Wissen nutzen: Deutschland im digitalen Zeitalter

Donnerstag, den 14. November 2019 um 07:30 Uhr Gut zu wissen - Notiert !
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Hauptgebäudes des Statistischen Bundesamtes (c) destatis[Deutschland] Deutschland ist online mit Breitband-Internet, hoher Rechenleistung und mobilen Geräten, die das Privat- und Arbeitsleben tiefgreifend verändert haben. Wie sehr prägt das unser Leben? Das Statistische Bundesamt (Destatis) behandelte diese Fragen bei der Vorstellung des Statistischen Jahrbuchs 2019 anhand ausgewählter Ergebnisse zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten und Unternehmen.

Die Informationsbedürfnisse und das Rechercheverhalten der Nutzerinnen und Nutzer statistischer Ergebnisse haben sich im digitalen Zeitalter grundlegend gewandelt. Zunehmend gefragt ist ein digitaler Zugang zu statistischen Daten, um diese direkt zu analysieren, weiterzuverarbeiten und mit anderen Daten zu verknüpfen. Daher wird das Statistische Bundesamt seine digitalen Angebote weiter ausbauen und das Statistische Jahrbuch nicht fortführen.

Über die Generation Streaming

Im Jahr 2018 nutzten 90 % aller Personen ab 10 Jahren das Internet. Von den 16- bis 44-Jährigen, zu denen „Digital Natives“ und die „Millennials“ zählen, waren nahezu 100 % täglich oder fast täglich online. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zur Vorstellung des Statistischen Jahrbuchs 2019 mit dem Schwerpunktthema „Deutschland im digitalen Zeitalter“ am 30. Oktober in Berlin weiter mitteilte, zeigt sich im Bereich Unterhaltung und Information, dass Video- und Musik-Streaming von jungen Menschen zwischen 10 und 24 Jahren besonders intensiv genutzt wird.

Die Internetnutzerinnen und -nutzer bewegen sich auch zunehmend in der sogenannten Sharing Economy, bei der es um den zeitweisen, gemeinschaftlichen Konsum und das Teilen von Gütern und Dienstleistungen zwischen Privatpersonen geht.

„Vom Einkauf über die Informationsbeschaffung bis hin zur Unterhaltung verlagern sich immer mehr alltägliche Aktivitäten auf das Internet“, sagte Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes, im Rahmen der Pressekonferenz. „Die Trennung in eine ,digitale‘ und eine ,analoge‘ Sphäre vollzieht der Großteil der Menschen in Deutschland nicht mehr. Das Netz ist integraler Bestandteil der Lebenswelt von fast allen.“

Streaming-Dienste werden besonders von jüngeren Menschen genutzt

90 % der regelmäßigen Internetnutzerinnen und -nutzer zwischen 10 und 15 Jahren schauten 2018 Videos von Sharing-Plattformen wie YouTube (Anteil bei allen Internetnutzerinnen und -nutzern ab 10 Jahren: 64 %)

62 % der User zwischen 16 und 24 Jahren sahen Serien, Spielfilme und Dokumentationen bei kostenpflichtigen Streaming-Anbietern wie Netflix oder Amazon Video (Anteil bei allen Internetnutzerinnen und -nutzern ab 10 Jahren: 30 %).

Internetradio und Streamingdienste wie Spotify oder Apple Music nutzten 70 % der 10- bis 15-Jährigen und 84 % der 16- bis 24-Jährigen (Anteil bei allen Internetnutzerinnen und -nutzern ab 10 Jahren: 48 %).

Zwei Drittel der User kaufen im Netz

Der Bereich E-Commerce hat sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Hatten 2008 in Deutschland erst gut die Hälfte (53 %) der Internetnutzerinnen und -nutzer Produkte und Dienstleistungen über das Internet bestellt, so belief sich derAnteil 2018 auf mehr als zwei Drittel (68 %). 46 % der Online-Käuferinnen und -käufer gaben von Januar bis März 2018 zwischen 100 und 500 Euro für Online-Käufe aus, 14 % sogar mehr.

Sie kauften vor allem Kleidung und Sportartikel (69 %), Gebrauchsgüter wie Möbel, Spielzeug oder Geschirr (55 %), Eintrittskarten (43 %) sowie Bücher und Zeitschriften einschließlich digitaler Ausgaben (42 %).

Auch Urlaubsunterkünfte (44 %) wurden häufig über das Internet gebucht, ebenso andere Reisedienstleistungen (36 %). Privatverkäufe und Sharing Economy gewinnen an Bedeutung

Das Internet ist nicht nur der Marktplatz für den Kauf von Waren und Dienstleistungen von kommerziellen Anbietern, sondern auch ein Ort, an dem Waren und Dienstleistungen von privater Seite veräußert werden. Fast ein Drittel (32 %) der regelmäßigen Internetnutzerinnen und -nutzer hat 2018 Waren und Dienstleistungen über das Internet verkauft.

Die Internetnutzerinnen und -nutzer bewegen sich auch zunehmend in der sogenannten Sharing Economy, bei der es um den zeitweisen, gemeinschaftlichen Konsum und das Tei len von Gütern und Dienstleistungen zwischen Privatpersonen geht.

2018 haben sich 20 % der Internetnutzerinnen und -nutzer Unterkünfte bei Privatpersonen über darauf spezialisierte Internetplattformen wie Airbnb, Couchsurfing oder 9flats oder über andere Vermittlungswebseiten, Apps oder soziale Netzwerke besorgt. In der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen lag der Anteil bei 28 %.

Letzte Ausgabe des Statistischen Jahrbuchs - Download als PDF-Datei, 716 Seiten <-KLICK

Die 68. Ausgabe des Statistischen Jahrbuchs ist zugleich die letzte. Mit dem Abschied vom Jahrbuch und dem Ausbau seiner digitalen Angebote folgt das Statistische Bundesamt den veränderten Nutzerbedürfnissen im digitalen Zeitalter.

Bereits jetzt sind statistische Informationen über Deutschland im Datenangebot der Website www.destatis.de, in der Datenbank GENESIS-Online mit mehr als 1 Milliarde Werten sowie weiteren interaktiven Angeboten in größerer Fülle als je zuvor verfügbar.

Die 68. Ausgabe des Statistischen Jahrbuchs enthält nationale und internationale Daten zu Themen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Neben der kostenfreien Online-Version steht eine Print-Publikation zur Verfügung, die im Buchhandel erworben oder direkt bestellt werden kann (Bestellnummer: 1010110-19700-1, ISBN: 978-3-8246-1086-0 , 71 Euro) <-KLICK

Quelle: Statistisches Bundesamt, destatis.de

„Statistisches Jahrbuch 2019 – Deutschland im digitalen Zeitalter“

am Mittwoch, den 30. Oktober 2019
im Haus der Bundespressekonferenz, Tagungszentrum Raum III + IV
Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin
Beginn: 10:00 Uhr

Mitwirkende:
- Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes
- Juliane Gude, Redaktionsleitung des Statistischen Jahrbuchs
- Dr. Ruth Brand, Leiterin der Abteilung „Gesundheit, Soziales, Bildung,
Private Haushalte“
- Melanie Bodenseh, Referentin im Referat „Kostenstruktur,
Informationsgesellschaft“
- Florian Burg, Pressesprecher

Breitband-Internet, hohe Rechenleistung und mobile Geräte haben das Privat-
und Arbeitsleben tiefgreifend verändert. Wo steht Deutschland im digitalen
Zeitalter? Wie sehr prägt die Digitalisierung unser Leben? Das Statistische
Bundesamt (Destatis) behandelt diese Fragen bei der Vorstellung des
Statistischen Jahrbuchs 2019 anhand ausgewählter Ergebnisse zur Nutzung von
Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten und
Unternehmen. Auch die Informationsbedürfnisse und das Rechercheverhalten der
Nutzerinnen und Nutzer statistischer Ergebnisse haben sich im digitalen
Zeitalter grundlegend gewandelt. Zunehmend gefragt ist ein digitaler Zugang zu
statistischen Daten, um diese direkt zu analysieren, weiterzuverarbeiten und
mit anderen Daten zu verknüpfen. Daher wird das Statistische Bundesamt seine
digitalen Angebote weiter ausbauen und das Statistische Jahrbuch nicht
fortführen. Die Pressekonferenz gibt unter anderem Antworten auf folgende
Fragen:

- Wie weit sind Cloud-Computing, Big-Data-Analysen und 3D-Druck in der
Wirtschaft verbreitet?
- Wovon profitieren Erwerbstätige durch die Digitalisierung, welche
Herausforderungen erleben sie?
- Wozu nutzen die Menschen in Deutschland das Internet vorrangig?
- Wie hoch ist die Beteiligung an E-Commerce und E-Government?
- Welche digitalen Angebote bietet das Statistische Bundesamt?