Vogelsberger Natur: Wie damals bei Hänsel und Gretel

Montag, den 05. Oktober 2026 um 09:16 Uhr Gut zu wissen - Baum Lobby
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Redaktionshund Michel beim Waldbaden (c) HESSENMAGAZIN.de[Oberwald] Es ist erstaunlich, wie viel uns ein junger Hund über die Natur verraten kann. Dort, wo der Wald noch weitgehend natürlich ist, ohne Asphaltwege, ohne Weideflächen und fernab von Straßenlärm, verändert sich sein Verhalten spürbar. In der Stille bleibt er stehen, hebt aufmerksam den Kopf und lauscht.

Während für den Menschen oft nichts zu sehen ist, nimmt der Hund Geräusche, Gerüche und Bewegungen wahr, die auf die verborgene Tierwelt des Waldes hindeuten.

Solche Momente zeigen, wie lebendig und ursprünglich manche Waldgebiete in Hessen und Umgebung noch immer sein könnten.


Bis vor einiger Zeit lockte man Besucher bewusst in den Forst, stellte Bänke auf, nagelte Hinweisschilder für Wanderwege an die Bäume und wies kilometerlange Mountainbikestrecken aus. Dadurch sind unberührte Stellen inzwischen selten und "kostbar". Die Folge davon: "Waldbaden" ist zu einem teuer buchbaren Trend geworden.

Denn wo Menschenmassen unterwegs sind, Parkplätze ausgewiesen werden und jeder Aussichtspunkt auf Social-Media-Kanälen geteilt wird, geht genau das verloren, was viele dort suchen: Ruhe, Ursprünglichkeit und das Feeling, ein Teil der Natur zu sein. Was früher selbstverständlich war, wird heute als besondere Erfahrung vermarktet.

Doch eigentlich braucht es weder Kurs noch Anleitung. Es genügt, einen Ort zu finden, an dem das Rascheln der Blätter zu hören ist und es Rückzugsräume für Tiere gibt.

Waldlichtung (c) HESSENMAGAZIN.de
Waldlichtung (c) HESSENMAGAZIN.de

Wer dort unterwegs ist, merkt schnell: Die größte Attraktion ist inzwischen nicht ein spektakuläres Ausflugsziel, sondern die Stille selbst. Sie macht erlebbar, was Wald eigentlich sein sollte.

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de