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Renaturierungsmaßnahmen am Großen Moor

Das Naturrefugium wurde bereits 1925 unter Schutz gestellt (c) Karl-Heinz Burkhardt[Rhön] Es ist ein Juwel im Kiebitzgrund, das „Große Moor“ in der Gemarkung Großenmoor. Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer umrunden es – und genießen die Ruhe, vor allem am frühen Morgen und späten Abend. Dabei kann man den Lauten der unter Naturschutz stehenden Tierarten lauschen. Dies wären zum Beispiel die Rohrammer, der Wiesenpieper, der Buchfink, die Wachholderdrossel sowie der Kiebitz auf seinem Durchzug. Die Bekasine wurde gesichtet und auch die Waldeidechse. Selten gewordene Pflanzen wie das Breitblättrige Rohrkolben, die Sumpfkatzdistel, das Sumpfveilchen, die Wiesenflockenblume, der Gilbweiderich, die Rosmarienheide, der Sonnentau, das Wollgras, die Moosbeere und verschiedene Torfmoose gibt es zu entdecken.

Beim „Großen Moor“ handelt es sich um ein Übergangs- und Schwingrasenmoor mit seinem Birkenmoorwald als Kerngebiet. Dessen Entstehung hängt vermutlich mit den in der Tiefe anstehenden Zechsteinsalzen zusammen, die durch eindringendes Wasser über Jahrtausende hindurch ausgelaugt wurden, beschreibt es der Kulturverein Großenmoor auf einer Infotafel. Das Torfpaket weist eine maximale Mächtigkeit von 8,50 Metern auf.

Lange ist es her, dass man hier 1830 einen Torfstich auf landesherrschaftlichem Gebiet einrichtete und damit auch eine Trockenlegung veranlasste. Die Entwässerung über den damals angelegten, noch heute wichtigen „Bruchgraben“ jedoch verlief negativ. Bereits 1868 wurde die Verwaltung dem Forstamt Burghaun übertragen, und 1883 der Torfstich ganz eingestellt.

Die Unterschutzstellung des Moors erfolgte 1925 wegen dessen einmaligem Charakter im gesamten Altkreis Hünfeld. 1934/1935 kamen erneut Pläne auf, das Gebiet zu entwässern. Das Vorhaben, angedacht mit einem Tunnelbau zur Ableitung des Moorwassers hin zur Fulda bei Unterschwarz, scheiterte jedoch aus Rentabilitätsgründen. Heute ist das Moor FFH- und Natura 2000-Gebiet (dient dem Erhalt wildlebender Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume).

Es stehe in der Obhut von Hessen-Forst, so Jörg Althoff, beim Forstamt Burghaun für Naturschutz zuständig. Eine FFH-Grunddatenerfassung fand 2002 statt. Hierauf bauen die in enger Absprache mit der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium in Kassel durchgeführten Maßnahmen zur Pflege und zum Erhalt des Naturschutz- und FFH-Gebiets auf.

Trotz des sehr niederschlagsarmen Sommers 2018 ähnelt beim Betreten der Boden im Moorinneren einem mit Wasser aufgesogenen Schwamm. Überqueren sollte man ihn nicht. Die Gefahr des Versinkens sei sehr groß, so Althoff. Die Trockenheit im Vorjahr konnte genutzt werden, um die sich stark verbreitenden Weidenstöcke samt Wurzeln zu entfernen. Dies geschah außerhalb der Brut- und Setzzeit mittels eines mit einem Rodrechen bestückten Baggers.

Ziel war es, den Wasserhaushalt des Moors zu stabilisieren, da die Weiden einen verdämmenden Einfluss auf die Moorvegetation nahmen. In 1960 gepflanzte Pappeln im südöstlichen Randgebiet wurden ebenfalls gefällt, da auch sie einen negativen Einfluss auf das Moor ausübten. In diesem Bereich schredderte ein Raupenfahrzeug während der letzten Frosttage Schilf und Gestrüpp.

Das 23,7 Hektar große Niedermoor beinhaltet acht Hektar extensiv genutzte Grünflächen sowie 5,4 Hektar Brachland. Der „Bruchgraben“, in dem sich mittlerweile der Biber eingefunden hat, leitet das Moorwasser ab. Für das von der Autobahn A7 abfließende Oberflächenwasser wurde ehemals ein Ringgraben zum Schutz des Naturschutzgebiets angelegt.

Im Zuge der bevorstehenden Brückenbauarbeiten zwischen Großenmoor und Rothenkirchen ist ein Abwasserrückhaltebecken geplant, das ebenfalls dem Schutz des Moors dienen soll.

Quelle: Landkreis Fulda / Karl-Heinz Burkhardt

 

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