Das Höchste: Der Bismarckturm auf dem Taufstein

Mittwoch, den 24. Juni 2026 um 07:36 Uhr VB - Der Vogelsberg ist Kult
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Taufstein: Stillstand im Wald (c) HESSENMAGAZIN.de
Taufstein: Stillstand im Wald (c) HESSENMAGAZIN.de

[Hoher Vogelsberg] Einst war der alte Turm ein beliebtes touristisches Ziel im Vogelsberg. Jetzt bröckelt er seit Jahren hinter einem Bauzaun vor sich hin. Für seine nötige Restaurierung will niemand Geld ausgeben.

Unser "Praktikant" Gemini führt dazu aus:

Der Bismarckturm ist ein markantes historisches Denkmal im Hohen Vogelsberg. Er befindet sich auf dem Gipfel des Taufsteins, der mit 773 Metern die höchste Erhebung des gesamten Vogelsberg-Massivs darstellt. Das Bauwerk vereint regionale Naturmaterialien mit der kaiserzeitlichen Denkmalkultur und liegt mitten in einem ökologisch wertvollen Naturschutzgebiet.

Der Bonifatiusborn: Seit langem ohne Wasser (c) HESSENMAGAZIN.de
Der Bonifatiusborn: Seit langem ohne Wasser (c) HESSENMAGAZIN.de

In alten Beschreibungen steht: Der Turm bietet über 101 Stufen Zugang zur Aussichtsplattform mit weitem Panoramablick auf umliegende Mittelgebirge wie Taunus, Rhön und Rothaargebirge... Doch Fakt ist: die umstehenden Bäume versperren inzwischen die Sicht.

Früher war der Vogelsberger Höhen-Club (VHC) Besitzer des Turms und engagierte sich lange für dessen Erhalt und Nutzung. 1996/97 wurde er saniert, doch seit Jahresbeginn 2020 ist er wegen erheblicher Bauschäden, verursacht durch permanente Feuchtigkeit aus Regen, Nebel, Frost und Schnee, für Besucher geschlossen. Die Sperrung wurde vom Naturpark Vulkanregion Vogelsberg veranlasst, der bis Ende 2022 für die Unterhaltung zuständig war.

Der Turm steht auf einem Grundstück des Landes Hessen

Der Naturpark kündigte den Vertrag mit dem Land Hessen, da die Unterhaltungspflicht die Leistungsfähigkeit des Zweckverbandes überstieg. Die Sanierung des Turms ist somit eine Aufgabe des Landes Hessen, das als Eigentümer für die Instandhaltung verantwortlich ist. Die finanzielle und organisatorische Umsetzung einer Sanierung ist bislang jedoch noch nicht geregelt (Stand 2026).

Warum lässt das Land Hessen den Turm verfallen?

Das Land Hessen hat bisher keine ausreichenden Mittel oder ein konkretes Sanierungskonzept bereitgestellt, um den Bismarckturm instand zu setzen. Die klimatischen Bedingungen auf dem Taufstein mit starker Feuchtigkeit, Frost und Schnee führen zu erheblichen Bauschäden, die eine aufwändige und kostenintensive Sanierung erfordern.

Warum kümmert sich der Landkreis nicht?

Der Vogelsbergkreis sieht sich nicht in der direkten Verantwortung für die Sanierung, da der Turm auf Landesgrund steht und das Land Hessen als Eigentümer gilt. Zudem fehlen dem Landkreis die finanziellen Mittel und die Zuständigkeit für die Instandhaltung des Bauwerks. Die Verantwortung liegt somit primär beim Land Hessen, während der Landkreis und die Stadt Schotten lediglich unterstützende Rollen einnehmen können.

AHA

Eine Idee: Spenden sammeln und Fördermittel beantragen für den Bismarckturm

Die Idee einer Spendensammlung für die Sanierung des Bismarckturms auf dem Taufstein, ähnlich der erfolgreichen Aktion für die Alte Oper in Frankfurt, wäre eine vielversprechende Möglichkeit. Damit kann man nicht nur finanzielle Mittel generieren, sondern auch das öffentliche Bewusstsein und die lokale Verbundenheit mit dem Denkmal stärken.

Zusätzlich könnten Fördergelder von Landes-, Bundes- oder EU-Programmen für Denkmalschutz, Tourismusförderung oder Regionalentwicklung helfen, die Sanierungskosten zu decken und die Umsetzung zu beschleunigen.

Voraussetzung dafür ist ein tragfähiges Sanierungskonzept und eine koordinierte Zusammenarbeit von Eigentümer, Kommune und engagierten Vereinen wie dem Vogelsberger Höhen-Club. Eine Kombination aus Spendenaktionen und Fördermitteln böte eine realistische Chance, den Turm langfristig zu erhalten und wieder zugänglich zu machen...

Quelle: Brigitta Möllermann, HESSENMAGAZIN.de