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Thema Biodiversität: Naturexperten diskutieren über die Zukunft des Waldes

[Hessen] Auf Einladung von HessenForst fand im Juni das zweite Hessische Staatswaldforum in Weilburg statt. Forstexperten und Verbandsvertreter aus den Bereichen Naturschutz, Holznutzung, Tourismus, Sport und Jagd diskutierten, wie es um den Schutz der Biodiversität in Hessens Staatswald bestellt ist. Gemeinsam wurden Erfolge festgehalten und weitere mögliche Verbesserungen gesucht.

Prof. Dr. Volker Zahner von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, hielt auf dem Staatswaldforum fest: „Die Art und Weise, wie Hessen die Bedingungen für Biodiversität in seinem Wald sichert, kann sich sehen lassen.“ Die Fließgewässer im Wald und die Waldwiesen, denen sich HessenForst mit wissenschaftlichen Untersuchungen und einer systematischen Pflege widme, seien Vernetzungselemente für die Biodiversität im Wald. Auch mit seinem ganzheitlichen Ansatz kann HessenForst nach Zahners Einschätzung punkten.

Bausteine für mehr Biodiversität

Die Hessische Landesregierung hatte sich im aktuellen Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, die bereits bis zum Jahr 2018  aus der Nutzung entzogenen Staatswaldflächen, um zwei auf zehn Prozent zu erhöhen. Dieses Ziel war im April 2019 erreicht worden. So können weitere besondere Refugien für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten entstehen und die Biodiversität im Wald wird gefördert.

Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs HessenForst, nannte die nach dem vorigen Staatswaldforum gemeinsam fortentwickelte „Richtlinie zur Bewirtschaftung des Hessischen Staatswaldes“ eine gute Grundlage, um die biologische Vielfalt des Waldes zu schützen und den ebenso unterschiedlichen wie vielfältigen Erwartungen, die verschiedene Interessengruppen an den Wald richten, gerecht zu werden. „HessenForst ist offen für einen Dialog mit den einzelnen Verbänden. Gleichzeitig bedanke ich mich für das Vertrauen in die Kompetenz und Fachkunde unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Gerst zum Einstieg ins Forum. Ein Monitoring sei unverzichtbar.

Christoph von Eisenhardt-Rothe von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bat auf dem Forum um ein wissenschaftliches Monitoring der Entwicklung, die sich auf den stillgelegten Flächen vollziehe, was auch aus Sicht von Gerst unverzichtbar ist. Auch Jörg Nitsch vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) verlangte „mehr Zahlen“ zur Entwicklung der Bestände und der Altersklassen im Wald sowie zur Holzernte und der Waldpflege.

Schutz und Nutzung vereinen

Laut Stefan Nowak, Abteilungsleiter Waldentwicklung und Umwelt bei HessenForst, sei es wichtig, „einen Modus zu finden, die Artenschutzziele noch besser in die Bewirtschaftung zu integrieren, ohne weitere Flächen still zu legen.“ Armin Blumenauer vom Sägewerk Abalon Hardwood ergänzte, Holz sei als nachwachsender Rohstoff wichtig für die Gesellschaft. Jede Stilllegung von Flächen habe direkten Einfluss auf die Holzverfügbarkeit, auf vergangene und künftige Investitionen, auf Logistik und Preise. Als Waldnutzer habe sein Unternehmen, die Folgen der Flächenstilllegung zu spüren bekommen. Hinzu komme, dass die Rohstoffversorgung durch den Wald wegen des Klimawandels nicht mehr planbar sei.

Auch Matthias Becker vom Hessischen Waldbesitzerverband verwies auf die Folgen des Klimawandels und die Schäden, die die Trockenheit der letzten 1,5 Jahre angerichtet habe. Angesichts dessen gebe es in dieser Zeit wichtigere Themen für ein Staatswaldforum, als die Sicherung der Biodiversität.

Wald auch Klimaschützer

„Für HessenForst ist die Herausforderung des Klimawandels kein Grund, das Ziel der Biodiversität hintenanzustellen“, bekräftigte Landesbetriebsleiter Michael Gerst. Beide Aspekte gelte es zu verfolgen: Biodiversität zur Stabilisierung des Waldökosystems und die Nutzung von Wald und Holz, um den Klimawandel zu bremsen. Denn Wald ist für das Klima wichtig - als Kohlenstoffspeicher und als Lieferant von Holz, das energieintensive, nicht in überschaubaren Zeiträumen nachwachsende Stoffe wie Stahl, Aluminium und Zement ersetzen kann

Quelle: HessenForst

 

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