Haben Sie in diesem Jahr Ihre Grippe schon genommen?

Mittwoch, den 12. März 2025 um 10:42 Uhr Das leibliche Wohl - Gesund oder ungesund bis giftig
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Medikamente: Nasenspray, Husentropfen (c) HESSENMAGAZIN.de[Hessen und Drumherum] Man kann es sich eigentlich nicht vorstellen: Bloß weil jemand in unserer Nähe gehustet hat, werden wir krank? Und doch passiert es. Diesmal sogar richtig heftig, denn die echte Grippe geht um. Die Influenza kommt heuer mit Rhino-/Enteroviren, Influenzaviren, Respiratorische Synzytialviren (RSV) und humanen saisonalen Coronaviren daher, weiß das RKI <-KLICK.

Zuerst plagt uns Husten, der sich nach kurzer Zeit zu Krampfanfällen ausweitet. Falls dann kein starkes Fieber dazukommt, tut einem trotzdem plötzlich alles weh, und der Kopf brummt ganz gemein.

Wer vom Pech verfolgt wird, den erwischen auch noch Erkältungsbakterien, die machen sich als heftiger Schnupfen bemerkbar.

Nun wird es kompliziert. Das Immunsystem wird mit allerlei Tröpfchen und Pülverchen, Nebelschwaden aus dem Inhalator und der traditionellen Rotlichtlampe unterstützt. Doch das alles will nicht so recht funktionieren.

Denn plötzlich kann man kaum noch etwas hören. Radio, Telefon und andere Tagesgeräusche scheinen sich für mehrere Stunden (Tage?) hinter einer Wattemauer abzuspielen. Und mit dem Riechen klappt es auf einmal auch nicht mehr. Erinnerungen an Corona kommen auf.

Inzwischen rasselt die verschleimte Lunge und beim Niederlegen bekommt man keine Luft mehr durch die Nase. Frischluft muss her. Das Schlafen wird halb im Sitzen absolviert, unterbrochen von x Toilettengängen, weil man sich mit allerlei Tees abfüllt.

Es ist zu einer Art Kampf geworden, den man überleben will: Struggle for life

Die ersten Freunde und Bekannten werden langsam ungedultig. WhatsApp füllt sich mit Anfragen: "Gehts schon besser?" Das nervt!

Sogar der nette Besuch, der ein Süppchen vorbeibringen möchte, wird abgewimmelt. Erstens hat man so gar keinen Appetit und zweitens weder eine Frisur noch frischen Atem. Auch die Schlabberhose, in der man seit Tagen zwischen Couch und Küche "spazieren geht", ist nicht mehr herzeigbar. Außerdem darf man mit Fug und Recht behaupten, durchaus noch ansteckend zu sein.

In der zweiten Woche geht es statt aufwärts noch einmal rapide bergab. Wir verbrauchen jetzt Berge von Taschentüchern, langweilen uns längst beim Fensehen und müssen die Kopfschmerzen inzwischen mit chemischen Mitteln vertreiben. Folge: Uns ist schwindelig.

Die notwendige Bettruhe macht uns zappelig, die Lunge rasselt immer noch hörbar. Das "Abhusten" hat unsere Rippen in den letzten Tagen schmerzhaft belastet. Wir lernen deswegen per Internet, die Anfälle zu unterdrücken. Und eine Tube Heilsalbe wird zum besten Freund unserer geschundenen Nase.

Als die zweite Woche vergangen ist, kommt es zu einigen halben Stunden, in denen die Kraft zurückehrt. Trotz Kurzatmigkeit und leichten Herzschmerzen wird das sofort genutzt. Doch besser nicht zu lange... es rächt sich. Wir wagen uns aber nach draußen, sitzen in der Sonne, laufen ums Haus. Alles gemächlich, denn wir wollen keinen Rückfall erleiden. Der könnte uns ins Krankenhaus bringen.

Die ersten Termine werden für die übernächste Woche angedacht

Rückblickend haben wir uns neben einigen Bakterien gegen den Frontalangriff einer Horde von Viren gewehrt, bei denen Medikamente nicht wirklich helfen, wenn sie uns schon im Griff haben. Der RSV-Virus ist der Erreger schwerer Atemwegsinfekte und Lungenentzündungen. Coronaviren der neuen Generation (SARS-CoV-2) kappen wohl as usual den Geruchssinn, und alles andere ist verantwortlich für die allgemeine Schwäche plus die krasse Neben- und Stirnhöhlenentzündung.

WOW Weinend

Achach, am Ende wagt einer tatsächlich zu fragen, woher wir wussten, dass wir eine Grippe hatten... und warum das denn bei uns so lange dauert mit dem Gesundwerden.

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de