Oh Baby: Pflege mit flüssigem Kunststoff

Donnerstag, den 29. Dezember 2022 um 07:37 Uhr Das leibliche Wohl - Gesund oder ungesund bis giftig
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Nivea Baby Soft & Cream Wipes 63x - Foto (c) HESSENMAGAZIN.de

[Deutschland] Viele Mütter machen es sich einfach beim Reinigen der windelseitigen Stelle ihres Kindes. Wasser und Seife plus Waschlappen sind ja seit Jahrzenten OUT. Also her mit den "Feuchttüchern". Nivea bewirbt eins seiner Produkte mit dem beruhigend wirkenden Satz: "Die Soft & Cream Feuchttücher reinigen und pflegen beanspruchte Babyhaut sofort. Getränkt in eine milde Softcreme, beruhigen sie Hautirritationen und bewahren den natürlichen pH-Wert der Haut." Erwähnt wird aber nicht, dass das Softe darin flüssiger Kunsstoff ist.

Nur ein kleines Aufkleberchen unten rechts weist darauf hin... Und empfiehlt, die Tücher nicht in der Toilette zu entsorgen, damit Schildkröten nicht den Kopf hängen lassen (oder so).

Nivea Baby Soft & Cream Wipes - Hinweis: enthalten Kunsstoff - Foto (c) HESSENMAGAZIN.deNivea Baby Soft & Cream Wipes - Hinweis: Enthalten Kunsstoff - Foto (c) HESSENMAGAZIN.de

Man könnte auch glauben, dass mit dem Hinweis die Verpackung gemeint ist. Deswegen bemühen wir mal ToxFox oder CodeCheck und scannen den Strichcode auf der Packung. Das Ergebnis lautet: "Achtung Schadstoffe - Dieses Produkt enthält flüssige Kunststoffe: Polyvinylpyrrolidon (PVP) und Derivate plus Acrylates Crosspolymer (ACS)."

Schau an. Seitdem Micro- und Nanoplastik in Verruf geraten sind, mischt man nun so etwas Ähnliches wie Silikon (aus Mineralöl) in Kosmetikprodukte. Diese Version löst sich zwar im Wasser auf, aber ob sie irgendwann ganz verschwunden (abgebaut) ist, weiß man überhaupt noch nicht.

Mehr dazu: https://utopia.de/ratgeber/acrylates-copolymer-was-du-ueber-den-kunststoff-in-kosmetik-wissen-musst/

Alternativen ohne Kunststoff

Gute Reinigungtüchlein für Kinder: Alouette - Foto (c) HESSENMAGAZIN.de = https://utopia.de/galerien/alternativen-kosmetik-produkte-mit-ohne-mikroplastik/

Weitere Informationen:

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de