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Theater im Comoedienhaus - Blick hinter die Kulissen

Bühnenillusion mit Licht und Nebel (c) HESSENMAGAZIN.de
Bühnenillusion mit Licht und Nebel (c) HESSENMAGAZIN.de

[Hanau-Wilhelmsbad] Der Fachbereich Kultur der Stadt Hanau hatte am Sonntag, den 4. November 2012, eingeladen zum Blick hinter die Kulissen des historischen Comoedienhauses in Wilhelmsbad. Die Backstageführung für Kinder begeisterte auch alle begleitenden Eltern und Großeltern. Beleuchtungsmeisterin Gaby Mayer und Veranstaltungstechniker Steffen Oetzel demonstrierten eindrucksvoll, wie Musik und Licht auf der Bühne harmonieren und Stimmungen beim Publikum erzeugen.

Spannend: Digitale Steuerung aus dem Glaskasten (c) HESSENMAGAZIN.de  Hinter die Kulissen schauen: Führung für Klein und Groß  (c) HESSENMAGAZIN.de
Links: Digitale Steuerung der Technik - Rechts: Hinter die Kulissen schauen: Führung für Klein und Groß (c) HESSENMAGAZIN.de

Als so genannter "Profanbau", weltlich geprägt und der Öffentlichkeit zugänglich, wurde das Theater im Jahr 1781 von Hofbaumeister Cancrin für den kurhessischen Erbprinzen und späteren Landgrafen / Kurfürsten Wilhelm von Hessen-Kassel (1743-1821) in seinem Wilhelmsbader Kurpark ca. 30 Meter lang und etwa 12 Meter breit aus Sandstein errichtet. Außen schmucklos, war der Quaderbau jedoch innen reich mit hölzernen Details verschönert.

Comoedienhaus-Bühne - heute mit moderer Technik ausgestattet (c) HESSENMAGAZIN.de
Comoedienhaus-Bühne - heute mit moderer Technik ausgestattet (c) HESSENMAGAZIN.de

Dornröschenschlaf des Kurtheaters

Dem kleinen Comoedienhaus im Wilhelmsbader Park wurden zu Beginn lediglich vier Jahre Spielzeit eingeräumt. "Zur Belustigung der Kurgäste" wurde von 1781 bis 1785 zwar "Erhabenes" auf der Bühne vor den Toren der Stadt dargestellt. Doch danach wurden in den Annalen 60 Jahre lang keine Aufzeichnungen über das Comoedienhaus gefunden. Erst 1852 konnte die nächste Saison Theater in Wilhelmsbad gespielt werden.

 Barock: Französische Komödianten / Ölgemälde von Antoine Watteau (c) WikiMedia Commons / Yorck Project
Barock: Französische Komödianten / Ölgemälde von Antoine Watteau (c) WikiMedia Commons / Yorck Project

Einer der Pächter der Kuranlage und damals vorhandenen Spielbank, gab während seiner Zeit in Wilhelmsbad Schauspiel & Co. wieder eine Chance. Er belebte in "gefälliger und eleganter Ausstattung" das Theater mit heiteren Possen vom Sommer bis zum Herbst. Dann fiel der Vorhang wieder für insgesamt neun Jahre. Auch der Gründer der "Lustspiel- und Vaudeville-Gesellschaft", Adolph Hommel, leitete gleich nach einer einzigen Saison im Jahr 1861 lieber die Geschicke des Stadttheaters in Hanau.

Gaby Mayer informiert auch über die Historie des Hauses (c) HESSENMAGAZIN.de
Gaby Mayer informiert auch über die Historie des Hauses (c) HESSENMAGAZIN.de

So geriet das Comoedienhaus irgendwann in Vergessenheit. Das Gebäude diente fortan als Lager und Werkstatt, bis im Jahr 1929 drei Jubiläumsaufführungen zum 150-jährigen Bestehen in Wilhelmsbad stattfanden. Elektrische Lampen waren installiert worden, das Publikum ließ sich im ausverkauften Haus entzücken. Doch danach verwaiste das Theater wieder: Es stand leer oder wurde zweckentfremdet. Nach dem zweiten Weltkrieg z. B. wohnten Flüchtlinge in Wilhelmsbad. Diese lagerten im Comoedienhaus Kartoffeln, Brennholz und Kohlen ein und stellten ihre Gerätschaften dort unter.

Die Wilhelmsbader Produktionen

Zur Erinnerung an der Wand - Foto: Zustand nach dem Zweiten Weltkrieg (c) HESSENMAGAZIN.de
Zur Erinnerung an der Wand - Foto: Zustand nach dem Zweiten Weltkrieg (c) HESSENMAGAZIN.de

Der Zuschauerraum zeigte sich längst in einem desolaten Zustand, als der damalige Alt-Oberbürgermeister von Hanau, Heinrich Fischer, den Hessischen Rundfunk in den 1960er Jahren für das kleine Theater als Aufzeichnungsort interessieren konnte. Zur notwendigen Restaurierung 1969 fand man bald schon Geldgeber.

Ab den 1960er Jahren mussten strenge Sicherheits- und Brandschutzauflagen erfüllt werden (c) HESSENMAGAZIN.de
Ab den 1960er Jahren mussten strenge Sicherheits- und Brandschutzauflagen erfüllt werden (c) HESSENMAGAZIN.de

In das Haus wurde moderne Technik für die traditionelle Spielbühne eingebaut, hinzu kamen ausreichend Licht und eine optimale Tonanlage für die Funktion als Aufnahmestudio handlicher Größe. Möglich ist seither das ganze Spektrum vom Sprech- und Musiktheater über Kleinkunst, Filmabende und Konzerte sowie besondere Aufführungen für Kinder.

Wo früher der Übertragungswagen des Rundfunks stand, docken inzwischen mobile Theatertrucks an, um Kulissen und Technik aus- und einzuladen (c) HESSENMAGAZIN.de
Wo früher der Übertragungswagen des Rundfunks stand, docken inzwischen mobile Theatertrucks an, um Kulissen und Technik aus- und einzuladen (c) HESSENMAGAZIN.de

Bis vor einigen Jahren zeichnete der Hessische Rundfunk im Hanauer Comoedienhaus seine „Wilhelmsbader Produktionen“ auf, spezielle Hörfunk- und Fernsehproduktionen mit Künstlern von internationalem Rang und einem ausgewählten Publikum.

Steffen Oetzel zeigt: Die Feuerwehr hat ihren angestammten Platz auf der Bühne (c) HESSENMAGAZIN.de
Steffen Oetzel zeigt: Die Feuerwehr hat ihren angestammten Platz auf der Bühne (c) HESSENMAGAZIN.de

Zum 200-jährigen Bestehen des Comoedienhauses las man dann in einem gedruckten Heftchen aus dem Jahr 1982, dass der Besuch des "einzigen Parktheaters der Bundesrepublik" als unvergessliches Erlebnis empfohlen werde. Es galt damals als Ausnahme, wenn ein Platz in den Zuschauerreihen frei blieb.

Zauberhaftes Kulturerbe

2010 erschien ein Buch über „Historische Theater in Deutschland, Österreich und der Schweiz“, das einen Überblick bietet über noch erhaltene Theater aus 17. bis zum Beginn des 20. Jahrhundert. Mit dabei ist unter den zwölf deutschen Häusern an sechstältester Stelle auch das Comoedienhaus Wilhelmsbad. Der Autor des Reiseführers und Bildbandes ist Carsten Jung von PERSPECTIV, einer "Gesellschaft der historischen Theater Europas", die zudem eine EU geförderte "Europastraße Historische Theater" konzipiert.

Mehr als 200 Jahre alt: Renoviertes Comoedienhaus in Hanau-Wilhelmsbad (c) HESSENMAGAZIN.de
Mehr als 200 Jahre alt: Renoviertes Comoedienhaus in Hanau-Wilhelmsbad (c) HESSENMAGAZIN.de

Diese Ferien- oder Touristenstraße soll Kulturinteressierte auf einer deutschen Route an zwölf historische Theater heranführen: von Rügen nach Potsdam, über Bayreuth, Ludwigsburg und Hanau, Schwetzingen bis nach Koblenz. Des weiteren existieren eine skandinavische, eine "Ärmelkanal-Route" plus eine Route durch Italien. In Planung ist zudem noch eine "Kaiser-Route" durch Tschechien und Österreich. Genaueres darüber findet man im Internet unter: www.europastrasse.info


Durch diesen Übergang aus Glas wird das historische Gebäude im Hintergrund betreten (c) HESSENMAGAZIN.de
Durch diesen Übergang aus Glas wird das historische Gebäude im Hintergrund betreten (c) HESSENMAGAZIN.de

Heute dient das Comoedienhaus mit seinen rund 200 Aufführungen im Jahr dem kulturellen Leben der Stadt Hanau. Wer sich das Comoedienhaus außerhalb der Spielzeiten bei einer Führung zeigen lassen möchte, ist mehrmals pro Jahr zu einem "Tag in Hanau-Wilhelmsbad" willkommen. Von der Historie sowie Interessantes zur Technik des Theaters berichtet dabei Gaby Mayer. Anmeldungen sind möglich bei der Geschäftsstelle der Comedienhaus Wilhelmsbad GmbH, Sabine Oswald, Telefon: 06181 / 295-8129, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Das Comoedienhaus finden Sie in Hanau Wilhelmsbad, Parkpromenade 1b, 63454 Hanau <-KLICK für mehr.


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