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2018: Ein ereignisreicher Sommer im Vogelsberggarten

Am Ende des Sommers wird in Ulrichstein das Erntedankfest gefeiert - Foto (c) Brigitta Möllermann
Am Ende des Sommers wird in Ulrichstein das Erntedankfest gefeiert - Foto (c) Brigitta Möllermann

Das Kleinod im Naturpark der Vulkanregion Vogelsberg wird immer bekannter

Anlässlich der Biodiversitätskonferenz in Ulrichstein Anfang diesen Sommers bezeichnete Bürgermeister Schneider den Vogelsberggarten als „Aushängeschild der Region“. Immer mehr Besucher kämen auf den Schlossberg hinauf. Auch das Hessische Fernsehen hatte Interesse an den Besonderheiten gezeigt und schon zwei Berichte gesendet.

Zusätzlich lud wie in jedem Jahr der Geschäftsführer des Gartens, Richard Golle, zu mehreren geführten Rundgängen über das Gelände ein. Dadurch konnte unter anderem eine neue Patin gewonnen werden, so dass es inzwischen acht Helfer sind, die die Beete im Garten mit pflegen und für Aktionen und Projekte zur Verfügung stehen. Für die Zukunft wünschen sich alle Beteiligten dem jetzigen öffentlichen „Schaugarten für die heimischen Pflanzen“ einen erweiterten Status als botanischer Garten.

Weitere Förderung für die nächsten zwei Jahre

In Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde sind mit den erneut bewilligten Geldern aus der hessischen Biodiversitätsstrategie inzwischen drei Anzuchtbeete für Blumen und seltene Pflanzen sowie kleine Mengen „Wildvorkommen“ angelegt worden. Neben dem Bauerngarten wurde eine Themenecke eingerichtet für die Stehende Weißmiere, eine Pflanzennachzucht aus dem Botanischen Garten in Frankfurt. Daneben findet man ein Feuchtbiotopbeet mit „Sedum“, dem selten gewordenen Supfmauerpfeffer.

Blüht vom Sommer bis zum Herbst: Die Sonnenblume - Liebling der Insekten und Vögel - Foto (c) Brigitta Möllermann
Blüht vom Sommer bis zum Herbst: Die Sonnenblume - Liebling der Insekten und Vögel - Foto (c) Brigitta Möllermann

Nicht zu übersehen ist das begehbare 8 x 5 Meter große Beet neben dem Bauernacker, wo aus Samen gezogene heimische Gehölze heranwachsen. Bislang sind dort kleine Ulmen, Speierlinge, Wildbirnen und Haferschlehen zu finden. Hinzu kam eine Umzäunung, die den Wildverbiss durch Rehe und Hasen reduzieren soll. Im folgenden Jahr wird auf dem Südhang ein neues, terrassenförmiges Glatthaferbeet angelegt, das mit sieben Metern Breite und nur einem Meter Tiefe einfacher zu pflegen sein wird als das bisherige. Am ehemaligen Standort wachsen dann als „Insektenweide“ entsprechende Blühsträucher und Blumen.

Die ersten Sponsoren für den Vogelsberggarten

Dank Sägewerk, Dachdeckerbetrieb und Schindelwerk entstand der Unterstand für die Nachtschattengewächse im Bauerngarten - FOTO (c) Andreas Clauss
Dank Sägewerk, Dachdeckerbetrieb und Schindelwerk entstand der Unterstand für die Nachtschattengewächse im Bauerngarten - FOTO (c) Andreas Clauss

Durch drei örtliche Gewerbebetriebe erhielt der Trägerverein „Freunde und Förderer des Vogelsberggartens“ kostenlos Material, um einen schmucken Tomaten-Unterstand im Bauerngarten bauen zu können. Großzügig gespendet wurden dafür Holzlatten, Kanthölzer und formschöne Biberschwanz-Ziegel sowie Schindeln, mit denen der Hingucker in 40 Arbeitsstunden errichtet werden konnte. Ein anderer Sponsor hat sich zudem bereit erklärt, mehrere Bänke anzufertigen. So werden ab dem nächsten Jahr Besucher an den einzelnen Themenbeeten bequeme Sitzgelegenheiten vorfinden.

Ein Hoch auf die Insekten

Ob man den ortsansässigen Imker als Sponsor, Förderer oder Nutznießer bezeichnen möchte, ist gleich. Er brachte in diesem Jahr einige Bienenstöcke in den Vogelsberggarten. Dort schwärmten seine Honigbienen während der warmen Monate aus und bestäubten beim Sammeln von Nektar die Pflanzen am Schlossberg. Auf diese Weise wurde einerseits dem Bienensterben entgegengewirkt und andererseits gibt es nun den „Schlossgartenhonig“ aus Ulrichstein. Darüber hinaus haben mehrere Ulrichsteiner Bürger angekündigt, Insektenhotels zu spenden. So werden ab 2019 an verschiedenen Standorten im Vogelsberggarten hoffentlich nützliche Wildbienen und andere Insekten adäquate Nist- und Überwinterungshilfen entdecken.

Motorsägen-Schauschnitzen im festlichen Rahmen

Hans-Peter Würz sägte auf Wunsch der jungen Leute neben einem Kürbiskopf, einem Vogelhaus, einer Fackel auch eine 'Metal Fork' - FOTO (c) Brigitta Möllermann
Hans-Peter Würz sägte auf Wunsch der jungen Leute neben einem Kürbiskopf, einem Vogelhaus, einer Fackel auch eine „Metal Fork“  - FOTO (c) Brigitta Möllermann

Im Februar mussten im südlichen Bereich des Vogelsberggartens mehrere Fichten gefällt werden, die zu viel Schatten auf das Glatthaferbeet warfen. Um an dieser Stelle die Grenze des Gartens zu verschönern, kam man auf die Idee, aus den vier Meter hohen Baum-Stümpfen Skulpturen zu schnitzen. Im Rahmen eines kleinen Sommerfestes zeigte der Hobby-Kettensägenkünstler Hans-Peter Würz aus Wernges dafür sein Können und kreierte vier Figuren.

Erntedankfeier zu den Themen „Bäume und Herbst“

Am Ende des Sommers feierten die Freunde des Vogelsberggartens wieder den Erntedank auf dem Schlossberg. Am einem frühen Sonntagnachmittag im September begannt die diesmal außerordentlich gut besuchte Veranstaltung mit einer von Pfarrerin Antje Armstroff geleiteten Andacht vor der Ernst-Happel-Hütte. Anschließend wurde dort neben dem Bauerngarten Kaffee und selbst gebackener Kuchen angeboten. Danach lud die Märchenerzählerin Sandra Bauer zu Geschichten ein auf einem botanischen Rundgang zum Thema Bäume und Herbst.

Bürgermeister Schneider, der mit seiner Gattin an der Feier teilnahm, berichtete den Anwesenden von der geplanten Restaurierung der Burgruine oben auf dem Schlossberg, die sich im Besitz des Landes Hessens befindet: „Wir hoffen, dass wir in der nächsten Saison wieder vom Turm in alle Richtungen über das Land schauen konnen.“
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Über den Vogelsberggarten

In Hessens höchst gelegenem Städtchen Ulrichstein befindet sich auf dem Schlossberg in 614 m Höhe eine frei zugängliche Burgruine aus dem 12. Jahrhundert, von der noch Gräben und Wälle erhalten sind. Vom Wehrturm herunter, der als Aussichtsturm rekonstruiert ist, hat man eine herrliche Weitsicht.

Drumherum wurde im Jahr 2000 ein sechs Hektar großer Vogelsberggarten mit Spazierwegen angelegt, wo heute die charakteristische Vegetation der Region durch extensives Bewirtschaften für die Nachwelt erhalten wird. Dort präsentiert man die Entstehung und Entwicklung der Vogelsberger Kulturlandschaft mit ihrer typischen Pflanzenwelt.

Nord-Westhang mit Heureutern - Foto (c) Brigitta Möllermann
Nord-Westhang mit Heureutern am Abgang zum Museum in Ulrichstein - Foto (c) Brigitta Möllermann

Viele Dokumentationstafeln erklären die Geschichte des Ackerbaus und der im Vogelsberg exemplarischen Waldweiden. Dazu sieht man die üblichen Hecken und Lesesteinhaufen neben Schaf- und Kuhweiden sowie einen Bauerngarten mit alten Nutz- und Zierpflanzen. Der gepflegte Heilkräutergarten und der bäuerlich bewirtschaftete Kartoffelacker sowie die Wiesen mit ihrem altem Obstbaumbestand zeigen inzwischen rar gewordene botanische Besonderheiten.

Der Vogelsberggarten wird vom Verein der Freunde und Förderer des Vogelsberggartens e. V. unterhalten und vom Zweckverband Naturpark Hoher Vogelsberg sowie der Stadt Ulrichstein aktiv unterstützt. Der Zutritt ist das ganze Jahr über frei: www.vogelsberggarten.de

Quelle: Brigitta Möllermann

 

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