[Hier und jetzt] Die sogenannte „3‑Feet Rule“ im US‑Militär ist ein verhaltenspsychologisches Prinzip von Navy SEALs, amerikanischen Elitesoldaten, um in extremen Stresssituationen handlungsfähig zu bleiben. Anstatt sich von der Größe einer Aufgabe, einer Mission oder drohenden Gefahr überwältigen zu lassen, konzentriert man sich auf das, was man jetzt sofort kontrollieren kann. Der Abstand von rund drei Fuß (ca. 90 cm) steht sinnbildlich für den kleinen Handlungsspielraum, der in kritischen Situationen über Übersicht und Handlungsfähigkeit entscheidet.
Die Vorteile sind:
- Stressreduktion: Große Herausforderungen werden in kleinste Handlungseinheiten zerlegt.
- Situationsbewusstsein: Aufmerksamkeit bleibt auf unmittelbare Umgebung und Gefahren gerichtet.
- Fehlervermeidung: Der Fokus auf das Kontrollierbare verhindert Überforderung.
- Taktische Effizienz: Besonders bei riskanten Einsätzen wichtig.
Anwendungsmöglichkeiten finden sich auch im "normalen" Leben, wenn der Pelletslieferant den dringenden Nachschub nicht abliefern kann, der Rechtanwalt nicht weiter weiß und die Kinder mal wieder nicht Präsident werden wollen. Dann geht man / frau in die Küche, um Tee zu kochen oder telefoniert mit der Zeitansage bzw. schaut sich Katzenvideos im Internet an.
So gewinnt man Zeit, um sein Gehirn derweil arbeiten zu lassen. Denn die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) meint: "Unser Gehirn antizipiert (ahnt im Voraus), wann etwas voraussichtlich geschehen wird. Dabei nutzt es dieselbe Wahrscheinlichkeitsberechnung unabhängig davon, ob ein Ereignis in wenigen hundert Millisekunden oder in mehreren Sekunden erwartet wird. Gleichzeitig schärft eine hohe Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses das Zeitgefühl, denn wenn etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt wahrscheinlicher ist, verfolgt das Gehirn die Zeit präziser." (ZITAT)
Selbst nachlesen (und Tee trinken): www.mpg.de/25979922/gehirn-schaetzt-wahrscheinlichkeit-von-ereignissen <-KLICK
Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de