Autofahren: Im Winter sicher unterwegs

Samstag, den 23. Januar 2021 um 09:55 Uhr Kurz & Knapp - Kurznachrichten
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[Hessen / Deutschland] Vielfach liegt derzeit vor allem in den Höhenlagen Schnee und die Temperaturen bewegen sich um den Gefrierpunkt. Autofahrer müssen jetzt besonders vorsichtig und vorausschauend fahren, um ihr Fahrzeug jederzeit beherrschen zu können. „Um ein 1,5 Tonnen und mehr wiegendes Fahrzeug sicher über winterliche Straßen steuern zu können, ist die volle Aufmerksamkeit des Fahrers gefordert“, so Roger Dötenbier, Fahrsicherheitsexperte des ADAC Hessen-Thüringen. „Als Fahrer muss mir klar sein: selbst mit den besten Winterreifen und aktuellen Assistenzsystemen habe ich bei Schnee und Eis einen deutlich längeren Bremsweg, als bei trockenen Straßenverhältnissen.“

Tipps für das Fahren bei Schnee und Glatteis

Eine sichere Fahrt beginnt bereits vor dem Einsteigen ins Auto. Zunächst sollte das komplette Fahrzeug von Schnee und Eis befreit werden. Das gilt nicht nur für Scheiben und Beleuchtung, sondern auch für das Dach. Herabfallende Eisstücke können sonst den nachfolgenden Verkehr gefährden oder bei Bremsmanövern wie ein Geschoss nach vorne fliegen.

Das früher hilfreiche Anfahren im zweiten Gang ist bei modernen Fahrzeugen mit manueller Schaltung nicht mehr erforderlich. „Wer vorsichtig Gas gibt, kommt im ersten Gang gut von der Stelle. Anfahren in einem höheren Gang erhöht den Verschleiß der Kupplung“, erläutert Roger Dötenbier.

Bei Automatikautos sorgt in der Regel die Elektronik für eine gewisse Traktionskontrolle. Beim Anfahren auf Glätte sollte dennoch besonders behutsam Gas gegeben werden. Wichtig bei allen Fahrsituation: Stets beide Hände am Lenkrad halten!

Gelegentlich sollte, wenn keine Gefahr für andere besteht, eine kurze Bremsprobe auf freier Strecke eingelegt werden. Dadurch bekommt der Fahrer ein Gefühl für die Straßensituation und den Bremsweg. Dieser kann bis zu fünfmal länger sein wie bei trockenen Straßenverhältnissen.

Kommt das Fahrzeug auf gerader Strecke ins Schleudern, auskuppeln, bremsen und schnell, aber gefühlvoll gegenlenken. Das ESP hilft beim Stabilisieren des Autos. Reagiert das Fahrzeug nicht mehr, hilft nur eine Vollbremsung. Gerät das Fahrzeug dagegen in einer Kurve aus der Bahn, kurz und fest aufs Bremspedal treten ("Bremsschlag"). Dabei am Steuer locker bleiben und nur sanft korrigieren. Meist reichen wenige km/h Tempoabbau, und das Auto ist wieder kontrollierbar.

Ist die Fahrbahn mit Eis überzogen, etwa nach Eisregen, hilft nur eins: Auto stehen lassen, Straßendienst abwarten. Die Haftung zwischen Reifen und Straße ist gleich null.

Gut zu wissen: Auch E-Autos sind wintertauglich

Tipps für E-Auto-Fahrer

E-Fahrzeuge benötigen im Winter mehr Energie als im Sommer, um den Innenraum, die Heck- und Frontscheiben oder die Batterie zu beheizen. Doch Autofahrer können einiges dafür tun, dass die Reichweite auch an kalten Tagen ausreicht und der Akku geschont wird. Der ADAC hat die wichtigsten Tipps für E-Auto-Fahrer zusammengestellt.

Im Durchschnitt müssen Autofahrer im Winter mit 10 bis 30 Prozent weniger Reichweite rechnen. Bei längeren Strecken schlägt der Verlust anteilig weniger stark zu Buche als bei häufigen Kurzstreckenfahrten, weil das Fahrzeug in diesem Fall häufig aufgeheizt werden muss. Daher sollten Autofahrer im Winter auch für gewohnte Strecken ausreichend Reichweitenreserven einplanen.

Der größte zusätzliche Energieverbraucher ist die Luftheizung, andere Verbraucher wie Infotainment, Licht oder auch Sitzheizung fallen kaum ins Gewicht. Anstatt das gesamte Fahrzeug zu beheizen, sollte also besser die Sitz- und Lenkradheizung eingeschaltet und die Heizungstemperatur niedriger gestellt werden, zum Beispiel auf 18 statt 22 Grad. Wenn möglich, sollten E-Auto-Fahrer den Innenraum vorheizen, solange das Auto mit der Ladeeinrichtung verbunden ist. Jedes Elektroauto hat serienmäßig eine Standheizung verbaut.

Generell gilt: Die Sicherheit darf durch das Energiesparen nicht leiden. Der Fahrer sollte nicht frieren, die Beleuchtung muss eingeschaltet, die Scheiben eisfrei und die Lüftung in Betrieb sein.

Parken in einer Garage verhindert allzu starkes Auskühlen des Akkus. Denn eine kalte Batterie nimmt Energie nicht so gut auf. Für die ideale Ladeleistung und gewohnte Bremsverzögerung (Rekuperation) braucht sie eine Art Wohlfühltemperatur. Fahren im Eco-Modus senkt weiter den Verbrauch und erhöht die Reichweite.

Die Angst, in einem Elektroauto während eines langen Staus zu frieren, ist unbegründet. Ein Elektroauto kann vergleichbar lange beheizt werden wie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Ist die Batterie bei Staubeginn noch ausreichend geladen, reicht der Vorrat für mehrere Stunden oder sogar Tage. Generell rät der ADAC unabhängig von der Antriebsart, die Verkehrslage zu beobachten, genügend Reserven in Batterie oder Tank sowie beispielsweise eine Decke im Fahrzeug zu haben

Quelle: ADAC