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Sagenhaft: Spessartgeschichten

Wege durch den Spessartforst (c) HESSENMAGAZIN.de
Alte Wege durch den Forst (c) HESSENMAGAZIN.de

[Spessart / Bad Orb - Jossgrund-Lettgenbrunn] Der Spessart ist reich an Sagen und Geschichten. In der Nähe von Bad Orb soll zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges ein Räuber und Wilderer namens Peter sein Unwesen getrieben haben. Der entkam, weil ihm sein gezähmter Fuchs mittels eines gegrabenen Tunnels aus dem Gefängnisturm zur Flucht verhalf. Von ihm findet man kaum noch Spuren, dagegen begegnet manchen aufmerksamen Spaziergängern die neuere Geschichte gleich an mehreren Stellen im Wald.

Am Baum verewigt: Der Geist des Waldes (c) HESSENMAGAZIN.de
Am Baum verewigt: Der Geist des Waldes am Zaun der Wegscheide (c) HESSENMAGAZIN.de

"Spuren der Geschichte" - ein nachdenklich machender Wanderweg mit 21 Stationen

Zur wechselvollen Historie des heutigen Schullandheims Wegscheide bei Bad Orb richtete Anfang der 1990er Jahre der Verein "Die Wegscheide mahnt" einen Geschichtslehrpfad auf den "Spuren der Geschichte" ein. Nach der Beschlagnahmung 1939 durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg diente das Gelände als Kriegsgefangenen-Stammlager "Stalag IX/B". Dort waren bis zu ihrer Befreiung durch die Amerikaner im April 1945 über 25.000 Gefangene verschiedener Nationen in Baracken und Erdhöhlen untergebracht. Ihre Behandlung durch die Nazis der Deutschen Wehrmacht war grausam und menschenunwürdig. Wer nicht an Typhus, Ruhr oder TBC starb, kam durch Hunger und Entkräftung ums Leben oder wurde nach einem vergeblichen Fluchtversuch erschossen.

Friedhof im Orber Wald (c) HESSENMAGAZIN.de
9. Mai 2011: Öffentliche Gedenkstätte mit frischen Kränzen im Orber Wald: Soldatenfriedhof (c) HESSENMAGAZIN.de

Station 6 an der Spessarthöhenstraße (L 2905) zwischen Wegscheide und Villbach

Am Ende befreite man noch rund 6.000 gefangene Soldaten der Alliierten aus dem Stalag IX/B, die Hälfte davon Amerikaner. Etwa einen Kilometer von der Wegscheide entfernt liegen noch immer 1430 russische Kriegsgefangene auf einem Friedhof im Wald in Massengräbern begraben, zwei Drittel davon namenlos. Auf Informationstafeln werden an dieser Stelle durch Augenzeugenberichte französischer Kriegsgefangener die katastrophalen Zustände - speziell im Lager der Russen - beschrieben.

Erinnerung an einen 32-jährigen Russen (c) HESSENMAGAZIN.de
Lebendig gehaltene Erinnerung an einen knapp 32-jährigen Russen (c) HESSENMAGAZIN.de

Zu seinem 101. Geburtstag

Ein einziger ehemaliger Soldat wurde jetzt aus der Anonymität befreit: Gusew, Alexandre Filippowitsch *9. Mai 1910 in Perschutno, Klinskogo in der Region um Moskau geboren und als Kriegsgefangener Nr. 113652 am 1. April 1942 im Lager Wegscheide gestorben. Angehörige legten sein Foto nieder und neben Kerzen, Blumen und Kränzen auch wieder frisches Brot und Salz. Das Orber Blättchen konstatierte bereits im Dezember 2010: "Bemerkenswert ist es, dass die Angehörigen von Alexandre Gusew nun das (Massen)-Grab mit ihrem Vater / Großvater / Onkel - niemand weiß es genau - fanden und besuchten. Ein Kontakt zu jetzigen Bad Orber Einwohnern kam dabei nicht zustande."

Fernrohr-Blick zum ehemaligen Wehrmachtsbunker (c) HESSENMAGAZIN.de
Fernrohr-Blick am Mischturm vorbei zum ehemaligen Wehrmachtsbunker (c) HESSENMAGAZIN.de

Es war einmal das Jagdhaus Horst am Hohen Berg

Wo sich jetzt der landschaftlich wunderschön gepflegte Golfplatz oberhalb von Bad Orb ausdehnt, wurde 2004 statt der mahnenden Stationen 10 (Beobachtungsturm), 11 (Truppenlager Villbach), 12 (Friedhofskreuz Villbach) der HALT 5 eines neuen touristischen Sagenrundweges angelegt. Durch ein eisernes Guckrohr soll man "auf dem Bergkamm einen nach Kriegsende zwar gesprengten aber als Ruine stehen gebliebenen Bunkerturm des Bombenabwurfplatzes für die Trefferbeobachtung" sehen. Wer möchte, darf hingehen. Der Weg durch den privaten Golfplatz ist öffentlich.

Vulkanischer Basaltberg Beilstein (c) HESSENMAGAZIN.de
Vulkanisches Basaltgestein im Naturschutzgebiet Beilstein: Die Wege dürfen nicht verlassen werden. (c) HESSENMAGAZIN.de

Naturschutzgebiet Beilstein an der Straße zwischen Villbach und Lettgenbrunn

Drei Jungfrauen, die Nornen aus der germanischen Mythologie, die am Fuße der Weltesche für jeden Menschen den Lebensfaden spinnen, pflegen in vielen Sagen und Märchen ethische Werte in Erinnerung zu rufen. Wer sich jedoch nur für Materielles interessiert, dem kann die blaue Blume des Glücks verloren gehen - so wie dem jungen Mann, der sich einst in der Höhle des Berges am Beilstein die Taschen mit Schätzen füllte und die Zauberblume achtlos liegen ließ. Donner grollte, Felsblöcke polterten herab - seither ist der Zugang verschlossen. Nur noch 24 Meter tief ist eine Höhle übrig geblieben, die in den bis zu fünf Meter hohen Klüften Fledermäuse beherbergt.

Katholisch evangelische Kirche in Lettgenbrunn (c) HESSENMAGAZIN.de
Doppelt halb: Katholisch evangelische Kirche in Lettgenbrunn (c) HESSENMAGAZIN.de

25 Kilometer Radweg durch das Tal der Jossa

Sicher steht eigentlich eher die Information als die Verwirrung von Besuchern der Region im Vordergrund, wenn in Villbach und Lettgenbrunn zu allem noch plakatgroße bunte Aufsteller plus Hinweisschilder der Apfelwein- und Obwiesenroute dazukommen. Es geht um den europäischen Kulturradweg "Perlen der Jossa". Das Teilstück der Route zeigt, was heutzutage in diesem besonderen Teil des Spessarts lebendig geblieben ist. Dazu gehört die durch eine Mauer im Innernen geteilte bzw. verbundene Zweikonfessionen-Kirche im Ort. Sie wurde nach dem Zeiten Weltkrieg gebaut, als die zum Truppenübungsplatz umfunktionierten Spessartdörfer wieder besiedelt werden konnten.

Traditionelle Wedding Dolls (c) HESSENMAGAZIN.de
Wedding Dolls an Lettgenbrunns Hauptstraße: Traditionelle Hochzeitspuppen aus Stroh (c) HESSENMAGAZIN.de

Lettgenbrunn - das drei Mal besiedelt wurde: 1650 - 1919 - 1947

Die Mitte der Ortschaft dominiert ein geräumiger Spielplatz gleich neben der in Stein gefassten Jossaquelle. Das ist sicher nicht unbeabsichtigt so angelegt worden, als 1947 Heimatvertriebene des letzten Weltkrieges hier ihre Häuser mit Hilfe der Nassauischen Siedlungsgesellschaft errichteten. Kinder waren immer schon die Hoffnungsträger - so auch auf dem ehemaligen "Bombenabwurfplatz" Lettgenbrunn. Ab 1936 warfen hier die Nationalsozialisten zu Übungszwecken Zementbomben aus Flugzeugen auf die "entsiedelten" Häuser. Im Ersten Weltkrieg waren Lettgenbrunns Einwohner bereits schon einmal - von der damals kaiserlichen Armee - in umliegende Dörfer verteilt worden. Die Soldaten brauchten das Gelände von 1912 an für ihre Manöver.

Die allererste "Wüstung", von der man in dieser Gegend weiß, entstand nach dem Dreißigjährigen Krieg... Das war nicht wirklich ungewöhnlich in jenen düsteren Zeiten der Gesetzlosigkeit. Doch woanders könnte man jetzt dreihundertsechzig Jahre Ortsgeschichte feiern.


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