Märchenstadt - Weihnachtsmarkt der kalten Herzen?

Gut zu wissen - Lifestyle
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Minikonzert - Musiker in Hanau am Markt (c) HESSENMAGAZIN.de
Minikonzert - Musiker in Hanau am Markt (c) HESSENMAGAZIN.de

[Hanau Anfang Dezember 2016] Kürzlich wurde der Weihnachtsmarkt in Hanau eröffnet unter dem Motto "Märchenhafter Winter". Ob der Mann in der roten Jacke, der mit zwei Holzstöckchen auf einer Metallwanne dort "Musik" macht, das mit unterschreiben würde, fragt man sich wohl zu Recht. Sein Leben ist wahrscheinlich echt und kein Märchen.

Er sitzt auf einer Trittleiter und trägt Sandalen (c) HESSENMAGAZIN.de
Er sitzt auf einer Trittleiter und trägt Sandalen (c) HESSENMAGAZIN.de

Neben ihm steht eine Saft-Flasche, die mit Wasser gefüllt ist. Das Pärchen schaut ihm zu, er scheint es jedoch nicht zu bemerken - genauso wenig wie den "Duft von Glühwein, Zuckerwatte und gebrannten Mandeln, ein Meer von Lichtern und festlich geschmückte Holzhäuschen vor der Kulisse von Hessens größtem Adventskalender. Der traditionsreiche Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz der Brüder-Grimm-Stadt Hanau verbreitet märchenhafte Weihnachtsstimmung." (Zitat Pressmeldung Stadt Hanau)

Kulisse für ein Märchen: Beleuchtetes Rathaus am Markt (c) HESSENMAGAZIN.de
Kulisse für ein Märchen: Beleuchtetes Rathaus am Markt (c) HESSENMAGAZIN.de

Es sind zwei sehr unterschiedliche Welten, die dort aufeinander prallen - oder besser: da nebeneinander existieren. Das "behütete" Pärchen hat natürlich keinen Euro in das Sammelkörbchen des Musikmachenden geworfen. Zu schlicht war wohl seine Darbietung. Auch drückte seine in sich gekehrte Haltung kein wirkliches Interesse am Publikum aus. Sie wirkte eher abwehrend und könnte auch als gesellschaftlicher Protest interpretiert werden. Still nicht, denn sein "Plimplim" war noch eine Straße weiter zu hören...

Das wirft Fragen auf. Mehrere sogar.

Zwei Gründe als Antworten könnten dem Zuschauer in den Sinn kommen: "Altersarmut" und"selbst schuld".

Bis vor einigen Jahren galt es als persönliche Schande, im Leben ins Unglück zu geraten. Schuld- und Schamgefühle gehörten für Betroffene dazu, wenn sie vom Pech verfolgt waren und sich daraus nicht selbst befreien konnten. Hilflos zu sein gehörte sich einfach nicht!

Sogar auf dem Gebiet der Psychologie wurden bis lange nach dem zweiten Weltkrieg Traumata (verletzende / schädigende Ereignisse) als nicht relevant für unser Wohlbefinden angesehen. Unsere "Seelendoktoren" maßen schmerzendem Erleben wenig Bedeutung bei. So konnte es auch geschehen, dass der Mensch nicht wusste, dass man und vor allem - wie man - um Hilfe bitten kann. Tja, wer wollte denn schon zugeben, ein Problem zu haben und eventuell als "Jammerlappen" zu gelten?

Ohne Mitleid, Emphathie (Mitgefühl) ist Ausblenden - Wegschauen - Ignorieren doch eine exzellente Lösung - oder?


 

Und hier die Ankündigung: Hanauer Weihnachtsmarkt – ein tolles Erlebnis!

25. November - 22. Dezember 2016 / Täglich von 11 - 21 Uhr

In den Straßen, auf den Plätzen und in den Fußgängerzonen der Innenstadt funkeln und glitzern 52.000 Lichtpunkte, die Teil der eleganten Weihnachtsbeleuchtung sind. Tannenzweige und hunderte von Weihnachtspäckchen schmücken zudem die Laternen in der City.

Zu Füßen des Nationaldenkmals der berühmten Märchensammler laden rund 75 Verkaufs- und Gastronomiestände zum Schlendern, Schlemmen und Genießen ein. Das nostalgische „kleine“ Riesenrad und das historische Karussell mit seinen Holzpferden und -kutschen bringen Kinderaugen zum Leuchten. Auf der großen Weihnachtsbühne sorgen täglich Sänger, Musiker und Chöre für Unterhaltung und Festtagslaune.

Auf dem Markt sind allerlei nützliche und dekorative Dinge käuflich zu erstehen: Weihnachtsschmuck und Krippenausstattung, Winterkleidung und Kinderspielzeug, Haushaltswaren, Deko-Objekte und Geschenke. Natürlich gibt es auch jede Menge regionale und überregionale Leckereien für Genießer: Hessisches Fingerfood, selbstgekelterten Apfelwein sowie weitere regionale Speisen und Getränke kredenzt Cornelia Kannengiesser aus Roßdorf. Sie ist zum ersten Mal auf dem Hanauer Weihnachtsmarkt dabei. Neu ist auch der Stand mit heißen Maiskolben von Thomas Eberhardt, die man mit Salz, Butter und anderen Zutaten genießen kann. Deftige und süße Spezialitäten wie Hausmacher Wurst, Schinken, Marmeladen, Obstweine und Liköre gibt es zudem im „Bauernladen“ von Anita Richter zu erwerben, der erstmals seit längerer Abwesenheit wieder dabei.

Bereits im fünften Jahr gibt es auf dem Weihnachtsmarkt einen gemeinsamen Stand von 13 Hanauer Serviceclubs, darunter Lions, Zonta, Rotary, Ladies Circle und Soroptimisten. Hier wird täglich leckerer Eintopf oder Suppe – gespendet von diversen gastronomischen Betrieben - heißer Punsch sowie Plätzchen und Marmelade angeboten. Alle Einnahmen werden von den Serviceclubs einem guten Zweck zugeführt. In diesem Jahr profitiert ein Projekt zur Förderung der Integration von Flüchtlingen.

Zwei weitere Hütten sind für diverse gemeinnützige Organisationen reserviert, die die Stände abwechselnd besetzen. Unter anderem sind hier die Freiwilligenagentur Hanau, das Seniorenbüro Hanau, der Deutsche Kinderschutzbund, die Lebenshilfe, die Aids-Hilfe Hanau, das Tierheim Hanau, der Stadtteilladen Südlicht, der Lamboypark, der ambulante Kinder- und Jugend-Hospizdienst, die inklusive Sophie-Scholl-Schule und verschiedene andere Schulen vertreten. Es gibt Kerzen, Glühwein, Waffeln, selbstgemachte Marmelade, türkische Spezialitäten und vieles mehr… sowie Antworten auf alle Fragen zur Arbeit der Organisationen und Institutionen.

Vier Wochen volles Programm auf der Weihnachtsbühne

Rund 1200 Akteure präsentieren in vier Wochen über 75 verschiedene Programmpunkte. Vereine aus Hanau und dem Umland, Hanauer Schulen, Hanauer Kindertagesstätten sowie verschiedene Hanauer Kirchengemeinden bieten auf der Bühne Weihnachtliches aller Art dar. Oberbürgermeister Claus Kaminsky eröffnet den Weihnachtsmarkt offiziell am Freitag, 25. November, um 18 Uhr. Im Vorfeld spielt das Blasorchester der Karl-Rehbein-Schule und im Anschluss die Hanauer Stadtkapelle.

Auch in diesem Jahr stehen wieder bekannte Musiker und Charity-Aktionen auf dem Programm: Am 27. November um 19 Uhr und 21. Dezember um 18 Uhr werden „Skillmates“- ein musikalisches Projekt von Künstlerinnen und Künstlern für karitative Projekte - wieder „Den Zauber der Weihnacht“ versprühen. Am Samstag, 26. November um 18 Uhr tritt die Musicalgruppe Flip-Flops e.V. auf. Am Sonntag, 27. November präsentiert Doro Ignatz ab 16 Uhr Christmas Swing und J. Sanders spielt ab 17.30 Uhr unplugged. Am Montag, 28. November übernimmt Trudi, die Putzperle von Schloss Philippsruhe um 19 Uhr die Bühne. Die Wingerts spielen am 2. Dezember um 19.30 Uhr „Folkrockakusticpophiphopjazz. Singer/Songwriter Reverend Schulzz zieht am 3. Dezember um 18 Uhr das Publikum in seinen Bann und um 19.30 Uhr präsentiert Tenor Julius Meder die schönsten Weihnachtslieder.

Ebenfalls ein Höhepunkt ist die Übergabe des Spendenschecks aus den Erlösen des Hanauer Adventskalenders an Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Samstag, 17. Dezember, um 17 Uhr. Im Anschluss unterhalten „Prima La Voce“ sowie „Fancy“ mit ihrem Weihnachtsspecial „Ein Engel für Rudolph“ das Publikum.

Quelle: Stadt Hanau

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