte außerdem der Zustand dieser seltenen Berggrünlandflächen durch Gehölzpflege und Einsaat von regional gewonnenem Saatgut deutlich verbessert werden. Vergleichbare Erfolge wurden im Vogelsberg im Rahmen eines Naturschutzgroßprojektes erzielt.

Wenn sich Lebensräume verbessern, macht sich das auch gleich bei den darin lebenden Tier- und Pflanzenarten bemerkbar. Die Bestände der seltenen Vogelarten Wiesenpieper, Baumpieper und Neuntöter haben sich deutlich verbessert: Die Brutreviere beim Wiesenpieper sind im Projektgebiet von 34 auf 76 gestiegen, beim Baumpieper hat sich die Anzahl der Brutreviere von 95 auf 115 verbessert und beim Neuntöter entwickelten sich die Brutreviere von 95 auf 138. „Diese Zahlen bestärken uns darin, mit dem LIFE-Projekt weiterzumachen und ich hoffe, dass wir die gute Entwicklung in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Landwirtinnen und Landwirten sowie den Fachbehörden noch einmal deutlich steigern können“, so Hinz.

Hintergrund LIFE-Projekt „Hessische Rhön – Berggrünland, Hutungen und ihre Vögel

Das von der EU geförderte LIFE-Projekt wird vom Landkreis Fulda umgesetzt, ist auf 6 Jahre angelegt und hat einen Gesamtetat von rund 6,5 Millionen Euro. Der Anteil des Landes Hessen beträgt 2,6 Millionen Euro.

Das schon jetzt erfolgreiche Projekt soll ab 2022 um zwei Jahre verlängert werden. Die dazu notwendigen Personalkosten von rund 700.000 Euro stellt das Hessische Umweltministerium entsprechend bereit. Außerdem konnten in diesem Jahr mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) zusätzliche Flächen für das Projekt erworben werden. Neben den staatlichen Mitteln beteiligt sich auch der NABU am Ankauf von Flächen.

Quelle: Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

 

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